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TFV-Präsidium legt Berufung ein

 

Erfurt – Der nicht enden wollende Streit um die Wertung der Thüringer Fußball-Saison 2019/20 geht munter weiter: Am Mittwoch hat das Präsidium des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) fristgemäß Berufung gegen das Urteil des TFV-Sportgerichts vom 28. Juli eingelegt. Diese Berufung wird am 11. August (17 Uhr) vor dem Verbandsgericht des TFV verhandelt. Das Sportgericht hatte in der vorigen Woche in einer mündlichen Verhandlung festgestellt, dass der Beschluss des Außerordentlichen Verbandstages vom 18. Juli – Annullierung der Saison 2019/20 im Erwachsenenbereich sowie Außerkraftsetzung der Auf- und Abstiegsregelungen – nichtig ist. Vorausgegangen war eine Beschwerde von 22 Klubs. Der TFV wurde in dem Urteil beauflagt, eine andere, die Rechtsauffassung des Sportgerichts berücksichtigende Wertung der Saison 2019/20 für den Punktspielbetrieb im Erwachsenenbereich zu treffen. Rd

  

Quelle: Freies Wort, Sport vom 6.8.2020

 

Gefragt – Gesagt

Ein Fehlurteil des Sportgerichts?

 

Das Sportgericht des Thüringer Fußball-Verbandes hat den Beschluss zur Annullierung der Saison 19/ 20 als rechtswidrig eingestuft. Wir wollten wissen: Begrüßen Sie das oder halten Sie es für falsch?

 

Dittmar Börner, Vorsitzender des KFA Südthüringen: Wir waren als KFA Südthüringen von Anfang an dafür, bei einem Abbruch den Aufstieg zu ermöglichen, den Abstieg hingegen auszusetzen. So wie es die anderen Landesverbände auch gemacht haben. Die haben das doch auch nicht einfach so aus dem Bauch heraus entschieden. Da muss man eben in mehrere Staffeln aufteilen, wenn es zu viele Mannschaften werden. Nur kann man auch nicht ewig warten. Wir waren mit den Planungen für die neue Saison schon längst durch, und jetzt müssen wir doch wieder abwarten. Das hätte man sich sparen können, wenn man sich die Sachlage denn von Anfang an genau angeschaut hätte.

 

Jens Leutbecher, stellvertretender Fußball-Abteilungsleiter des SV 07 Lauscha: Wir hatten uns eigentlich fest darauf eingestellt, dass in Sachen Aufstieg wie in den anderen Verbänden auch nach der Quotientenregelung verfahren wird. Die Annullierung hatten wir, ehrlich gesagt, gar nicht auf dem Schirm. Insofern waren wir natürlich enttäuscht. Immerhin steht unsere erste Mannschaft nach dieser Regelung auf Platz zwei der Kreisliga. Auch unsere zweite Mannschaft steht in der 2. Kreisklasse auf Rang zwei. Das Urteil des Sportgerichts begrüßen wir natürlich. Allerdings muss man auch sagen, dass es eigentlich nicht sein kann, dass man nach wie vor in der Luft hängt. In einem Monat soll die neue Saison beginnen. Das ist unbefriedigend. Immerhin müssen wir als Verein besonders in den jetzigen Zeiten noch einiges organisieren. Nichtsdestotrotz würden wir es begrüßen, wenn wie in den anderen Verbänden verfahren wird und wir doch noch die Gelegenheit bekommen, aufzusteigen.

 

Horst Grohmann, Trainer Germania Ilmenau und DFBStützpunkttrainer Ilm-Kreis: Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Sportgericht den Beschluss eines Verbandstages so einfach umstürzen kann. Aber der Verband hätte sich auch gar nicht erst in diese Situation zu bringen brauchen: Erst bringt sich Thüringen mit dem sturen Beharren auf eine Saisonfortsetzung in Schwierigkeiten, und nun hat man auch diese Variante der Saison- Annullierung schon wieder exklusiv unter allen anderen Landesverbänden! Ich persönlich hätte dagegen die Quotientenregelung mit Aufsteigern für besser erachtet.

 

Dieter Lämmerzahl, Präsident des FSV Goldlauter: Das Urteil begrüßen wir natürlich. Denn man kann nicht dem einen Recht sprechen und den anderen anders behandeln. Jetzt müssen sie noch beschließen, dass es für alle gilt. So lange wollen wir abwarten und dann beschließen, wie es für uns weitergeht. Wir würden als Tabellenführer der Kreisoberliga schon gerne aufsteigen. Hoffentlich werden auch die Wechselmodalitäten überdacht.

 

Quelle: Freies Wort, Sport vom 3.8.2020

 

Die Zeit drängt

 

Die Annullierung der Saison im Thüringer Fußball ist nichtig. Somit wird es wohl doch noch Aufsteiger geben. Entscheiden muss nun der TFV-Vorstand.

 

Erfurt – Am Dienstagabend befasste sich das Sportgericht des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) in der Geschäftsstelle mit der Beschwerde des FC Gebesee 1921 gegen den Beschluss Nr. 4 des Außerordentlichen Verbandstages (AOVT) vom 18. Juli zur Annullierung der Saison 2019/ 2020 (wir berichteten). Nach mehr als 75 Minuten mündlicher Verhandlung kam das Sportgericht dann zu folgender Entscheidung: Es wird festgestellt, dass der Beschluss Nr. 4 des AOVT vom 18.07.2020 nichtig ist und gegenüber dem FC Gebesee keine Wirkung entfaltet. Es wird festgestellt, dass der Beschluss Nr. 4 des AOVT vom 18.07.2020 aufgrund seiner Nichtigkeit auch in Bezug auf alle ansonsten von diesem Beschluss Betroffenen keine Wirkung entfaltet, unabhängig davon, ob von diesen Rechtsmittel eingelegt wurden oder nicht. Der TFV wird beauflagt, eine andere, die Rechtsauffassung des Sportgerichts berücksichtigende Regelung zur Wertung der Saison 2019/2020 für den Punktspielbetrieb des Erwachsenenbereiches zu treffen.

Die Kosten trägt der TFV. Die eingezahlten Rechtsmittelgebühren sind dem FC Gebesee zu erstatten. Da eine Verhandlung mit allen Vereinen aufgrund der aktuellen Hygienevorschriften wegen der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden konnte, fand diese mit dem FC Gebesee, dem ersten Verein, welcher Beschwerde eingelegt hatte, statt. In einer kurzen Begründung nannte das Sportgericht die Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes als entscheidend für das Urteil. Alle 22 Vereine waren zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs Tabellenführer in ihren jeweiligen Spielklassen und waren davon ausgegangen, dass wie in allen anderen Landesverbänden, welche sich für einen Saisonabbruch entschieden hatten, die Quotienten- Regelung zur Anwendung kommt und man in die nächst höhere Spielklasse aufsteigt.

  

Weiterer gleichlautender Tenor der Begründungen fast aller Beschwerden war zudem, dass ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz vorliege, da der TFV mit dem Aufstieg des FC An der Fahner Höhe in die Oberliga eine Ausnahme zugelassen habe. Zudem sei es im Nachwuchsbereich den Erstplatzierten nach dem Saisonabbruch durch die Anwendung der Quotienten-Regelung möglich, das Aufstiegsrecht wahrzunehmen. In der Verhandlung wurde durch den Kläger ausdrücklich betont, dass es ihm nicht um die Aufstiegsmöglichkeit des FC An der Fahner Höhe gehe, sondern dass man speziell die unterschiedliche Bewertung zwischen dem Nachwuchs- und dem Männerbereich nicht nachvollziehen könne.

Das Urteil vom Dienstag sorgte beim SV Kali Unterbreizbach für Erleichterung. „Natürlich wollen wir gern aufsteigen und hoffen nun, dass wir das auch dürfen", sagte Klaus Führer, Vorsitzender des SV Kali, auf Nachfrage. Der Tabellenführer der Kreisliga Westthüringen, Staffel 2, war der einzige Verein aus Südthüringen, der Beschwerde eingereicht hatte. Die „Hängepartie bei TFV" sorge an der Basis für Unsicherheit, erklärte Führer: „Beispielsweise kann unser Trainer möglichen Neuzugängen gar nicht sagen, in welcher Klasse wir spielen." Der Ball liegt nun wieder beim TFV-Vorstand, der schnell eine verbindliche Entscheidung fällen muss. Denn die Zeit drängt. Nach schriftlicher Zustellung der Urteilsbegründung bleiben Verband und den 22 Vereinen eigentlich eine Sieben- Tage-Frist zum Widerspruch. ger/ts

 

22 Vereine

Diese 22 Vereine hatten Beschwerde gegen die Annullierung der Saison eingelegt: FC Gebesee 1921, FSV 06 Ohratal, SV Schmölln, FC Thüringen Weida, TSG Bau Saalfeld/Remschütz, SV Erfurter Kickers, SV Fortuna Ermstedt, SSV Udersleben, VfL Ellrich, SV Germania Heringen, VfB Apolda, FC Eisenach, FC Erfurt-Nord, SV 1911 Dingelstädt, SG Wachsenburg- Haarhausen, SG Eintracht 62 Obernissa, VfB Pößneck, Sportfreunde Elxleben, SV BW Niederpöllnitz, SV Kali Unterbreizbach, VfB Beberstedt, SV Einheit Altenburg

 
Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 30.7.2020
 

Angemerkt

Hü und hott

 

Von Thomas Sprafke

 

Jeder blamiert sich, so gut er kann. Beim Thüringer Fußball-Verband könnte man auch sagen: So lange er kann. Seit dem Beginn der Corona-Krise und dem damit verbundenen Stopp auf den Rasenplätzen, verhandeln und streiten sich die Verbandsoberen um die Wertung des Spieljahres 2019/20. Dabei wurden in den vergangenen Wochen gleich mehrere schwerwiegende Beschlüsse wieder kassiert, zuletzt am Dienstagabend die Annullierung der Saison. Diesmal wohlbemerkt vom eigenen Sportgericht.

 

Die Ausmaße, die der jüngste Entscheid hat, sind noch gar nicht abzusehen. Gibt es nun die nächsten Klagen von Vereinen, die ihrerseits auf den Entscheidungen des Verbandstages beharren? Legt gar der Verband Einspruch ein? Wer will überhaupt noch aufsteigen? Was ist mit Spielern, die den Verein gewechselt haben? Wird die Wechselfrist, die eigentlich am 30. Juni endet, verlängert? Werden die Spielpläne rechtzeitig fertig? Es ist Ende Juli, die neue Saison steht kurz vor der Tür und es gibt noch immer viele Unwägbarkeiten. Von Corona ganz zu schweigen. Wann, ja wann, steht endlich in Thüringen wieder der Fußball im Mittelpunkt?

 

Heute hü, morgen hott: Die Funktionärsriege des TFV ist wegen ihrer Inkompetenz und wegen ihres Starrsinns längst zum Gespött der Kicker und mittlerweile auch der Öffentlichkeit geworden. Als fatalstes Eigentor erwies sich dabei das Festklammern an der Fortführung der Saison. Die gerade in Krisenzeiten so gefragten Führungsqualitäten haben TFV-Präsidium und -Vorstand schmerzlich vermissen lassen. Präsident und 1. Vizepräsident werden auf dem „normalen" Verbandstag im Dezember in Jena nicht wieder kandidieren. Beide sollten, ja müssen, bis dahin die Aufarbeitung der TFV-Chaos-Wochen zur Chefsache machen. Und möglicherweise auch andere Entscheidungsträger mit Blick auf einen störungsfreien Neuanfang zum Rückzug bewegen.

 


Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 30.7.2020
 


LSB will praktikable Regelung

 

Der Landessportbund macht sich bei Sportveranstaltungen mit Zuschauern für praktikable Umsetzung durch regionale Gesundheitsämter stark.

Erfurt – Mit der seit 16. Juli 2020 aktualisierten Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus und der Anpassung für den Sportbetrieb durch das Thüringer Sportministerium (TMBJS) dürfen in Thüringen Sportveranstaltungen im Freien für 200 Zuschauer geöffnet werden. Doch die zuständigen regionalen Gesundheitsämter regeln die Umsetzung sehr verschieden und mit teils hohen finanziellen und bürokratischen Belastungen bzw. Auflagen für die Sportvereine. Der Landessportbund (LSB) Thüringen kritisiert die enge Auslegung und setzt sich für eine einheitliche und praktikable Umlegung in der Praxis ein.

 

40 bis 90 Euro

„Wir sind froh, dass überhaupt die Möglichkeit für Sportveranstaltungen mit Zuschauern besteht, da es für die Freiluftsportarten eine Perspektive und auch Planungssicherheit für den Wiedereinstieg in den Wettkampf- und Punktspielbetrieb bedeutet", zeigt sich LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel zunächst positiv. „Doch die Anforderungen müssen auch umsetzbar und ehrenamtsfreundlich sein." Dies betrifft zum einen die einmalige Vorlage eines allgemeinen Hygienekonzepts durch den Ausrichter, das auch für jede weitere Veranstaltung des Vereins gültig ist – soweit Profil und Ort gleich bleiben. Zum anderen müssen die Gebühren für die Genehmigung in einem angemessenen Rahmen liegen. „Der Infektionsschutz hat Priorität, doch wirkt dieser eben auch für weitere Veranstaltungen eines Ausrichters in einem gewissen Zeitraum bei unveränderten Rahmenbedingungen einer Sportanlage", setzt sich Zirkel für eine einmalige Genehmigung ein.

 

Zuletzt gab es vermehrt Informationen von Fußballvereinen unterschiedlicher Landkreise, dass für jedes einzelne Fußballspiel auf einer Sportstätte und identische Rahmenbedingungen, ein gesonderter Antrag durch die Gesundheitsämter gefordert wurde. „Das führt zu einer klaren Überforderung der Ehrenamtlichen im Sport, zu einer Vervielfachung von Anträgen und auch zu großen finanziellen Belastungen, da teilweise 40 bis 90 Euro Gebühren pro Genehmigung aufgerufen werden – ohne besseren Infektionsschutz", setzt Zirkel auf die praxistaugliche und zugleich verantwortungsbewusste Auslegung der Verordnung.

 

Unterstützung vom TFV

Der Thüringer Fußballverband unterstützt diese Forderung, da sonst das Ziel einer längerfristigen Planungssicherheit im Hinblick auf einen regulären Spielbetrieb, insbesondere im Amateur- und Nachwuchsfußball ab September, nicht erreicht werden kann. Rd

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 29.7.2020



Fußball-Saison wird doch nicht annulliert

 

Erfurt – Nächste Rolle rückwärts beim Thüringer Fußball-Verband (TFV): Die im März wegen der Corona- Pandemie unterbrochene und mittlerweile abgebrochene Saison wird doch nicht annulliert. Diese Entscheidung fällte das TFV-Sportgericht am Dienstagabend in Erfurt. Somit dürfte nun die so genannte Quotientenregelung greifen, bei der es Aufsteiger, aber keine Absteiger gibt. Der TFV muss in Person des Vorstandes eine neue Lösung finden, entschied das Sportgericht.

 

Auf dem Außerordentlichen Verbandstag des TFV vor zehn Tagen stimmten die Delegierten noch für einen Saisonabbruch und Annullierung. Daraufhin hatten gleich 22 Vereine – die Zahl war am Dienstag weiter gewachsen – aus den verschiedenen Ligen fristgemäß Beschwerde bzw. Einspruch eingelegt und auf ihr Aufstiegsrecht verwiesen. Am Dienstagabend gab das Gericht zuerst dem Einspruch des FC Gebesee aus dem Landkreis Sömmerda statt und revidierte damit umgehend einen der Beschlüsse des Verbandstages. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass nicht anders verfahren werden könne als im Nachwuchsbereich. Dem Verbandsligisten-Ersten FC An der Fahner Höhe hatte der TFV vorab den Aufstieg in die Oberliga genehmigt. ts

 
Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 29.7.2020
 

19 Beschwerden

 

Der Thüringer Fußball kommt nicht zur Ruhe. Nach den richtungsweisenden Entscheidungen auf dem Außerordentlichen Verbandstag vor gut einer Woche hagelt es nun Beschwerden und Einsprüche vieler Vereine wegen des verwehrten Aufstiegs.

Von Felix Böhm und Thomas Sprafke

 

Erfurt – Eigentlich sollte der Außerordentliche Verbandstag des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) einen dicken Punkt hinter die monatelangen Diskussionen setzen, wie es nun im TFV-Gebiet weitergeht. Doch auch ebenjener Verbandstag am 18. Juli ließ einige Unzufriedene zurück, die nun ihre Rechtsmittel ausschöpfen.

Die Beschwerden der Vereine richten sich speziell gegen das Abstimmungsergebnis des Antrages 4 des Verbandstags und dessen folgenden Beschluss. Dabei entschieden die Delegierten überraschend, dass die inzwischen abgebrochene Saison 2019/20 annulliert wird. Das bedeutet, dass es keine Auf- und Absteiger geben wird. Bereits direkt nach dem Beschluss war zu befürchten, dass das bei den Vereinen, die auf Platz eins stehen und einen Aufstieg forciert hatten, alles andere als wohlwollend aufgenommen wird. Und genau das bewahrheitet sich nun.


Gebesee zuerst

Insgesamt sind mittlerweile gleich 19 Beschwerden fristgerecht bis zum Samstag beim TFV eingegangen, die von Vereinen kommen, die gerne in die nächsthöhere Spielklasse aufgestiegen wären. „Das sind so viele wie noch nie gegen einen Beschluss des Verbandes", sagte der Vorsitzende des Verbandsgerichts, Jens Krauße. Widerspruch kommt allerdings nicht vom FSV Goldlauter als Tabellenführer der Kreisoberliga Rhön-Rennsteig. In der Kreisoberliga Südthüringen hatten die Spitzenteams bereits vor der Corona-Krise auf das Aufstiegsrecht verzichtet. Beschwerde eingelegt haben hingegen beispielsweise der FC Erfurt-Nord und der FSV Ohratal, die in der Landesklasse in den Staffeln II und III beim Abbruch souverän an der Spitze standen. Demzufolge verhandelt das TFVSportgericht am heutigen Abend ab 18 Uhr in der Geschäftsstelle in Erfurt zuerst den Einspruch des FC Gebesee 1921 gegen den Beschluss des Außerordentlichen Verbandstages. Der Fall des FC Gebesee kann dabei durchaus als Präzedenzfall für die anderen Beschwerden gesehen werden. Nach dem Urteil könnten erneut Rechtsmittel eingelegt werden, erklärte Jens Krause, Vorsitzender des TFV-Verbandsgerichts. Denn es ist damit zu rechnen, dass das Verfahren – unabhängig vom Ergebnis – in die nächste Instanz geht. Alle 19 Beschwerden gemeinsam zu verhandeln, sei nicht möglich, erklärte Krause: „Solche Massenverfahren gibt es nicht. Es wird immer ein eigener Sachverhalt bewertet." Thüringen ist übrigens das einzige Bundesland, in dem die Fußball-Saison wegen der Corona-Krise vorzeitig abgebrochen und annulliert wurde. Der Grund, warum gleich so viele Vereine gegen die Entscheidung ins Feld ziehen, ist klar: Sie wollen aufsteigen. Und sie fühlen sich ungerecht behandelt. An zwei Punkten zweifeln die Kläger den Gleichbehandlungsgrundsatz an. Auf der einen Seite hat man sich im Nachwuchsbereich für eine Wertung mit Quotientenregel entschieden. Zudem darf der FC An der Fahner Höhe als Landesmeister in die Oberliga aufsteigen. Dies wurde vom TFV vor dem Verbandstag ohne Zusatz mit Verweis auf den Meldetermin vorab beschlossen. Allerdings wurde der Ausnahmefall FC An der Fahner Höhe ohne Gegenstimme von den Delegierten des Verbandstages durchgewunken. Dennoch fühlen sich nun die Vereine, die nicht aufsteigen dürfen, ungerecht behandelt.

 

Vor diesem Hintergrund verspricht die Entscheidung des TFVSportgerichts unter Vorsitz von Bernd Kruse am heutigen Abend viel Spannung. „Ich will damit meiner Verantwortung gegenüber meinem Verein nachkommen", sagt Gebesees Vereinspräsident Christian Müller, der außerdem klarstellt, dass es sich beim eingelegten Rechtsmittel seines Vereins um einen Einspruch und keine Beschwerde handelt. Das sind rein juristisch zwei Paar Schuhe, wie auch Jens Krause vom Verbandsgericht bestätigte. Der eingelegte Einspruch richtet sich gegen die Spielwertung (also die Annullierung) der absolvierten Spiele. Eine Beschwerde richtet sich gegen das Organ, also gegen den Verbandstag. Gebesee-Chef Müller fordert die Gleichstellung mit dem Juniorenfußball, also das Anwenden der Quotientenregel und einem sich daraus ergebenden Aufstiegsrecht. Mit Sicherheit schauen nicht nur die Sportfreunde der besagten 19 Vereine gespannt auf das Ergebnis der Verhandlung. Denn die Zeit drängt. Bereits Ende August/Anfang September soll die neue Saison beginnen.

Zuvor braucht es in der Urlaubszeit selbstverständlich noch Staffeleinteilungen und Spielpläne. Doch womöglich rollen weiter Beschwerden und Einsprüche auf den TFV zu, die alle einzeln verhandelt werden müssen.

 

 
Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 28.7.2020


Gefragt – Gesagt

Endlich richtig oder doch wieder falsch?

 

Der Außerordentliche Verbandstag des Thüringer Fußball-Verbandes hat am Samstag den Abbruch und die Annullierung der Saison im Thüringer Amateurfußball beschlossen. Felix Böhm befragte Spieler und Trainer aus der Region dazu.

 

Jens Kühnstein, FSV Goldlauter: Ich finde es gut, dass endlich eine Entscheidung getroffen wurde, wie es weitergeht. Trotzdem muss ich sagen, dass ich eine Lösung mit Aufsteigern und ohne Absteiger klar bevorzugt hätte. Ich finde es ein bisschen ungerecht, dass der FC An der Fahner Höhe aufsteigen darf und die anderen nicht. Für uns ist es echt schade, wir wären gerne aufgestiegen. Für nächste Saison gibt es ein klares Ziel, und das ist der Aufstieg.

 

Jens Hirschfeld, sportlicher Leiter bei Eintracht Hildburghausen und Delegierter des KFA Südthüringen beim Verbandstag: Ich finde die Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt gut und richtig. Ich freue mich mit allen Verantwortlichen auf eine neue Saison, die im September hoffentlich endlich starten kann. Ob es sportlich richtig war, kann man wohl erst nächstes Jahr sicher sagen.

 

Ronny Röhr, 1. FC Sonneberg: Es ist traurig für den sportlichen Gedanken im Fußball, dass der Verbandstag mit dem

Ergebnis „Abbruch der Saison" beendet wurde. Schade für alle, die in der Saison um den Lohn ihrer Bemühungen gebracht werden. Niemand muss dafür jetzt die Schuld beim TFV suchen, sondern bei denen, die in den letzten Wochen medial und verbal für Abbruch der Saison Werbung gemacht haben – unser KFA ist da ja auch Vorreiter gewesen. Leider. Vor zwei Monaten wurde dem TFV noch vorgeworfen, dass er mit seinem Webinar die Vereine zur Saisonfortführung beeinflusst habe und jetzt hat man selbst doppelt und dreifach für seine Meinung geworben.

 

Robin Keiner, SpVgg Geratal: Unser Verein hatte sich ja deutlich und zügig positioniert. Das entspricht auch komplett der Meinung von mir und Hannes Wollenschläger – für uns war es die einzig sinnvolle Lösung, die Saison abzubrechen. Ich verstehe allerdings auch die Mannschaften, die nicht aufsteigen dürfen, dass die sich auf den Schlips getreten fühlen. Vor allem, weil der FC An der Fahner Höhe aufsteigen darf. Wir sind heilfroh, dass wir endlich Klarheit haben.

 

Steve Büchner, SG Lauscha/Neuhaus: Wir hingen, wie alle anderen auch, komplett in der Luft. Nun können wir zumindest planen. Mit einer Annullierung hatten wir aber nicht gerechnet. Für uns ist das schon sehr enttäuschend. Sowohl erste als auch zweite Mannschaft stehen auf Platz eins und hatten auch das klare Ziel Aufstieg. Den Erfahrenen aus dem Team nimmt es die Motivation, man wird ja nicht jünger. So ein Jährchen Kreisoberliga wäre für mich noch mal ein schöner Anreiz gewesen.

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 21.7.2020

 

Alles hat ein Ende

 

Nach monatelangem Gezanke hat der Thüringer Fußball endlich Klarheit: Die Saison 2019/2020 wird abgebrochen. 56 Prozent der Delegierten stimmen auf dem Außerordentlichen

Verbandstag in Erfurt gegen eine Fortsetzung.


Von Karsten Tischer

 

Erfurt – Betrugsvorwürfe, persönliche Beleidigungen, Kommentare unter der Gürtellinie in den sozialen Medien und ein monatelanger Streit um den richtigen Weg in der Corona- Pandemie: Das Vorspiel zum Außerordentlichen Verbandstag des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) in Erfurt hatte nicht viel mit fairem Sport gemein. Der vergangene Samstag scheint unter all diese Querelen einen Schlussstrich gezogen zu haben. Emotionslos, sachlich und ohne böse Worte verlaufen die gut eineinhalb Stunden im Parksaal des Erfurter Steigerwaldstadions. Das Einzige, was noch zählte, waren die nackten Zahlen: 41, 54, 2.

Um 10.35 Uhr liegt der Ball zum wirklich allerletzten Elfmeter auf dem Punkt: Saisonfortsetzung oder Abbruch? Verlängern der alten Spielzeit bis ins Frühjahr 2021, um gegen alle Corona-Überraschungen gefeit zu sein – oder ein sauberer Schnitt im Sommer, sofort und ab September wieder mit möglichst vielen Spielen (und Einnahmen) neu starten? 98 Delegierte haben das Schicksal des Thüringer Fußballs am Samstag buchstäblich in der eigenen Hand: Die Wahl ist geheim, abgestimmt wird mittels eines kleinen Gerätes, das jeder auf seinem Platz liegen hat.

 

Dem finalen Akt im Corona-Chaos war ein scheinbar unendlicher Kleinkrieg um den richtigen Weg für den Thüringer Fußball vorausgegangen. Wie krass gespalten das Land in der Fußball-Frage ist, zeigt sich auch am Samstag. Da ist etwa der Süden des Freistaates, der keine Saison über zwei Jahre hinziehen möchte. Dittmar Börner, der Chef des KFA Südthüringen, meldet sich am Samstag noch einmal vor der Abstimmung zu Wort, lässt seinen Frust über das einseitige Webinar von Anfang Mai ab und warnt: „Wenn wir die Saison fortsetzen, kriegen wir größte Probleme finanztechnischer Art." 2021 könnten auf mindestens sechs Kreisfußballausschüsse (KFA) große Zahlungsschwierigkeiten zukommen. 90 000 Euro wären dann als Finanzspritze aus Erfurt nötig, so Börner.

    

Doch ausgerechnet die Geldfrage solle jeder der 98 Delegierten bei seiner Entscheidung ausblenden, fordert TFV-Schatzmeister Harry Wießner. „Das Thema Finanzen hat am Ende mit Ihrer Entscheidung nichts zu tun." Das Geld in den Kassen der Fußballkreise sei „immer das Geld des TFV". „Es gibt kein Kreisgeld!" Und komme es lokal dennoch zu Problemen, versichert Wießner, dass der TFV bis in 2021 „komplett stabil aufgestellt" sei. Deshalb müsse die Entscheidung heute aus rein sportlicher Sicht getroffen werden. Bertram Schreiber pflichtete dem Schatzmeister indirekt bei. Der Spielausschuss-Chef des KFA Westthüringen ist ein Befürworter der Fortsetzung. Bei Abbruch müsste jedes Wochenende gespielt werden. Alternative Spielmodi, wie die Teilung der Ligen in Staffeln plus Playoffs sieht Schreiber skeptisch. „Auch dann verringert sich die Anzahl der Heimspiele. Und die Vereine verlieren dringend notwendige Einnahmen."

Es sind die Argumente, die Sven Wenzel seit Monaten gegen die Lösung Saisonabbruch ins Feld führt. Auch der Spielausschuss-Leiter des TFV tritt vor der Stimmabgabe ans Mikrofon. „Natürlich muss ich mich als derjenige, der für den Spielbetrieb im Land zuständig ist, zu diesem Thema zu Wort melden." Was folgt, ist eine minutenlange Werbung für eine Fortsetzung, so wie sie bereits beschlossen worden war. Wenzel verteidigt nochmals seine Orientierung am Bayerischen Fußball-Verband, der sich im April auf eine Saisonfortführung festlegte. „Was ist falsch daran, sich auch an einem anderen Landesverband zu orientieren?", fragt er in den Saal. Und später, als der Verbandstag bereits Geschichte ist, ergänzt er: „Ich habe die Argumente, die dort aufgeführt wurden, für mich eindeutig als den richtigen Weg gesehen." Zwei Monate nach der Festlegung auf eine Fortsetzung räumt auch Wenzel ein, dass letztlich niemand den richtigen Weg kenne. Die Gefahr einer zweiten oder gar dritten Corona-Welle sei da. „Wie wollen wir eigentlich agieren, wenn wir eine territorialen Quarantäne haben?"

 

Doch Wenzels Bitte, für eine Ausdehnung der aktuellen Spielzeit zu stimmen, wird nicht erhört. Wie schon Anfang Mai fällt das Votum knapp aus. 41 Delegierte stimmen für eine Fortsetzung, 54 für den Abbruch, zwei enthalten sich. Das Ergebnis ist für das TFV-Präsidium wie ein Schlag ins Gesicht, wenngleich Präsident Wolfhardt Tomaschewski nicht von einer Klatsche reden möchte: „Das ist eine demokratische Entscheidung – genauso wie wir den Vorstandsbeschluss gefasst hatten. Das war für mich auch eine demokratische Entscheidung." Tomaschewski, der bereits im Januar seinen Rücktritt angekündigt hatte, hofft, dass nun endlich Ruhe einzieht. Aber dem 71-Jährigen ist schon am Samstag klar, dass auch der finale Entscheid neue Unzufriedenheit wecken wird. Denn: Die Saison 2019/2020 ist nicht nur abgebrochen, sondern auch annulliert ...

 

Angemerkt

Das A und O

 

Von Karsten Tischer

 

Eines der ersten Dinge, die man als Kind auf dem Fußballplatz lernt, ist respektvoller Umgang miteinander. Fußball soll fairer Kampf sein, auch verbal. Doch es sind einmal mehr die erwachsenen Kicker und Fans des Sports, die das in den vergangenen Wochen und Monaten einmal mehr nicht geschafft haben. Bei aller berechtigten Kritik am obersten Fußball-Verband in Thüringen: TFV-Chef Wolfhardt Tomaschewski hat recht, wenn er den Ton in der Debatte um eine Lösung für den durch Corona empfindlich gestörten Spielbetrieb anprangert – vor allem in den „sogenannten sozialen Medien", wie er sie nennt. Die Entscheidung aus Erfurt war am Samstag kaum auf Facebook publik, da gärte es schon wieder unter mancher Schädeldecke: „Schönes Gemauschel!", „Was für ein Saustall da in Erfurt!" und „Was hat Dachwig dem TFV bezahlt?" sind nur einige der Beispiele aus den Kommentaren mancher Facebook-Nutzer. Der Neustart des Fußballs im Herbst sollte vielleicht auch ein Neustart der Sprache sein. Wir müssen wieder lernen, anständig miteinander zu reden. Und wir müssen auch lernen, mit demokratischen Entscheidungen leben zu können, selbst wenn sie uns nicht passen. Sonst spielt irgendwann jeder nur noch mit sich allein.


Stimmen „Man hätte den Verbandstag vielleicht schon eher einberufen sollen. Das ist eine Sache, der wir uns alle im Vorstand annehmen müssen. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer." Wolfhardt Tomaschewski, Präsident des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV), nach dem Ende des Außerordentlichen Verbandstages

 

„Leider ist es nicht dazu gekommen, dass unser Dachverband in Frankfurt eine Empfehlung an die Verbände gegeben hat." Sven Wenzel, Spielausschuss-Leiter im TFV, übt Kritik am Deutschen Fußball-Bund

 

 „Es ist immer das Geld des TFV. Es gibt kein Kreisgeld! Der TFV ist komplett stabil aufgestellt. Wir werden das haushalten." Harry Wießner, TFV-Schatzmeister, zur Angst der KFAs vor finanziellen Problemen in den eigenen Fußballkreisen

 

„Sieg oder Niederlage gibt es nicht. Ich freue mich für unsere Vereine, die jetzt wieder mindestens 26 Spiele haben werden." Hans Hörnlein, Vorsitzender des KFA Rhön-Rennsteig

  

Fahner Höhe darf, alle anderen nicht

 

Die eigentliche Überraschung ist nicht der Saisonabbruch, sondern wie die Spielzeit gewertet wird.

Erfurt – Hans Hörnlein und Dittmar Börner haben lange für dieses Ergebnis gekämpft: Abbruch der Fußball- Saison 2019/2020. Die Glückwünsche lassen nach der Entscheidung nicht lange auf sich warten. Und doch sind die beiden Chefs der Kreisfußballausschüsse (KFA) Rhön-Rennsteig und Südthüringen am Samstag auch ein wenig geknickt. Denn die durch die Corona-Krise Mitte März unterbrochene Spielzeit wurde nicht nur abgebrochen, sondern auch für nichtig erklärt. Heißt: Es gibt keine Auf- und Absteiger. Für die alternative Anwendung der Quotientenregel, wonach es Aufsteiger, aber keine Absteiger gibt, votierten nur 35 Delegierte. Dittmar Börner hatte nach der Entscheidung sichtlich Mitleid mit all den Spitzenreitern im Freistaat, die jetzt doch nicht aufsteigen dürfen. Und Hans Hörnlein war in Gedanken sofort bei „seinen" Super-Woppern, dem FSV Goldlauter, der einmal mehr die Kreisoberliga in seinem Fußballkreis anführt. In Suhl dürfte man sich doppelt ärgern: Vor einem Jahr traute man sich als Meister den Sprung in die Landesklasse noch nicht zu. 2020 wollte man das Abenteuer wagen, darf aber nicht. Die 62-Prozent-Mehrheit für eine Annullierung überraschte viele der 98 Delegierten. „Ich stimmte für die Quotientenregel. Ich wollte Goldlauter die Chance geben", sagt Hörnlein. Doch die Furcht vor aufgeblähten Staffeln bei einem ohnehin schon kleinen Zeitfenster ließ wohl manche ins Grübeln kommen. Für Ralf Hanemann, dem Vorsitzenden des KFA Mittelthüringen, war eine Annullierung auch aus einem anderen Grund die bessere Lösung: „Ich glaube, es ist nicht legitim, Aufsteiger zu küren, die vielleicht nur 13 oder 14 Spieltage bewältigt haben."

 

Nur eine Thüringer Mannschaft wird in der kommenden Spielzeit eine Klasse höher kicken: der FC An der Fahner Höhe. Der Spitzenreiter der Thüringenliga darf in die fünftklassige Oberliga aufsteigen, für die Thüringen nicht mehr zuständig ist. Hierfür musste bereits am 26. Juni die Meldung beim Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) vorliegen. „Wir sehen keinen Handlungsbedarf, den FC An der Fahner Höhe zu benachteiligen", meinte Udo Penßler-Beyer, zweiter Vizepräsident im TFV und Wunschnachfolger des scheidenden Präsidenten Wolfhardt Tomaschewski. Ein Termin für den Start der neuen Saison 2020/2021 konnte kurzfristig noch nicht genannt werden. Zunächst müssen Ordnungen angepasst werden, teilte der TFV mit. Im Kreis Rhön-Rennsteig soll der Ball Anfang September wieder rollen. Kt

 

Pokal geht weiter

Mit großer Mehrheit entschieden die Delegierten, dass der Landespokal im Sommer zu Ende gespielt werden soll. Das Finale am 22. August wird voraussichtlich in Jena stattfinden. Auf Kreisebene dürfen die KFAs entscheiden, ob sie die Pokalsaison fortsetzen.

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 20.7.2020


200 Besucher bei Wettkämpfen unter freiem Himmel erlaubt

 

Erfurt – Mit der neuen Corona-Verordnung sind in Thüringen ab sofort ieder Zuschauer bei Freiluft-Sportveranstaltungen zugelassen, allerdings in begrenzter Anzahl. Grundsätzlich dürfen Veranstaltungen für 200 Besucher geöffnet werden, wobei das zuständige Gesundheitsamt in Ausnahmefällen auch eine größere Kapazität genehmigen kann. „Wir haben uns dafür eingesetzt, auch um den Vereinen eine Planbarkeit und Sicherheit zu ermöglichen, was Einnahmen betrifft", sagte Thomas Zirkel, Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Thüringen. Die Regelung gilt sowohl für Amateur- als auch für Profisportvereine. Zuschauer bei Wettbewerben in Sporthallen sind weiterhin nicht erlaubt. Maßgeblich für die Zulassung von Zuschauern bei Freiluftveranstaltungen ist das Vorliegen eines sportartspezifischen Infektionsschutzkonzeptes durch die Vereine, welches von der zuständigen Gesundheitsbehörde genehmigt werden muss. Die Betreiber der Sportstätte müssen darüber hinaus ein sportstättenspezifisches Konzept erstellen. dpa/rd

 

Quelle: Freies Wort vom 18.7.2020

 

Fortführung oder Abbruch: Verbandstag bringt endlich Klarheit

 

Von Thomas Sprafke

 

Erfurt – Alle Augen nach Erfurt: Am Samstagvormittag befinden ab 9.30 Uhr im Parksaal des Steigerwaldstadions die 98 stimmberechtigten Delegierten des Außerordentlichen Verbandstages endgültig über Fortsetzung oder Abbruch der Saison 2019/ 20 im Thüringer Fußball. Seit Beginn der Corona-Krise und der Einstellung des Spielbetriebes im März waren unendliche Diskussionen im mit Abstand größten Thüringer Verband unter den Funktionären und Mitgliedern bis hin zu persönlichen Beleidigungen entbrannt. Mittlerweile wurde der mehrfach bestätigte Beschluss des TFV-Vorstandes, die Saison auch im Nachwuchsbereich fortzuführen, wieder kassiert. Der Einberufung des Außerordentlichen Verbandstages waren zudem gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern vorangegangen. Thüringen erlaubt seit diesem Donnerstag wieder Fußballspiele mit bis zu 200 Zuschauern. Voraussetzung ist ein Infektionsschutzkonzept, das vom jeweiligen Gesundheitsamt genehmigt werden muss. Das Konzept soll vor allem kontrollierbare Zu- und Ausgänge vorsehen und Maßnahmen zur Einhaltung eines Mindestabstandes enthalten.

 

Zwei Abbruch-Varianten

Kernpunkt der Tagesordnung am Samstag ist die Abstimmung über die Fortführung oder den Abbruch der Saison 2019/20 im Erwachsenenbereich. Findet der Beschluss des TFVVorstandes vom 5. Mai für eine Fortsetzung des Spieljahres keine Mehrheit, gilt die Saison als beendet. Über die Wertung müsste dann über einen weiteren Antrag entschieden werden.

Dazu liegen zwei Varianten vor:

1. Abschlusstabelle nach Quotientenregel; Aufsteiger und keine Absteiger.

2. Annullierung; keine Aufsteiger und keine Absteiger.

Der Pokalwettbewerb soll indes fortgesetzt werden. Die Kreis-Fußballausschüsse (KFA) können eigene Entscheidungen zum Pokal treffen.

 

Späte Akkreditierung

Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Verbandstages sorgte eine erst am späten Donnerstagnachmittag genehmigte Akkreditierung eines Vertreters des Fußball-Online-Portals „FuPa" für Unmut. Dessen Anfrage wurde vom TFV zunächst mit der Begründung abgelehnt, dass nur Pressevertreter mit einem Presseausweis Zutritt zum Parksaal hätten. Erst bei freien Kapazitäten wollte der Verband den Online-Journalisten Zugang gewähren, was verspätet geschah. Überdies wurde dem Kollegen eine Live-Berichterstattung untersagt. Einen Liveticker werde es nur durch den TFV geben, teilte der Verband mit.

 

98 Stimmberechtigte

Vorstandsmitglieder: 21 (2 beratend)

Delegierte der Bundes-, Regionalund Oberliga: 7 (FC CZ Jena, FC RW Erfurt, ZFC Meuselwitz, Wacker Nordhausen, FSV Martinroda, FC Einheit Rudolstadt, 1. FFV Erfurt)

Fußballkreise: 70; KFA Ostthüringen: 7; KFA Jena-Saale-Orla: 9; KFA Mittelthüringen: 10; KFA Erfurt-Sömmerda: 9; KFA Nordthüringen: 6; KFA Eichsfeld-Unstrut-Hainich: 8; KFA Westthüringen: 10; KFA Rhön-Rennsteig: 6; KFA Südthüringen: 5

 

Grundlage dafür sind die §§ 19 und 21 der TFV-Satzung. Die unterschiedliche Anzahl der Teilnehmer der KFAs resultiert aus den Mitgliedszahlen.

  

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 17.7.2020

   


Für einen alternativen Spielplan

Gleichamberg – Der außerordentliche Verbandstag des Thüringer Fußballverbandes (TFV) am kommenden Samstag in Erfurt, der in Kürze über den weiteren Weg des Thüringer Fußballs entscheidet, war Dreh- und Angelpunkt des  Kreisfußballtages am vergangenen Samstag in Gleichamberg. Jeder Redner bezog sich auf diesen Tag und den damit verbunden Beschluss. Und zumindest in Südthüringen sind sich die Sportfreunde einig, dass nur ein Abbruch die sportlich und finanziell beste Alternative sei. Auch deshalb hat man gleich zum Kreisfußballtag – also vor der Entscheidung darüber, wie es nun weitergeht in Thüringen – über einen alternativen Spielplan für eine kommende Saison nach Abbruch abstimmen lassen. Alles hypothetisch zum aktuellen Zeitpunkt, aber der Kreisfußballausschuss (KFA) will sich auf die entsprechenden Eventualitäten vorbereiten. Bei zwei zur Auswahl stehenden Varianten entschieden sich die Delegierten in Gleichamberg für das Modell mit einer „regulären" Hinrunde und einer „Rückrunde" im Play-off-Modus. Das heißt, dass eine Liga nach der Hinrunde in zwei kleinere Staffeln geteilt wird, wobei eine um den Aufstieg und die andere gegen den Abstieg spielt. Dieser Spielmodus soll die entsprechende Flexibilität geben, die man in Pandemiezeiten eben braucht. Fix

  

Mit Häusler und Meusel nach Erfurt

 

Neuhaus-Schierschnitz/Steinach – Die Fußballwelt Thüringens blickt gespannt nach Erfurt. Dort wird am kommenden Samstag, 18. Juli, der Außerordentliche Verbandstag des Thüringer Fußballverbandes (TFV) stattfinden und darüber befinden, ob die Saison 2019/2020 im September fortgesetzt oder abgebrochen wird. Die Marschrichtung aus dem Fußball-Süden ist klar. Ob die anderen Kreisverbände eine ähnlich klare Haltung haben, wird sich zeigen. Vertreten wird der Fußballkreis Südthüringen durch fünf Delegierte sowie durch Dittmar Börner, der als Vorsitzender ohnehin dem TFV-Präsidium angehört. Ihn begleiten noch Manfred Brehm (TSV Blau-Weiß Bedheim), Sebastian Fleischmann (SC 07 Schleusingen), Christian Häusler (SV 08 Steinach), Jens Hirschfeld (FSV 06 Eintracht Hildburghausen) und Reinhard Meusel (SV Isolator Neuhaus-Schierschnitz). Sollte einer dieser Delegierten kurzfristig verhindert sein, benannte der KFA beim Kreisfußballtag am vergangenen Samstag in Gleichamberg Falk Kirchner (SV 1897 Goßmannsrod), André Schmidt (TSV 08 Gleichamberg) als Ersatzdelegierte. fix

 

Die Neuen und die Alten im KFA

 

Gleichamberg – Bis auf die Hinzunahme von André Schmidt (TSV 08 Gleichamberg) und Sebastian Fleischmann (SC 07 Schleusingen) sowie das Ausscheiden von Paul Hecklau (SV 07 Häselrieth) aus persönlichen Gründen bleibt der Kreisfußballausschuss (KFA) Südthüringen auch in der nächsten Periode unverändert.

Das ist das Ergebnis der Wahlen zum Kreisfußballtag am vergangenen Samstag im Landgasthof in Gleichamberg. Damit blieben Überraschungen, wie bereits vermutet worden war, aus. Hier noch einmal alle Namen und Funktionen im Überblick. fix

 

Kreisfußballausschuss Südthüringen, alle Funktionen im Überblick

Vorsitzender: Dittmar Börner (SV EK Veilsdorf)

Stellvertreter: Axel Reder (TSV 08 Gleichamberg), Sebastian Fleischmann (SC 07 Schleusingen)

Vorsitzender/Spielausschuss: Manfred Brehm (TSV Blau-Weiß Bedheim)

Vorsitzender/Jugendausschuss: André Schmidt (TSV Gleichamberg)

Vorsitzender/Schiedsrichterausschuss: Reinhard Meusel (SV Isolator Neuhaus-Schierschnitz)

Kassenwart: Günther Both (TSV 08 Gleichamberg)

Vorsitzender/Breitensportausschuss: Gunter Lindner (SV Empor Heßberg)

Vorsitzender/Qualifizierungsausschuss: Christian Häusler (SV 08 Steinach)

Vorsitzender/Frauen- und Mädchenfußballausschuss: Helmut Höhn (SV 1920 Mupperg)

Vorsitzender/Öffentlichkeitsausschuss: Hans-Jürgen Schmidt (SV Schleusegrund Schönbrunn)

Ehrenamtsbeauftragter: Torsten Ihle (SG 1951 Sonneberg)

Sportgericht/Vorsitzender: Peter Wagenschwanz (SV 1951 Dingsleben), Beisitzer: Jens Hausknecht (1. FC Heinersdorf), Marko Knoth (SV Schleusegrund Schönbrunn), Tino Menzel (TSV Blau-Weiß Bedheim), Frank Schubert (SV Schleusegrund Schönbrunn), Albrecht Wirsing (SV EK Veilsdorf), Dennis Zahl (SV 07 Häselrieth)

Kassenprüfer: Sandra Bernet-Schmidt (FC Blau-Weiß Schalkau), Jan Floßmann (SV 1911Mendhausen), Mark-André Möhring (SV Schleusegrund Schönbrunn)

  

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 16.7.2020
 

Börner drängt auf einen Verjüngungsprozess

Im dritten Anlauf hat’s geklappt. Der Kreisfußballausschuss (KFA) Südthüringen kann seinen Kreisfußballtag, der pandemiebedingt zweimal verschoben wurde, ausrichten.

 

Von Felix Böhm

 

Gleichamberg – Trotz Hygienekonzept und Abstandswahrung: Im Landgasthaus in Gleichamberg fanden die Delegierten – diesmal nur jeweils eine Person pro Verein – beste Bedingungen vor. Damit der verschiedenen Stimmgewichtung, gemessen an der Mitgliederzahl der Vereine, trotzdem Rechnung getragen werden kann, hatten die Delegierten entsprechend viele Abstimmungskärtchen in ihrer Mappe. Die großen Überraschungen blieben aber am vergangenen Samstag aus. Langweilig war es trotzdem nicht, denn die Berichte der KFAVorstandsmitglieder fielen teilweise sehr emotional aus. Mit großer Mehrheit wurde Dittmar Börner vom SV EK Veilsdorf als Vorsitzender wiedergewählt.

Der 68-Jährige bedankte sich bei den Delegierten für das entgegengebrachte Vertrauen und kündigte aber auch an: „Das wird meine letzte Legislaturperiode als Vorsitzender." Der alte und neue Vorsitzende stellte fest, dass die Zeit gekommen sei, einen Verjüngungsprozess in der Führungsetage einzuleiten.  Nicht zuletzt sei für dieses Vorhaben auch die Schaffung eines zusätzlichen Stellvertreters ein Baustein. Denn neben Axel Reder (TSV 08 Gleichamberg), der als Stellvertreter bestätigt wurde, bekleidet nun auch Sebastian Fleischmann (SC 07 Schleusingen) dieses Amt. Fleischmann wurde mit großer Mehrheit ins Gremium gewählt und drückt den Altersdurchschnitt erheblich. Erneut ins Amt gewählt wurde auch Manfred Brehm (TSV Blau-Weiß Bedheim) als Vorsitzender des Spielausschusses.

 

In puncto Nachwuchs wird es allerdings eine Änderung geben: Hans-Jürgen Schmidt (SV Schleusegrund Schönbrunn) macht Platz für André Schmidt (TSV 08 Gleichamberg) und ist zukünftig für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sehr deutlich wies Hans-Jürgen Schmidt auf die Probleme in der Nachwuchsförderung hin, appellierte an die Vereine, ihre Bemühungen diesbezüglich in Qualität und Quantität merklich zu erhöhen. Ansonsten werde das Verschwinden von Mannschaften immer weiter befeuert. Auch mit Kritik am Thüringer Fußballverband hielt er nicht hinterm Berg: Bei 16 TFV-Klausurtagungen des Jugendausschusses sei nicht ein einziges Mal ein Vertreter des TFV-Präsidiums anwesend gewesen. Schmidt beendete seine Ansprache mit den Worten: „Alles für den Amateurfußball. Der Profifußball ist mir scheißegal."

 

Beim Bericht von Schatzmeister Günther Both (TSV 08 Gleichamberg), der auch wiedergewählt wurde, verging dann vielen das Lachen: „Die Gesamtsituation hat sich dramatisch verschlechtert. Der KFA steht vor dem finanziellen Kollaps", so Both, der eigentlich ein grundsolides Ergebnis präsentieren wollte, aber das vergangene Jahr sei mit so vielen Verlusten verbunden gewesen, dass er seinen für März ausgearbeiteten Bericht total überarbeiten musste. Das Nachlassen von Bezuschussungen und zu geringe Sponsoreneinnahmen helfen nicht gerade. Both meinte, dass wohl nichts anderes übrig bleibe, als das Defizit in Form von beispielsweise erhöhten Aktivbeiträgen auf die Vereine umzulegen. „Die Belastung würde dann die treffen, die sich am meisten bemühen", weiß Both als Überbringer der schlechten Nachricht selbst am besten. Nicht zuletzt wegen dieser finanziellen Lage hofft man beim KFA unisono, dass am kommenden Samstag beim TFV-Verbandstag in Erfurt ein Saisonabbruch beschlossen wird. Dass dieser Verbandstag, der über den weiteren Weg des Thüringer Fußballs entscheidet, auch in Gleichamberg schwebte, war logisch. Jeder Redner bezog sich auf diesen Tag und den damit verbundenen Beschluss. Und zumindest in Südthüringen sind sich die Sportfreunde einig, dass nur ein Abbruch die sportlich und finanziell beste Alternative sei.

 

Bis auf die Hinzunahme von André Schmidt und Sebastian Fleischmann, das Ausscheiden von Paul Hecklau und das Stühlerücken bei Hans-Jürgen Schmidt bleibt der KFA auch in der nächsten Periode unverändert. Reinhard Meusel (Neuhaus-Schierschnitz) bleibt Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses, Christian Häusler (SV 08 Steinach) ist zuständig für den Qualifizierungsausschuss, Gunter Lindner (Empor Heßberg) für den Breitensport, Helmut Höhn (SV 1920 Mupperg) für den Frauen- und Mädchenfußball, Peter Wagenschwanz (SV 51 Dingsleben) fürs Sportgericht und Torsten Ihle (SG 1951 Sonneberg) ist Ehrenamtsbeauftragter. Nach gut zweieinhalb Stunden war ein insgesamt harmonischer Kreisfußballtag Geschichte. Einige Sportfreunde nahmen neue Erkenntnisse oder neue Ämter mit ins Wochenende, und wiederum andere nahmen Ehrennadeln mit. Denn, wer sich für den Fußballsport außergewöhnlich verdient gemacht hat, wurde an diesem Tag ausgezeichnet. Herausragend ist da sicher Manfred Brehm zu nennen, der mit der NOFV-Verdienstnadel eine sehr hohe Auszeichnung erhielt. Die Ehrennadel des TFV in Silber erhielten Paul Hecklau (SV 07 Häselrieth), Christian Häusler, Dirk Leis (SV Edelweiß Crock) und Sandro Heinkel (SV EK Veilsdorf). Sebastian Eberlein (TSV Ummerstadt) und Ulf Koch (VfB Fehrenbach) wurden für ihr Engagement mit der TFV-Nadel in Bronze ausgezeichnet.

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 14.7.2020

 

DFB verkündet Leitfaden für den Restart im Amateurfußball

 

Frankfurt/Main – Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit seinen Regional- und Landesverbänden einen Leitfaden für die Rückkehr zum Spielbetrieb im Amateurfußball entworfen. Unter dem Namen „Zurück  ns Spiel" veröffentlichte der DFB am Montag eine Broschüre mit einem Muster-Hygienekonzept, das den Amateurklubs Hilfestellung für einen möglichen Restart geben soll. Die lokalen Bestimmungen in der Coronakrise, die sich innerhalb der Bundesländer unterscheiden, seien bei der Umsetzung des Konzepts jedoch „immer maßgeblich", betonte der DFB. In Thüringen sind ab diesem Donnerstag wieder Sportveranstaltungen im Freien mit bis zu 200 Zuschauern erlaubt. Die Hygieneregeln des DFB umfassen etwa die gängigen Abstandsvorgaben von mindestens 1,5 Metern abseits des Platzes sowie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen Räumen. Auch der Umgang mit Verdachtsfällen auf Covid- 19 ist in dem Konzept geregelt. Das gesamte Sportgelände eines Vereins soll in drei Zonen (Innenraum/ Spielfeld, Umkleidebereich, Publikumsbereich) unterteilt werden.

„Für eine Rückkehr zur Normalität ist es noch zu früh. Aber jede Lockerung bedeutet einen Zuwachs an Lebensqualität. Lassen Sie uns auf diesem Weg weitermachen", schrieben DFB-Präsident Fritz Keller und Vizepräsident Rainer Koch in einem gemeinsamen Vorwort: „Die schrittweise Freigabe des Trainingsbetriebs in ganz Deutschland war ein erster großer Schritt, nun soll die Rückkehr ins Spiel folgen." sid/rd

 www.dfb.de

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 14.7.2020

 

Im Interview: Peter Brenn 1. TFV-Vizepräsident

 

 „Das muss ich mir nicht mehr antun"

 

Oberrohn – Schluss, aus, vorbei: Peter Brenn (69), 1. Vizepräsident des Thüringer-Fußball-Verbandes (TFV), hört auf. Entscheidenden Einfluss auf den angekündigten Rücktritt hatten die Wirrungen und Anfeindungen in Bezug auf die Dauerdiskussion um die Fortführung oder den Abbruch der Saison im Thüringer Fußball. Wir besuchten den Funktionär und einstigen Schiedsrichter daheim in Oberrohn, einem Ortsteil von Bad Salzungen, vor dem mit Spannung erwarteten Außerordentlichen Verbandstag am 18. Juli in Erfurt.

 

Herr Brenn, Fußball-Thüringen gibt in der Öffentlichkeit gerade kein gutes Bild ab. Neben sportlichen Tiefschlägen nervt die Dauerdiskussion um die Fortführung oder den Abbruch der Saison samt der Kassierung gefasster Beschlüsse.

Wie bewerten Sie die allgemeine Lage?

Ja, die großen Vereine des Thüringer Fußballs sind aktuell arg gebeutelt. Bei der Diskussion um Fortführung oder Abbruch ist es wie im normalen Leben: Corona hat die Gesellschaft gespalten. Warum sollte es im Fußball anders sein? Niemand hat mit so einer Pandemie gerechnet, niemand war vorher mit dem Thema konfrontiert. Deshalb ist es auch nicht in den Fußball-Satzungen festgeschrieben. Aber das werden wir beim ordentlichen Verbandstag im Dezember einarbeiten.

 

Wurde in den vergangenen Wochen und Monaten seitens des TFV-Vorstandes manche Entscheidung zu schnell gefällt?

Dittmar Börner (Vorsitzender des Kreisfachausschusses Südthüringen, Anm. d. Red.) war der Erste, der wissen wollte, wie es weitergeht. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, das Webinar veranstaltet und ein eindeutiges Votum von den Vereinen für eine Fortführung erhalten. Daraufhin hat der Vorstand dazu mehrheitlich mit eindeutigem Ergebnis einen Beschluss gefasst.

 

Ein weiterer Vorwurf lautet, Thüringen habe zu stark nach Bayern geschaut und nicht zum NOFV?

Wir haben uns auf Anraten unseres Spielausschussvorsitzenden auch an Bayern orientiert. Und das Ergebnis war das Gleiche: Auch in Bayern wurde für Fortführung gestimmt.

 

Warum hat der TFV erst im Nachgang und folglich sehr spät einen Außerordentlichen Verbandstag einberufen?

In den anderen Verbänden, wo die Mehrheit für Abbruch war, ist das laut Satzung zwingend nötig, da verschiedene Regularien wie Auf- und Abstieg dranhängen. In Thüringen und Bayern wurde dagegen für Fortsetzung gestimmt. Selbst bei einer eigenständigen Abfrage unter den neun KFAs gab es keine Mehrheit für einen Außerordentlichen Verbandstag.

 

Dennoch gibt es jetzt in einer Woche einen Außerordentlichen Verbandstag!

Der SC Weimar hatte beim TFVSportgericht Beschwerde eingelegt, aber der Verband hat gewonnen, weil wir nicht gegen die Ordnung verstoßen haben. Doch Weimar hätte die nächste Instanz gesucht. Über Rechtsanwälte haben wir uns sagen lassen, dass sich in Ausnahmefällen wie bei einer Pandemie das BGB (Bürgerliches Gesetzbuch, Anm. d. Red.) über die Ordnung des TFV stellen kann. Das heißt, ein ziviles Gericht hätte sich über den TFV setzen können. Daraufhin sind wir umgeschwenkt und haben einen Außerordentlichen Verbandstag einberufen.

 

Noch mehr Verwirrung gab es beim Abbruch der Saison im Nachwuchs. Warum hat der TFV-Vorstand seinen bestätigten Beschluss vom 27. Mai, die Spielzeit fortzuführen, einen Tag später kassiert?

Für die Außendarstellung des Verbandes war dieser Vorgang ein Unding. Doch Präsidium und Vorstand hatten am 27. Mai einen anderen Kenntnisstand als unser Präsident. Hätte er alles offengelegt, was im Nachhinein binnen 24 Stunden zur Umkehr geführt hat, wäre die Abstimmung am 27. Mai anders ausgefallen.

 

Wie hat sich TFV-Präsident Wolfhardt Tomaschewski im Nachgang dazu erklärt?

Er hat sich entschuldigt.

 

Stand heute: Wie bewerten Sie die Situation? Sollte die Saison 2019/20 wie beschlossen fortgesetzt oder doch noch abgebrochen werden und im September ein neues Spieljahr beginnen?

Die Situation ändert sich wöchentlich, beinahe täglich. Wir wissen nicht, was im August ist. Im Sinne der Vereine wäre es einfach gut, dass wieder Fußball gespielt wird. Unsere Aufgabe als Verband ist in erster Linie, den Fußball zu organisieren. Unser erster Gedankengang im Vorstand war, dass wir eine neue Saison nicht komplett über die Bühne bekommen. Und zwei Serien in den Sand setzen, ist viel, viel schlimmer.

 

Dennoch: Die Saison 2019/20 ist zu 80 Prozent gespielt, da bleiben noch fünf bis maximal zehn Punktspiele bei Fortführung von September 2020 bis Mai 2021. Das ist nicht viel für die Vereine, gerade unter finanziellem Aspekt?

Ja, das ist richtig. Aber bei Abbruch und Neubeginn ab September würden die Spielklassen größer werden, da es keine Absteiger gibt. Hinzu kommt, dass alle Feiertage am Wochenende sind, es also keine Ausweichtermine in der Woche gibt.

Sollte eine zweite Corona-Welle kommen, wird es fast utopisch. Dann lieber eine Spielzeit vernünftig zu Ende bringen und die verbleibende Zeit für Pokalrunden oder Sonderrunden nutzen.

 

Das sehen viele Vereine aus finanzieller Sicht anders?

Natürlich würden Zuschauereinnahmen fehlen, natürlich fallen den KFAs die Aktivbeiträge weg, doch der TFV ist liquide und wird bei Bedarf helfen. Andererseits sind Spiele in Corona-Zeiten mit Auflagen und Hygienevorschriften verbunden. Das wiederum bedeutet einen finanziellen Mehraufwand für die Vereine.

 

Während des ganzen Wirrwarrs im TFV haben Sie verkündet, bei den Neuwahlen am 12. Dezember nicht mehr zu kandidieren. Warum dieser Entschluss?

Mein Vertrauen in den gesamten Vorstand ist weg. Wenn geheime und persönliche Abstimmungsergebnisse an die Öffentlichkeit gelangen, wie jetzt geschehen, muss ich mir das nach 45 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit und 25 Jahren im TFVVorstand nicht mehr antun. Ja, ich wollte noch eine Periode dranhängen. Aber unter Loyalität verstehe ich etwas anderes. Die Arbeit im Vorstand läuft momentan nicht wie gewünscht, die Lage ist sehr angespannt. Das betrifft aber nicht das erweiterte Präsidium, sondern den Vorstand mit den KFA-Chefs.

 

Das klingt verbittert, enttäuscht. Belastet Sie der ganze Zoff, die Diskussionen?

Nein, das belastet mich nicht mehr. Im Gegenteil: Ich fühle mich wie befreit. Ich habe meine Entscheidung getroffen. Schluss. Aus.

 

Nach so vielen Jahren im Ehrenamt: Was bleibt positiv haften von Ihrem Engagement?

Als 1. Vizepräsident habe ich in meinen verschiedenen Aufgabenbereichen einige Dinge vorangebracht. Zum Beispiel die gelebte Integration, die Stärkung und Ehrung des Ehrenamtes mit zusätzlichen Veranstaltungen über Extra-Sponsoren. Ich denke auch an den Handicap-Fußball, die Meisterschaften der Behindertenwerkstätten oder die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Blindenfußball im August in Erfurt. Fraglich ist momentan noch, ob das Finale auch ausgetragen werden kann. Oder: Wir haben das Präventionskonzept Kinderschutz erarbeitet, das die Rechte von Kindern stärkt, und dafür das Gütesiegel vom Landessportbund erhalten.

 

Wie geht es aus in einer Woche beim Außerordentlichen Verbandstag in Erfurt – Fortführung oder doch noch Abbruch?

Die Situation stellt sich mittlerweile ein Stück weit anders dar als bei unserer ersten Abstimmung. Beides ist denkbar und möglich, die Chancen stehen 50:50. Doch egal, wie abgestimmt wird: Alle sollten das Ergebnis akzeptieren.

 

Interview: Thomas Sprafke

 

Quelle: Freies Wort, Sport vom 11.7.2020

 

Landesregierung erlaubt Sport mit bis zu 200 Zuschauern

 

Erfurt – Thüringen erlaubt ab 16. Juli wieder Sportveranstaltungen im Freien mit bis zu 200 Zuschauern. Eine entsprechende Verordnung wurde am Mittwoch von Thüringens Sportminister Helmut Holter (Linke) unterzeichnet, wie sein Ministerium am Donnerstag mitteilte. Holter hatte diesen Schritt bereits im Vorfeld angekündigt. Die neue Verordnung soll bis Ende August gelten. Voraussetzung für solche Sportveranstaltungen ist aber ein Infektionsschutzkonzept, das vom jeweiligen Gesundheitsamt genehmigt werden muss. Das Konzept soll vor allem kontrollierbare Zu- und Ausgänge vorsehen und Maßnahmen zur Einhaltung eines Mindestabstandes enthalten. Die neue Verordnung enthält auch Lockerungen im Bildungssektor, für den Holter als Minister ebenfalls zuständig ist. So soll Kindern mit Erkältungssymptomen nicht mehr der Zutritt zu Schulen oder Kindergärten verwehrt werden, sondern nur noch bei Covid-19-Symptomen.

 

Außerdem sollen Angebote der Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit, der Jugendsozialarbeit und der ambulanten Erziehungshilfe wieder möglich sein, wenn Infektionsschutzkonzepte vorliegen. In Thüringen wurden am Donnerstag lediglich drei neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. dpa/jwe

 

Quelle: Freies Wort, Sonneberg und Hildburghausen vom 10.7.2020

 

Grüne Karte für Börners nächste Legislatur

 

Wie geht es weiter in der Fußball-Region der Kreise Hildburghausen und Sonneberg? Eine Antwort darauf könnte der Kreisfußballtag am morgigen Samstag liefern.

 

Gleichamberg – Am morgigen Samstag, ab 10 Uhr, findet der Kreisfußballtag des Kreisfußballausschusses (KFA) Südthüringen in Gleichamberg statt. Die Tagesordnung ist pickepackevoll, denn es gibt einiges zu besprechen und zu entscheiden. Damit diese Veranstaltung überhaupt planmäßig stattfinden kann, mussten die Verantwortlichen um ihren Vorsitzenden Dittmar Börner natürlich einige Vorgaben beachten – Corona- Zeiten eben. So wurde die Zahl der Teilnehmer auf maximal 100 begrenzt, und von jedem Verein ist nur ein Delegierter zugelassen. Die Stimme erfährt allerdings wie gehabt entsprechendes Gewicht – je nach Mitgliederzahl des Vereins. Auf überschwängliche Herzlichkeiten sollte natürlich ebenfalls verzichtet werden – in den aktuellen Zeiten aber eigentlich schon ein alter Hut und bei den meisten in Fleisch und Blut übergegangen. Neben einigen formalen Punkten in der Tagesordnung startet der Kreisfußballtag mit Grußworten, Totengedenken, Ehrungen und diversen Berichten der Verantwortungsträger, ehe es an die Beschlüsse und Wahlen geht. Denn es gilt, am Samstagvormittag eine neue KFA-Spitze zu wählen. Mit vielen Änderungen rechnet der Vorsitzende Dittmar Börner nicht. Lediglich Paul Hecklau, der sich bisher die Öffentlichkeitsarbeit auf die Fahnen geschrieben hatte, scheidet aus persönlichen Gründen aus. Hans-Jürgen Schmidt, der Vorsitzende des Jugendausschusses, würde auf dem Posten für den Nachwuchs gerne Platz für einen jüngeren Sportfreund machen, hat sich aber bereit erklärt, weiter im Gremium zu bleiben und Hecklaus Posten zu übernehmen. Für Hans-Jürgen Schmidts vakanten Posten als Vorsitzender des Jugendausschusses würde André Schmidt aus Gleichamberg in den Startlöchern stehen. Darüber hinaus soll es künftig einen weiteren stellvertretenden Vorsitzenden geben. Der werde neu hinzugenommen, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen, erklärt Dittmar Börner. Für das „neue" Amt gilt Sebastian Fleischmann vom SC 07 Schleusingen als „heißes Eisen". Dass sich zum Kreisfußballtag selbst noch weitere Kandidaten melden beziehungsweise zur Wahl stellen, hält Dittmar Börner für unwahrscheinlich.

  

Und da gibt es ja auch noch dieses eine Thema, das derzeit wie ein Damoklesschwert über Fußball-Thüringen schwebt: Saisonabbruch oder Fortführung? Das wird nur eine Woche später beim Verbandstag des Thüringer Fußballverbandes (TFV) entschieden. Natürlich ist dann auch eine Delegation des KFA Südthüringen dabei, um entsprechend der Interessen des Fußballkreises abzustimmen. Eben diese Delegation wird am morgigen Samstag in Gleichamberg ebenfalls gewählt werden. Wie der Spielplan im Falle eines Abbruchs für den Südthüringer Kreisfußball ausgestaltet werden soll, beschließen die Sportfreunde auch gleich an diesem Tag. Es gäbe zwei Varianten, die zur Auswahl stehen, verriet Dittmar Börner. Mit einem alternativen Modell will man beim KFA der Tatsache Rechnung tragen, dass durch den späteren Start und mögliche Pandemie- bedingte Störungen ein etwas flexibleres System wohl das Mittel der Wahl sein sollte. Nach circa drei Stunden – so der Zeitplan – sollten all diese Beschlüsse gefasst, Wahlen ausgezählt und Tagesordnungspunkte abgehalten sein. Mit großen Verzögerungen rechnet Dittmar Börner nicht. Fix 

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg und Hildburghausen vom 10.7.2020
 

„Als ob wir die bösen Buben sind"

 

Sie gelten als die Revoluzzer aus dem Süden: Dittmar Börner und Hans Hörnlein, die beiden langjährigen Bosse der Kreisfußballausschüsse (KFA) Südthüringen und Rhön-Rennsteig. Seit Wochen kämpfen der 67-jährige Hetschbacher und der 73-jährige Suhler für einen Abbruch der Saison 2019/2020. In Erfurt ist man weiter für eine Fortsetzung der alten Spielzeit ab 1. September. Doch es ist Bewegung in die Sache gekommen: Am 18. Juli soll ein Außerordentlicher Verbandstag des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) eine endgültige Entscheidung bringen. Wir sprachen zwei Wochen vor dem Showdown mit den KFA-Chefs.

 

Herr Hörnlein, Herr Börner, der TFV hat, auch auf Ihr Intervenieren, nun doch einen Außerordentlichen Verbandstag einberufen. Sehen Sie sich damit als Gewinner der Dauerdiskussion um Abbruch oder Fortsetzung der Fußballsaison?

Börner: Ich hatte am Ende schon damit gerechnet. Innerlich habe ich mich bestätigt gefühlt, dass ich von Anfang an richtig lag. Wir wurden ja beide – auch teilweise von anderen Vorstandsmitgliedern – verbal angegangen auf Vorstandssitzungen, als ob wir die bösen Buben sind.

Hörnlein: Ein Vorstandsmitglied hat mich belehrt, dass zur Demokratie auch dazugehört, dass man Mehrheitsbeschlüsse zu akzeptieren hat. Das war am 28. Mai. An diesem Tag hat derjenige im Nachwuchs für Abbruch gestimmt; am 27. Mai noch für Fortsetzung. Das Problem ist, dass der Mehrheitsbeschluss nicht auf demokratischem Weg herbeigeführt wurde. Deshalb haben wir gemeinsam diesen Antrag gestellt.

 

Und nun sind Sie die bösen Buben?

Hörnlein: Ich hatte am 11. Juni noch mal die neun KFA-Vorsitzenden angeschrieben, wollte wissen, wie nach den Beschlüssen ihre Meinung ist und habe dafür geworben, für unseren Antrag zu stimmen. Das ist vollkommen legitim. Wir sind gewählt als Vertreter unserer Vereine und da müssen wir auch alle Möglichkeiten ausschöpfen. Einer hat mir geschrieben, ich soll endlich aufhören mit dem ganzen Zeug. Einer schrieb, er ist auf unserer Seite. Am 12. Juni, bekam ich eine Mail vom Präsidenten. Die war alles andere als sachlich. Ich habe geantwortet, dass wir als Vertreter der Vereine die Möglichkeiten ausschöpfen müssen. Und da es seit den Beschlüssen neue Erkenntnisse gibt, muss man es machen, wie in der Politik: Dann muss man eben umschwenken. TFV-Präsident Tomaschewski wirft mir Vertrauensbruch vor. Aber den Vertrauensbruch hat der Verband erst vorgemacht. Der Vertrauensmissbrauch kommt eher vom Präsidium und nicht umgekehrt.

Börner: Thüringen ist der einzige Verband im NOFV, der die Saison noch fortführen will. Der Tenor im TFV-Präsidium war anfangs, dass wir im NOFV alle gleich entscheiden. Nun gibt es schon den nächsten Widerspruch. Wir sind noch bei  Fortsetzung, aber Fahner Höhe wird vor wenigen Tagen als Aufsteiger in die Oberliga gemeldet. Aber sie müssen noch spielen! Das geht gar nicht!

 

Der bayerische Landesverband hat offenbar erheblichen Einfluss auf Thüringen. Auch hier soll die Saison fortgesetzt werden. Gibt es einen Grund, sich so stark an Bayern zu orientieren?

Börner: Es gibt für mich überhaupt keinen Grund, warum man sich an Bayern klammert. Der Spielausschuss- Vorsitzende des Thüringer Fußball-Verbandes, Sven Wenzel, hat am 6. April bei der Telefonkonferenz mit den KFA-Vorsitzenden das Ergebnis seiner Umfrage bekannt gegeben, die er durchgeführt hat: Zwei Drittel der Landesligisten und Landesklassen-Vereine sind für Saisonabbruch. Knappe drei Wochen später plädierte er für Fortsetzung. Wenn das Webinar nicht so in eine Richtung geführt worden wäre, wäre diese Abstimmung nie so ausgefallen. 58 Prozent der Teilnehmenden stimmten so für Fortsetzung. Als wir unmittelbar davor in unserem KFA die Vereine abfragten, haben nur neun Vereine für Fortsetzung gestimmt. Bei der Umfrage des Thüringer Fußball-Verbandes haben plötzlich 17 Vereine aus unserem Kreis dafür gestimmt. Da hat man doch gesehen, in welche Richtung dieses Webinar gelaufen ist!

Hörnlein: Aus meiner Sicht wurden die Vereine vor der Stimmabgabe beeinflusst. Zum Webinar hat der Präsident gesagt, dass es Haftungsfragen geben werde, wenn es nicht zur Fortsetzung kommt.

 

Warum sind Sie als KFA-Chefs so konsequent geblieben? Zwei Tage nach dem Webinar am 2. Mai war doch die Entscheidung des TFV-Vorstands eindeutig: 16 der 19 Anwesenden stimmten für Fortsetzung.

Börner: Ich habe regelmäßig nachgeschaut, wie die anderen Landesverbände abgestimmt haben. Es gab in Deutschland nur drei von 21 Verbänden, in denen die Vereine nicht für Abbruch votierten. Zudem: Rechtlich müssen wir uns – damit keine Klagen kommen – einfach absichern mit einem Außerordentlichen Verbandstag.

Hörnlein: Ich habe mich mit Dittmar zusammengetan, denn nach dem Votum für Fortsetzung gab es bei uns von vielen Vereinen einen Aufschrei. Der Thüringer Fußball- Verband und der Spielausschuss- Chef waren nach der Umfrage im April unter den Verbandsliga- und Landesklasse-Mannschaften ursprünglich ja auch für Abbruch. Doch dann hat man sich doch anders entschieden. Das kann nicht sein!

Börner: Absolut unverständlich für mich ist, dass trotz der Empfehlung eines Rechtsanwaltsbüros noch acht Vorstandsmitglieder bei dem neuen Antrag gegen einen Außerordentlichen Verbandstag gestimmt haben.

 

Warum sind diese Funktionäre so linientreu?

Börner: Es stehen Neuwahlen vor der Tür, verschoben auf den 12. Dezember in Jena. Diese Leute wollen anscheinend nicht anecken beim Präsidium.

Hörnlein: Sie haben auch keine Vereine hinter sich. Wir sind die Vertreter der Vereine.

 

Ist das Tischtuch zwischen Erfurt und den KFAs im Süden nun komplett zerschnitten?

Börner: Es gab immer mal Meinungsverschiedenheiten zwischen den KFAs und dem Präsidium. Die KFAs wurden stets zu  wenig gehört. Meist hat das erweiterte Präsidium die Argumente der Basis abgeschmettert.

Hörnlein: Der Führungsstil ist ziemlich dominant. Die Meinung des Präsidiums tritt schon stärker zum Vorschein als die Meinung der restlichen Vorstandsmitglieder. Aber so hart wie es jetzt ist, war es noch nie.

 

Sind Sie angesichts einer möglichen zweiten Corona-Welle im Herbst nicht in Sorge, bei einem Saisonabbruch gleich zwei Spielzeiten in den Sand zu setzen?

Hörnlein: Diese Möglichkeit besteht durchaus, doch da müssen wir rechtzeitig gegensteuern. Mit meinem KFA werde ich nach dem 18. Juli reden, und dabei auch den Fall diskutieren, falls wir wieder unterbrechen müssen. Noch eine Saison ohne Meister und ohne Aufsteiger machen wir auf keinen Fall.

Börner: Man muss flexibel sein. Falls abgebrochen und neu gestartet wird, haben wir in vielen Spielklassen mehr Mannschaften. Eine Variante wäre, erst eine erste Halbserie im Kreis zu spielen, dann teilen wir auf in Meisterrunde und Abstiegsrunde. Eine zweite Variante hätten wir auch noch: Man könnte mit zwei Staffeln spielen, dann Meisterrunde und Abstiegsrunde. Da lassen wir unsere Vereine entscheiden.

Hörnlein: Auch eine einfache Runde ohne Rückrunde ist möglich – wenn man es vorher bekannt gibt. So hätten alle Vereine die gleichen Bedingungen.

Börner: Wir wollen vorher noch unseren Kreispokal durchführen. Im August wollen wir das Halbfinale spielen. Wie wir es mit dem Finale handhaben, wissen wir noch nicht. Wir wollen natürlich gerne ein paar Zuschauer haben. Das Pokalendspiel war in den letzten Jahren die Haupteinnahmequelle des Kreisfußballausschusses. Da hatten wir zwischen 500 und 1000 Zuschauer.

 

Wie viel Sorgen bereiten Ihnen die fehlenden Einnahmen?

Börner: Das Problem ist groß. Der Schatzmeister des Thüringer Fußball- Verbandes hat schon eine Hochrechnung angestellt: Wenn die Saison fortgesetzt wird, brauchen die KFAs bis zum 30. Juni 2021 vom TFV einen Zuschuss von ungefähr 90 000 Euro.

Hörnlein: Wenn fortgesetzt wird – und es keine neue Saison gibt – gibt es auch keine neuen Aktivbeiträge. Außerdem hast du auch weniger Strafgelder. Ich habe schon Haushaltssperre ausgesprochen. Auch die Vereine haben weniger Einnahmen.

Wenn die Saison zum Beispiel in der Kreisoberliga Rhön-Rennsteig fortgesetzt werden würde, hätten die Mannschaften bis Juni 2021 noch vier Heimspiele. Von welchem Geld willst du dann Nachwuchs fördern oder den Strom fürs Vereinsheim bezahlen? Und wenn es keine neue Saison gibt, wird es auch mit Sponsoren dünn werden.

Börner: Bei Saisonfortsetzung würden die neun KFAs Mindereinnahmen von circa 255 000 Euro haben. Das hat der TFV-Schatzmeister ausgerechnet. Wenn man allein das sieht, müsste beim Außerordentlichen Verbandstag normalerweise dafür gestimmt, dass die Saison neu gestartet wird.

 

Mit Blick in die Zukunft: Wie können TFV-Spitze und Basis künftig wieder enger zusammenrücken?

Hörnlein: Indem die Argumente künftig sachlich ausgetauscht werden und man sich dann trifft irgendwo in der Mitte. Das wäre aus meiner Sicht eine gute Grundlage, um wieder arbeitsfähig zu werden.

Börner: Im September ist eine vertrauensbildende Maßnahme geplant, wo sich der Vorstand mal für zwei Tage trifft – und wieder mehr zusammenfindet und sich das Klima verbessert. Klar ist, so kann es nicht weitergehen.

 

Mit welchem Ergebnis rechnen Sie beim Außerordentlichen Verbandstag am 18. Juli? Fortführung oder Abbruch?

Hörnlein: Mein Bauchgefühl sagt mir, es wird abgebrochen. Dann muss ich aber im Dauerlauf rennen, denn normalerweise plane ich die neue Saison bereits ab Mai. Wir sind jetzt in Zeitnot.

Börner: Ich glaube, die Vernunft siegt am Ende und es wird abgebrochen. Aber es wird ein knappes Ergebnis werden.

 

Und wenn wieder auf Fortsetzung entschieden wird? Startet der Süden Thüringens dann einen autonomen Spielbetrieb?

Börner: Nein, das machen wir nicht.

Hörnlein: Die Entscheidung am 18. Juli – egal, wie sie ausfällt – ist für uns Gesetz. Interview: Thomas Sprafke und Karsten Tischer

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 4.7.2020

  


TFV-Verbandstag im Parksaal in Erfurt

 

Erfurt – Der mit Spannung erwartete Außerordentliche Verbandstag des Thüringer Fußball-Verbandes findet am 18. Juli im Parksaal des Steigerwaldstadions in Erfurt statt. Beginn ist um 9.30 Uhr, das Ende ist für gegen 11.30 Uhr angekündigt. Zu der Veranstaltung werden knapp 100 Delegierte erwartet: 70 Vertreter der neun KFAs, 20 Mitglieder des TFVVorstandes plus je ein Vertreter der Vereine aus den oberen Spielklassen (NOFV, DFB).

 

Kernpunkt des Außerordentlichen Verbandstages, dem obersten Organ des TFV, das normalerweise nur alle vier Jahre zusammentritt, ist laut Einladung die Bestätigung des Beschlusses vom 5. Mai (Fortsetzung Saison 2019/20) unter Berücksichtigung des Beschlusses vom 28. Mai (Abbruch Saison 2019/20 im Nachwuchs) sowie die Bestätigung des Beschlusses vom 28. Mai (Abbruch Saison 2019/20 Nachwuchs). Um die Einberufung des Außerordentlichen Verbandstages hatte es im Zuge dieser Entscheidungen des TFV-Vorstandes heftige Diskussion gegeben. Der TFV-Vorstand nahm zunächst Abstand davon, rückte nach Beschwerden seitens der KFA Südthüringen und Rhön-Rennsteig sowie drohender rechtlicher Auseinandersetzungen davon wieder ab. Da mittlerweile die Mehrzahl der Landesliga- Vereine und Landesklassen- Vertreter laut einer Umfrage für einen Abbruch der Saison votieren, ist es durchaus denkbar, dass die Saison doch noch abgebrochen wird. Ts

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 2.7.2020

 

SC Weimar sieht sich bestätigt

 

Weimar – Der SC 03 Weimar zieht seinen Einspruch gegen den Beschluss des Vorstandes des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV), die Saison im Seniorenbereich fortzusetzen, zurück. Der Grund: Der Verband setzte mit der Einberufung eines Außerordentlichen Verbandstages am 18. Juli eine Forderung des SC 03 um. Man begrüße diese Entscheidung, erklärten die Weimarer. So finde die Debatte über die Folgen der Coronapandemie an der richtigen Stelle statt, verortet im direkten Diskurs der Thüringer Vereine: „Nur im Rahmen eines Außerordentlichen Verbandstages bietet sich die Möglichkeit, alle wichtigen und zukunftsweisenden Fragen zur Weiterführung oder Abbruch der Saison innerhalb des Verbands zu diskutieren und abzustimmen." Rd

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 30.6.2020

 

Freundschaftsspiele ab Mittwoch möglich

 

Suhl – Langsam, aber sicher kehrt im Thüringer Fußball ein kleiner Hauch von Normalität ein. Zwar ist an einen geregelten Punktspielbetrieb im Amateurbereich noch nicht zu denken, doch immerhin sind ab 1. Juli wieder Freundschaftsspiele ohne Zuschauer möglich. Die derzeit gültige Corona-Verordnung des Freistaates erlaubt es den Sportvereinen, sowohl Trainings- als auch Testspiele unter Ausschluss von Publikum durchzuführen. Das Präsidium und der Spielausschuss des Thüringer Fußball-Verbandes sowie die KFA-Vorsitzenden verständigten sich infolgedessen gemeinsam darauf, dass ab Mittwoch Freundschaftsspiele stattfinden können. Dabei muss der Gastgeber sicherstellen, dass die örtlichen Behörden die Durchführung erlauben und dass sämtliche Infektionsschutzvorgaben eingehalten werden. Rd

  

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 29.6.2020

 


Was ist richtig, was ist falsch ?
 

Von Ulrich Klemm

Nein, mit Ruhm hat sich der Thüringer Fußball-Verband (TFV) in den zurückliegenden Wochen nun wahrlich nicht bekleckert. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln – die zugegebenermaßen schwierige Entscheidungsfindung über den Abbruch oder die Fortsetzung der Saison verlief in Zeiten der Corona-bedingten Unsicherheit wenig überzeugend. Dies gilt besonders für den Nachwuchsbereich, wo man binnen 24 Stunden die Pferde wechselte und von Fortsetzung auf Abbruch umschwenkte. Andererseits hat niemand eine Patentlösung parat, denn die Weiterentwicklung der Pandemie lässt sich nicht vorhersagen. Die Fortsetzung der Spielzeit 2019/20 ab September könnte scheitern, wenn die Corona- Fallzahlen zu diesem Zeitpunkt wieder gravierend ansteigen. Würde das aktuelle Spieljahr abgebrochen und im Herbst die neue Saison gestartet, könnte die befürchtete zweite Pandemie- Welle möglicherweise dafür sorgen, dass auch die Serie 2020/21 nicht bis zum Ende gespielt wird. Unsere Zeitung fasst die bisherigen Entwicklungen im Thüringer Fußball- Streit zusammen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Ausgangslage

Am 13. März kam das Stoppzeichen. Aufgrund der Corona-Pandemie ruhte ab diesem Tag der Spielbetrieb im Thüringer Fußball, die Saison wurde unterbrochen. Schon bald keimte die Diskussion über das weitere Vorgehen auf. Die Meinungen waren geteilt, die Stimmung schwankte zwischen Abbruch und Abwarten. Wochenlang stocherten die Vereine im Nebel, bis der TFV am 5. Mai verkündete, die Saison bis zum 31. August auszusetzen und ab dem 1. Spetember fortzuführen. Diese Verlautbarung basierte auf einer Abstimmung der Vereine, die sich nach TFV-Angaben mit einer Mehrheit von rund 58 Prozent für die Saisonfortsetzung ab Herbst aussprachen, sofern es die behördlichen Verordnungen erlauben.

 

Nachwuchs als Streitfall

Der Beschluss, die Saison zu unterbrechen, galt zunächst auch für den Nachwuchsspielbetrieb. Interessanterweise hatte jedoch der Jugendausschuss des TFV völlig andere Vorstellungen  und reichte den Antrag ein,die Vorgehensweise zu revidieren. Dies lehnte der TFV-Vorstand auf einer Tagung am 27. Mai rundweg ab, um nicht einmal einen Tag später die Kehrtwende zu vollziehen. Plötzlich war von einer „signifikant anderen Ausgangslage" die Rede. Der TFV berief sich auf Entwicklungen beim Bayerischen Fußball-Verband, wo sich eine Tendenz zum Abbruch in den Nachwuchsspielklassen abzeichnete. Somit wäre Thüringen der einzige DFB-Landesverband gewesen, in dem eine Fortsetzung der Saison im Nachwuchs erfolgt wäre. Eine überzeugende Begründung für den radikalen Schwenk fehlt bis heute. Hinter vorgehaltener Hand ist von Problemen mit dem DFB-net die Rede. Diese Datenbank ist die Grundlage für die Erstellung der Spielformulare – und sie ist technisch offenbar nicht dafür ausgelegt, eine Saisonverlängerung über den 30. Juni hinaus zu erfassen, zumal an diesem Stichtag viele Nachwuchsfußballer aufgrund der Altersklassenregelungen in eine neue Jahrgangsstufe wechseln.

 

Wachsender Unmut

Die Nachwuchs-Kehrtwende stand und steht dem TFV nicht gut zu Gesicht. Daniel Rudloff vom Vorstand des FC Eisenach machte seinem Unmut in einem offenen Brief an TFVPräsident Wolfhardt Tomaschewski Luft: „Auf was sollen wir uns als Vereine verlassen können? Wie sollen Planungen aussehen? Sollen wir bei jeder Entscheidung erstmal zwei Tage warten, ob diese Bestand hat?" Mit dieser Meinung steht Rudloff nicht alleine da. Im Gegenteil, denn auch aus dem Erwachsenenbereich intensivierten sich die Rufe nach einem Saisonabbruch. Lars Sänger vom Erfurter Verein Sport-Freunde Marbach brachte eine entsprechende Petition auf den Weg. Neun Klubs aus der Männer-Thüringenliga, die bereits frühzeitig für einen Saisonabbruch votiert hatten, meldeten sich mit einer gemeinsamen Erklärung zu Wort und bemängelten, dass eine ergebnisorientierte Kommunikation mit der TFV-Führung nicht zustande gekommen sei. In dem Schreiben unter der Überschrift „Saisonabbruch jetzt!" ist von einer „katastrophalen Situation" die Rede, in der sich der Thüringer Fußball befinde. „Es werden Beschlüsse gefasst, revidiert, Erklärungen abgegeben, Spekulationen angeheizt. Einigkeit in den Gremien des TFV – Fehlanzeige!"

 

Reaktion des Verbandes

Beim TFV vernahm man diese Stimmen sehr wohl, berief sich jedoch auf die Mehrheitsentscheidung der Vereine vom 5. Mai. Allerdings dämmerte es den Verantwortlichen, dass sie sich auf dünnem Eis bewegen, zumal erste Klubs mit der Einlegung von Rechtsmitteln drohten. So lässt sich wohl auch das Einlenken hinsichtlich des Außerordentlichen Verbandstages erklären. Dieser sollte am 20. Juni stattfinden und war zunächst Corona-bedingt in den Winter verschoben worden. Angesichts des allgemeinen Murrens kam der TFV-Vorstand am vorigen Samstag jedoch zum Entschluss, die Friedenspfeife anzuzünden und den Verbandstag nun auf den 18. Juli zu legen. „Die Tagesordnung, die dafür zu beschließen war, sieht unter anderem vor, den Beschluss vom 05.05.20 (Fortsetzung der Saison 2019/20) unter Berücksichtigung des Beschlusses vom 28.05.20 (Saisonabbruch im Nachwuchs) zu bestätigen und Ordnungsänderungen auf den Weg zu bringen", heißt es in einer TFV-Stellungnahme. Diese wurde kurz nach ihrer Veröffentlichung um folgenden Nachsatz ergänzt: „Natürlich ist dabei auch ein Abbruch möglich."

 

Fazit

Wie auch immer letztlich entschieden wird – das Tischtuch zwischen dem Verband und den Vereinen hat große Risse bekommen. Die Kritik am Hin und Her des TFV ist absolut nachvollziehbar und auch berechtigt. Andererseits existiert ein Mehrheitsbeschluss für die Saisonfortführung. Das verbindende Element zwischen den Konfliktparteien ist die Unsicherheit über den Fortgang der Pandemie. Egal, was die Klubs wollen oder was der TFV beschließt – kommt es erneut zu Corona-Ausbrüchen wie im März, rollt kein Ball mehr. Also: Was ist richtig, was ist falsch? Diese Frage lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beantworten.

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 27.6.2020

  


Angemerkt

Kalte Füße

 

Von Thomas Sprafke

 

Also doch: Der Vorstand des Thüringer Fußball-Verbandes hat für den 18. Juli einen Außerordentlichen Verbandstag einberufen.

 

Dies geschah einzig und allein auf Druck der Basis, nachdem die Verbands- Oberen lange Zeit davon Abstand nahmen. Selbst das TFVSportgericht lehnte jüngst eine Beschwerde dazu ab. Nun aber bekommen die Funktionäre anscheinend erneut kalte Füße, weil eben nur ein Außerordentlicher Verbandstag bei Uneinigkeit gravierende Entscheidungen wie die Fortsetzung einer Saison wegen der Corona-Pandemie beschließen kann. Überdies: 19 von 21 Landesverbänden haben für einen Abbruch der Saison plädiert – am Wochenende auch Hessen und Berlin – nur Bayern und Thüringen (noch) nicht. Es ist ein Bild von Inkompetenz, passend zum Niedergang des Fußballs hierzulande, dass die TFV-Führungsriege in Corona-Zeiten abgibt. Zunächst brachte sie die Basis mit einem fragwürdigen Webinar auf Linie, die anschließend für den Fortgang der Saison stimmte. Nachdem speziell die Nachwuchs-Riege dagegen intervenierte, eine Petition verfasste und selbst der eigene TFV-Jugendausschuss offiziell die Beendigung der Spielzeit zum 30. Juni beantragte (über 70 Prozent der Vereine waren dafür), zuckten die Bosse zunächst nur mit den Schultern und lehnten dies beinahe einstimmig ab. Um einen Tag später (!), in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesverband und einer „signifikant anderen Ausgangslage" auf Abbruch zu entscheiden. Jene Kalte- Füße-Blitzkehrtwende quittierte die Basis von Thüringens mit Abstand größtem Dachverband mit seinen fast 97 000 Mitgliedern nur mit Kopfschütteln und bissigen Kommentaren. Ganz egal, ob der Außerordentliche Verbandstag in vier Wochen weiterhin für die Fortsetzung der Saison plädiert oder doch noch auf Abbruch entscheidet: Offene Selbstkritik, ja eine Entschuldigung für all die Irrungen und Wirrungen seitens der TFV-Spitze sind längst überfällig.

Denn mit fragwürdigen Entscheidungen, fehlendem Demokratieverständnis und mehrfachem Zurückrudern haben die Funktionäre jüngst viel Vertrauen verspielt. Sehr viel Vertrauen sogar.

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 22.6.2020

 

Verlängerung im Fußball-Zoff
 

Saisonfortsetzung oder nicht? Das ist nach wie vor die am heißesten diskutierte Frage in Fußball-Thüringen. Doch eine Lösung scheint nunmehr in Sicht. An einem Samstag im Juli soll die Diskussion endlich abgepfiffen werden.

 

Von Carsten Jentzsch

 

Erfurt – 90 Minuten plus 180. Dabei schien das Spiel eigentlich schon längst beendet. Zuletzt wurde die Fortsetzung der Saison im Thüringer Fußball-Land Anfang Mai auf der Homepage des Thüringer Fußballverbandes (TFV) nochmals konsequent verteidigt. Doch das Ergebnis nach viereinhalb Stunden Sitzung des TFV-Vorstandes am vergangenen Samstag in der Landessportschule Bad Blankenburg lautet: Verlängerung. Oder anders formuliert: Die Saison 2019/2020 kann immer noch abgebrochen werden, kommt es doch nunmehr am 18. Juli zu einem Außerordentlichen Verbandstag.

Den hatten all diejenigen, die gegen eine Saisonfortsetzung waren, in den vergangenen Wochen immer wieder lautstark gefordert. In den sozialen Netzwerken, doch auch in direkt an den TFV gerichteten Schreiben wurde Druck auf die Führung um Präsident Wolfhardt Tomaschewski gemacht. Doch weder der wachsende Druck, noch die von der Gegenseite vorgebrachten Argumente, die gegen eine Fortsetzung der aktuellen Spielzeit sprechen, seien laut TFV-Vizepräsident Peter Brenn ausschlaggebend für ein Umdenken gewesen. Nichtsdestotrotz votierten zuletzt elf von 19 Stimmberechtigten in einer geheimen Abstimmung für die Einberufung eines Außerordentlichen Verbandstages. „Der wesentliche Punkt sind die vom SC 1903 Weimar dargelegten Möglichkeiten im BGB (Anm. d. Red.: Bürgerliches Gesetzbuch) ", erklärt Brenn und spielt dabei auf zivilrechtliche Konsequenzen an. Man habe zwar regelkonform gehandelt, doch aufgrund der vorhandenen Pandemie gebe es einen außergewöhnlichen Fall, der den Anlass eines solchen Verbandstages durchaus rechtfertige. „Die Verbandsspitze entschloss sich nach nochmaliger Prüfung des Gesamtsachverhaltes mehrheitlich zu diesem Schritt, wobei man auch anwaltlichen Empfehlungen folgte", heißt es darüber hinaus in einer Pressemitteilung des TFV.

 

Deutliche Sprache

Mit etwas Verspätung begann die Sitzung des TFV am vergangenen Samstag. Zuvor wurden TFV-Präsident Tomaschewski weitere Petitionen und Papiere, unter anderem vom Vereinsbündnis der Thüringenliga- Teams entgegen gebracht. In diesem wird das aktuelle Stimmungsbild in der Thüringenliga sowie in den drei Staffeln der Landesklasse in Sachen Saisonabbruch und Saisonfortsetzung aufgearbeitet. Demnach plädieren aktuell nur zwölf Prozent der Thüringenliga, kein einziger Verein der Landesklasse Staffel 1, 20 Prozent der Landesklasse 2 und 19 Prozent der Landesklasse 3 für eine Saisonfortsetzung. „Es lohnt sich definitiv zu kämpfen. Das Ergebnis zeigt, dass wir von Anfang auf der richtigen Spur waren", freut sich Dittmar Börner, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses (KFA) Südthüringen, der gemeinsam mit Rhön-Rennsteig-Boss Hans Hörnlein bereits im Mai einen Antrag auf einen Außerordentlichen Verbandstag gestellt hatte. Virtuell oder nicht?

Für die erneute Verlängerung im Thüringer Fußball-Zoff gibt sich Börner optimistisch. So spreche das Meinungsbild in den Ligen und Staffeln eine mehr als deutliche Sprache. „Ich bin hinsichtlich eines Saisonabbruchs sehr zuversichtlich", sagt er, räumt jedoch auch ein, dass man sich nie ganz sicher sein könne, wie sich die Mehrheit der Delegierten an diesem mit Spannung erwarteten Juli-Samstag positioniert. Den Außerordentlichen Verbandstag wie zuletzt auch bei anderen Landesverbänden gehandhabt in virtueller Art abzuhalten, stieß mit Hintergrund des umstrittenen Webinars Anfang Mai auf harsche Kritik, heißt es aus dem näheren Umfeld des TFV. Vizepräsident Peter Brenn zufolge wird derzeit geprüft, inwieweit ein Verbandstag mit über 100 Delegierten von Angesicht zu Angesicht zu diesem Zeitpunkt überhaupt möglich ist. Ein früherer Zeitpunkt des Außerordentlichen Verbandstages wäre durchaus möglich gewesen, allerdings kam man dem KFA Südthüringen, der an besagtem Wochenende – 11. Juli – seinen Kreisfußballtag ausrichtet, entgegen. Der Termin hierfür steht schon seit längerer Zeit fest.

 

Der Wunsch von Noch-Präsident Tomaschewski, der so heißt es unabhängig von Corona und den derzeitigen Geschehnissen im Thüringer Fußball, auf dem ursprünglich geplanten Verbandstag am 20. Juni, nicht wieder kandidieren wollte, auf dem Außerordentlichen Verbandstag eine Wahl mit einzugliedern, ist Brenn zufolge mehrheitlich abgelehnt worden. Wolfhardt Tomaschewski solle dann „ordentlich" auf dem ordentlichen Verbandstag im Dezember verabschiedet werden, soll eines der Argumente gewesen sein, berichtet Brenn. Von anderer Seite heißt es, dass jetzige Präsidium solle, solange die durch Corona bedingten Probleme im Thüringer Fußball nicht vollends geklärt sind, zusammen bleiben. In finanzieller Hinsicht sind die langfristigen Auswirkungen Schatzmeister Harry Wießner zufolge noch nicht absehbar. Die Liquidität des Verbandes sei jedoch kurz- und mittelfristig sichergestellt. Dabei verwies er auf die guten Ergebnisse der Haushaltsjahre 2018 und 2019.

 

Unter dem Punkt Verschiedenes ging es um den möglichen Punktspielbeginn, der so TFV-Spielobmann Sven Wenzel womöglich nicht vor dem 1. September stattfinden könne. Jetzt seien jedoch wieder Freundschaftsspiele möglich. Dabei betonte er jedoch, dass diese nur ohne Zuschauer und nach Erarbeitung eines entsprechenden Hygienekonzeptes möglich sind.

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 22.6.2020

  


Alle anderen Verbände sind für Abbruch

 

Die Reihen neben Thüringen und Bayern lichten sich immer mehr. So ist in fast allen Bundesländern die Saison in sämtlichen Amateurspielklassen bereits abgebrochen. Am vergangenen Samstag hatte der Hessische Fußballverband (HFV) die Saison auf einem Außerordentlichen Verbandstag offiziell abgebrochen. „Die Entscheidung, die Saison der hessischen Amateurligen aufgrund der bekannten Einschränkungen durch die Verbreitung des Coronavirus vorzeitig zu beenden, ist – diskutiert und vorbereitet in den Kreisen und Regionen – auf unserer höchsten demokratischen Ebene gefallen", sagte HFV-Präsident Stefan Reuß. Die Entscheidung war von der überwiegenden Zahl der Mitglieder begrüßt worden. 287 Delegierte hatten sich virtuell an der Veranstaltung beteiligt. Am gleichen Tag stimmte auch der Berliner Fußball-Verband (BFV) auf einem virtuellen Verbandstag für einen Abbruch der Saison. In der Abstimmung sprach sich eine einfache Mehrheit der Vereine (68 von 123) für eine Wertung der Tabelle bei den Männern vom 12. März sowie eine mögliche Quotientenregelung aus. In der Berlin-Liga steigt demnach der SFC Stern 1900 in die Oberliga auf, Absteiger gibt es keine, die Ligen werden aufgestockt. Auch im restlichen Fußballdeutschland ist der Saisonabbruch mehr oder weniger beschlossene Sache. So hapert es beispielsweise beim Hamburger oder beim Niedersächsischen Fußballverband nur noch an formalen Dingen. Am vergangenen Wochenende ebenfalls bestätigt wurde der Saisonabbruch der Fußball-Regionalligen in Nordrhein-Westfalen. Diese Entscheidung trafen die Delegierten des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) auf dem virtuellen Verbandstag am Samstag in Duisburg mit einem mehrheitlichen Votum. Laut Beschluss wird es in der Regionalliga West in dieser Saison keine Absteiger geben, die Staffel wird für die kommende Spielzeit entsprechend aufgestockt. Berechnet nach der Quotientenregelung meldet der WDFV den SC Verl als West-Vertreter für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig. Der SV Rödinghausen hatte als Tabellenerster keinen Antrag auf Zulassung für die 3. Liga gestellt.

 

Wie es mit dem Thüringer Fußball im Erwachsenenbereich weiter geht, wird der Außerordentliche Verbandstag am 18. Juli zeigen. Die Saison im Nachwuchs wurde dagegen vor Kurzem abgebrochen. Unter anderem spielten Probleme in der Datenbank des Deutschen Fußballbundes, die eine potenzielle Fortsetzung der Saison mit sich bringen würde, eine Rolle, weshalb der TFV von der bereits beschlossenen Saisonfortsetzung Abstand genommen hatte – einen Tag nachdem er den Abbruch noch bekräftigt hatte. dpa/sid/rd

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 22.6.2020

 


Dem „roten Bereich" ein Stückchen näher

 

Der durch die Corona-Pandemie nötige Stopp aller Veranstaltungen – auch im Sport – hat auch Auswirkungen auf das Finanzgebahren der Vereine. Drei Beispiele aus der Region.


Von Lars Fritzlar


Sonneberg – Kein Sport, keine Wettkämpfe, vor allem keine Heimspiele – im Fußball, im Handball, im Volleyball. Da liegt es auf der Hand anzunehmen, dass die kleineren, die ganz „normalen" Vereine in der Region, die auf Einnahmen aus den Heimspielen durch Verkauf von Eintrittskarten, Getränken und Bratwürsten angewiesen sind, in eine finanzielle Notlage geraten. Auch besteht Grund zu dem Verdacht, dass Sponsoren – meist kleine Betriebe und Selbstständige – während der Pandemie selbst mit finanziellen Engpässen zu kämpfen haben und ihre Zuwendungen streichen oder zumindest kürzen könnten. Fehlt den Gönnern doch durch den Wegfall jeglicher Sportveranstaltungen auch die gewollte (positive) Außendarstellung – sei es auf Werbebanden oder Sportbekleidung. Ja, nicht mal ein Training in größeren Gruppen und damit die Präsentation der Förderer auf Trainingsanzügen ist derzeit hierzulande nicht oder nur ansatzweise möglich.

Doch die Befürchtungen der Sportvereine sind noch nicht eingetreten. Durchweg betrachtet, bereitet den Vereinen aber zweifelsohne der Blick auf den Kontoauszug Kopfschmerzen; in ernsthafte finanzielle Not scheinen aber die Befragten nicht geraten zu sein. Das hat mehrere Ursachen. Zum einen wirtschaften Vereine mit gewachsenen Strukturen seit Jahren, seit Jahrzehnten sogar, sehr weitsichtig. Da wird ein Haushaltsplan meist nicht „auf Kante" kalkuliert; ein kleine Reserve immer eingeplant. Andererseits haben die meisten Vereine während des Zwangsstopps auch weniger Ausgaben. Im Fußball beispielsweise müssen die Schiedsrichter zurzeit nicht bezahlt werden. Die Unterhaltskosten für die Vereinsheime fallen auf ein Minimum, da weniger Betrieb beispielsweise auch weniger Heizkosten (für Umkleidekabinen, Duschen etc.) nach sich ziehen. Und nicht zu unterschätzen ist auch die Tatsache, dass Amateurvereine im „Sumbarcher Ländle" kaum extreme hohe Fixkosten zu tragen haben wie beispielsweise die Bezahlung eines Profis, eines fest angestellten Trainers oder die Tilgung eines großen Kredits. Die Auswertung zeigt aber auch: Grund zum Jubeln hat keiner der Befragten, denn es wird knapper in den Kassen – so viel steht fest.

 

Steffen Haupt, der Vorsitzende des SC 06 Oberlind, geht da schon mal ins Detail und rechnet vor: „Du musst rechnen, ein Fußballspiel hat schon mal grundsätzlich laufende Kosten – beispielsweise für die Schiedsrichter. Und dann kommt es noch darauf an, woher die Schiedsrichter kommen", erklärt Haupt und überschlägt weiter: „Es hängt auch davon ab, wie viele Zuschauer wir haben. Und manchmal werden die Kosten auch von den Eintrittsgeldern gedeckelt." Für den Oberlinder Vereinschef ist das Geld aus den Heimspielen wichtig, aber nicht das einzige, das der Verein „erwirtschaftet". Klar gäbe es noch zusätzliche Einnahmen, die auch direkt in die Vereinskasse fließen würden; den Anteil – gemessen am Gesamtetat – kann er aber nur schätzen. Verluste, wenn man das so sagen darf, mache der Verein indes durch das Veranstaltungsverbot, denn der SC 06 Oberlind nutzt auch Feiertage wie beispielsweise den Männertag, um Einnahmen zu generieren. Auch Großveranstaltungen wie das Kinder- und Sportfest Anfang Juli füllten sonst das Geldsäckel des Kassenwarts. Heuer fiel dieses Event, an dem so viele Vereine des Ortsteils mitwirken, der Pandemie zum Opfer. „Das ist schon ein erheblicher Teil", meint Haupt, der die Einnahmen aus diesem Spektakel nicht genau beziffern könne. „Da waren sonst die ganze Ortschaft und viele Nachbarvereine auf dem Platz", schwärmt der Vereinsboss, holt tief Luft und spricht mit leiser Stimme weiter: „Es ist nicht nur der finanzielle Verlust, der uns wehtut, sondern auch der ideelle Wert dieser Veranstaltung." Haupt will aber nicht jammern, denn der Verein „kämpft nur deshalb noch nicht um seine Existenz, weil wir in den letzten Jahren einfach gut gewirtschaftet haben". Von angespartem Reichtum könne aber keinesfalls die Rede sein. Haupt verdeutlicht: „Jeder Tag, der die Krise länger dauert, bringt uns näher an die Existenznot. Wir bekommen keinen Überziehungskredit", betont der Oberlinder und weiß Abhilfe: „Schön, wenn sich die Politik auch mal um Vereine ohne Festangestellte kümmern würde. Diese sind am Verhungern." Zugesagte Hilfen hält er für  „nichts Halbes und nichts Ganzes", denn „was kommt denn von der halben Million für ganz Thüringen beim Verein an? – Nicht viel." Wie bei vielen Sportvereinen, so hofft auch Steffen Haupt, dass bald wieder normal Fußball gespielt werden und man auch das Kinderfest nachholen darf – „irgendwann im Herbst". Natürlich dann mit hoffentlich vielen Zuschauern, denn „Geisterspiele wie in der Bundesliga würden uns noch mehr schädigen als keine Spiele. Geisterspiele wären ein Todesstoß für uns."

 

In die selbe Kerbe haut auch Tino Schwesinger, Vorsitzender des SC 09 Effelder. „Je länger die spielfreie Zeit andauert, um so höher ist die Gefahr, dass wir in eine finanzielle Schieflage geraten", meint er und ergänzt: „Wir können ja auch keine Feiern im Sportlerheim wie Geburtstage oder Schuleinführungen abhalten. Unser Sportlerheim macht, grob geschätzt, mehr als 50 Prozent unserer Einnahmen aus – von Zuwendungen der  Sponsoren mal abgesehen." Im Normalfall – also während der Fußball-Saison – kamen die Einnahmen aus den oft gut besuchten Heimspielen „nach Abzug aller Nebenkosten allen Abteilungen zugute, auch dem Tischtennis und dem Eltern- Kind-Turnen", betont Schwesinger. Doch diese „Quelle" ist derzeit versiegt. Da man aber auch beim SC 09 gut gewirtschaftet habe, scheint die finanzielle Lage derzeit noch nicht im „roten Bereich" zu liegen. „Aktuell versuchen wir eben,  über die Runden zu kommen. Wirwollen aber Hilfe bei der Aufbaubank  beantragen, um zumindest die Nebenkosten zu deckeln. Und dann hoffen wir halt, dass es im September wieder weitergeht", gibt sich Schwesinger trotz der angespannten Lage optimistisch. Auch er hält von Geisterspielen nicht viel. „Wir haben das mal in der Abteilungssitzung angesprochen. Da hast du ja als kleiner Verein nur Kosten und keine Einnahmen. Auch wüsste ich nicht, wie das mit dem Sicherheitsabstand funktionieren soll", fragt sich der Vorsitzende und resümiert. „Darüber machen wir uns nicht ernsthaft Gedanken."

 

Uwe Stark, Jugendleiter beim TSV 1884 Germania, Sonneberg-West, warnt: „So eine lange Pause ist gefährlich für die Vereine und den gesamten Spielbetrieb." Vereine in der Region leben alle „von der Hand in den Mund". Stark sieht aber auch die Kehrseite und analysiert: „Doch es fallen ja auch Kosten weg." Man verbrauche zum Beispiel weniger Strom. „Die Frage ist doch: Welche Fixkosten hat man? Was bekomme ich nicht weg – zum Beispiel Telefon und Versicherung? Der Ausweg – auch für Stark: „Gut, wenn man sparsam wirtschaftet." Der Bettelhecker hält die Situation für gefährlich, aber noch nicht existenzbedrohend. Wehmut klingt dennoch in seinen Worten: „Wir sind Amateure und machen das aus Spaß. Wir wollen kicken und ein gutes Vereinsleben."

Die Sehnsucht nach einem ordinären, stinknormalen Fußballspiel mit Gleichgesinnten wird zusehends größer, überall unter den Befragten – egal ob auf einem Acker, egal ob als Aktiver oder Zuschauer, egal bei welchem Wetter. So einfach wäre Sport – eigentlich. Doch so kompliziert ist Sport derzeit.

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 19.6.2020

 


Sporthallen-Öffnung in Prüfung
 

Umsetzung der neuen Thüringer Verordnung für den Sportbetrieb

 

Am heutigen Tag tritt die Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Kindertageseinrichtungen, Schulen und für den Sportbetrieb in Kraft. Das Landratsamt Sonneberg prüft analog die Öffnung der Sport- und Turnhallen des Kreisgebiets.

 

Die Regelungen der neuen Thüringer Verordnung über die Infektionsschutzregeln zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in Kindertageseinrichtungen, Schulen und für den Sportbetrieb (ThürSARS-CoV-2-KiSSP-VO) erlauben den organisierten Sportbetrieb, das heißt den Vereins- und Mannschaftsport, in allen öffentlichen und nicht öffentlichen Sportanlagen sowie im Freien, insofern ein sportartspezifisches Infektionsschutzkonzept vorliegt.

  

Infolge können Training und Wettkämpfe im organisierten Sportbetrieb nach abschließender Prüfung eines Hygienekonzeptes wieder stattfinden. Die Öffnung der landkreiseigenen Sport- und Turnhallen wird unverzüglich mit dem zuständigen Schulverwaltungsamt und dem Hoch- und Tiefbauamt evaluiert.

 

Derzeit ist noch nicht geklärt, wie eine ausreichende Be- und Entlüftung laut § 22 Absatz 1 der neuen ThürSARS-CoV-2-KiSSP-VO in Verbindung mit § 5 Absatz 3 der auch seit heute gültigen ThürSARS-CoV-2-IfS-GrundVO gewährleistet werden kann.

  

Der organisierte Sportbetrieb unter freiem Himmel ist, soweit möglich, dem in geschlossenen Räumen vorzuziehen. Die Außenanlagen des Kreisgebiets sind ohne Einschränkung nach geprüfter Vorlage eines vereins- und sportartspezifischen Infektionsschutzkonzept nutzbar, welche sich nach den Vorgaben des jeweiligen Sportfachverbands richtet.

 

Diesbezüglich strebt der Krisenstab einen engen Austausch mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Städte und Gemeinden des Landkreises Sonneberg an.


Quelle: https://www.kreis-sonneberg.de/ vom 15.6.2020
 

LSB begrüßt Lockerungen im Sportbetrieb

 

Erfurt – Mit der seit Samstag (13. Juni) gültigen Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus darf in Thüringen wieder praxisnaher Vereinssport angeboten und getrieben werden – an der frischen Luft sowie in Sportstätten.

Eine wichtige Lockerung ist die Wiederaufnahme von Wettkampfsport sowie die Durchführung von Kontakt- und Mannschaftssport – stets unter größtmöglicher Beachtung der gültigen Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Oberste Prämisse ist weiterhin die Verringerung des Infektionsrisikos. „Es war wichtig, dass die weiteren allgemeinen Lockerungen auch auf den Sport übertragen wurden. Nach über drei Monaten Verbot können nun wieder Kontakt- und Mannschaftssportarten praxisnah ausgeübt werden", freut sich LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel über die weitergehenden Möglichkeiten für die Thüringer Sportvereine und -verbände. Auch die Öffnung von Umkleiden ist wieder möglich – immer unter Einhaltung der Hygienevorgaben.

 

Wettkämpfe möglich

„Lebensrettend kann die Öffnung von Hallenbädern sein", verweist Zirkel besorgt auf deren lange Schließung und hofft auf deren tatsächliche Öffnung. Eine Zeit, in der Kinder nicht die Möglichkeit hatten, im Sportunterricht schwimmen zu lernen

und zudem die Schwimmvereine zum Stillstand gezwungen waren. „Wir sind uns der Schwierigkeiten bei der Öffnung für die Träger bewusst, hoffen aber im Interesse der sporttreibenden Bevölkerung sehr, dass die meist kommunalen Träger

der Schwimmhallen möglichst schnell reagieren."  Eine wichtige Neuerung ist auch die Erlaubnis zur Durchführung des

Wettkampfsports, wenn auch ohne Zuschauer. „Zum Sport gehört Leistungsvergleich als Ziel von langfristigen Trainingsprozessen einfach dazu, daher war diese Einschränkung für alle ambitionierten Breiten- sowie Profisportler besonders hart. Damit geht der Sportbetrieb einen großen Schritt in Richtung Normalität", so Zirkel.

Die wichtigsten Punkte zur weiteren Öffnung des Sportbetriebes im Überblick:

- Organisierter Trainingsbetrieb im öffentlichen Raum ist zumindest mit zehn anderen Personen möglich.

- Schwimmhallen dürfen geöffnet werden – mit Zustimmung der Betreiber und Vorlage Hygienekonzept.

- Sportveranstaltungen (auch Wettkämpfe) ohne Zuschauer sind erlaubt. In Einzelfällen kann bei den Landkreisen/der kreisfreien Stadt die Erlaubnis beantragt werden.

- Sportarten, die nicht ohne direkten Körperkontakt betrieben werden können, dürfen vom vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 Meter abweichen.

- Die Nutzung der Umkleiden und Duschen ist wieder möglich. Die Grundregelung des Mindestabstandes soll auch hier gelten.

- Mitgliederversammlungen und Veranstaltungen (etwa Vereinsfeste) bis 75 Personen unter freiem Himmel bzw. bis 30 Personen in geschlossenen Räumen sind bei Einhaltung des Mindestabstandes möglich. Ansonsten ist die Veranstaltung mindestens 48 Stunden vor Beginn den Landkreisen bzw. kreisfreien Städten anzuzeigen.

Maßgeblich ist das Vorliegen eines angepassten Hygienekonzeptes durch die Vereine, welches sich an den Empfehlungen des jeweiligen Sportfachverbandes orientiert, sowie das Führen von Teilnehmerlisten. Rd

 
Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 15.6.2020

 
Info KFA Südthüringen (06.06.2020):
 
Der KFA möchte alle Vereine mit diesem Schreiben über die momentane Situation im Thüringer Fußball-Verband informieren. Nach dem Webinar des TFV mit den Vereinen am 02.05.2020 und der sofort erfolgten Umfrage zur Fortsetzung der Saison 2019/20 (58% der gültigen Stimmen für die Fortsetzung) wurde am 05.05.2020 bei einer Telefonkonferenz des Vorstandes im TFV zwei Beschlüsse gefasst. Keine Trennung zur Saisonfortführung  im Männer-/Frauen- und Nachwuchsbereich (15 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme, 2 Enthaltungen) und dann Fortsetzung der Saison 2019/20 ab 01.09.20 (15 Ja-Stimmen und 3 Nein-Stimmen). Am 27.05.20 fand in Bad Blankenburg erneut eine Vorstandssitzung des TFV statt. Dort stand der gemeinsame Antrag der KFA Rhön-Rennsteig, Südthüringen und Erfurt-Sömmerda auf Aufhebung des Beschlusses vom 05.05.20 und Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages zur Abstimmung. Beide Anträge wurden bei 4 Ja-Stimmen abgelehnt. Auch der Antrag des Jugendausschusses zum Abbruch der Saison 2019/20 wurde mit deutlicher Mehrheit
abgelehnt. Nur einen Tag später wurde dieser Antrag bei einer kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz durch das Präsidium erneut zur Abstimmung gestellt und nun mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Unser KFA hat am 01.06.2020 eine Beschwerde beim Sportgericht des TFV eingereicht, die gegen die Ablehnung des Vorstandes zur Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages gerichtet ist. Die Verhandlung beim Sportgericht findet am 10.06.2020 in Erfurt statt. Der Kreisfußballtag ist nun für den 11.Juli 2020 wahrscheinlich in Gleichamberg geplant. Wir benötigen hierzu noch die Genehmigung des Landratsamtes Hildburghausen. Auf Grund der Corona-Verordnungen können wir dann nur je einen Delegierten pro Verein einladen, der aber entsprechend der Mitgliederzahl weitere Stimmrechte erhält. Die Einladungen mit der Tagesordnung gehen den Vereinen rechtzeitig zu.
 

 

„Wir kämpfen weiter für den Stellenwert der Jugend"

 

Seit vielen Jahren hat sich Patrick Marr dem Fußball-Nachwuchs verschrieben und schon viel erlebt. Die momentane Situation und das Zustandekommen der Beschlüsse im Thüringer Fußball-Verband hat ihn fassungslos gemacht.

 

Meiningen – „Zunächst muss ich erklären, dass ich hier in meiner Funktion des Vorsitzenden der Nachwuchsspielkommission des Thüringer Fußballverbandes über die derzeitige Situation spreche und nicht als Vorstand der Meininger Nachwuchsspielgemeinschaft oder als Trainer einer Mannschaft. Gerade deshalb muss ich die Situation im Komplexen betrachten", stellt Patrick Marr klar. „In einer Zeit, welche niemand vorher kannte und die sich nicht wiederholen möge, sind einige Dinge passiert, welche sich auch nicht wiederholen sollten. Ich meine das ständige Hin und Her bezüglich einer Entscheidung über eine Saisonfortsetzung oder einen Abbruch." Seit fast dreißig Jahren widmet sich Marr mit seinen ehrenamtlichen Aktivitäten dem Nachwuchsfußball in allen möglichen Funktionen. Deshalb sei es auch für ihn wichtig gewesen, dass die Entscheidung pro Abbruch im Nachwuchs gefallen ist. „Das Zustandekommen dieses, sowie vieler anderer Beschlüsse, hat mir absolut missfallen. Nachdem Anfang Mai, für mich viel zu früh, für die Saisonfortsetzung gestimmt wurde, regte sich großer Widerstand einer deutlichen und sachlich orientierten Mehrheit, die eine Petition startete. Die schaffte es, dass dieser Tagesordnungspunkt erneut auf den Prüfstand kam. Zur Vorstandssitzung in Bad Blankenburg wurde ich aufgrund meiner Funktion geladen und musste anschließend erkennen, trotz der zahlreichen Bedenken betreffs der Fortführung, dass gegen den Antrag unseres Jugendausschusses und somit auch meiner Nachwuchsspielkommission gestimmt worden ist", erläutert der Meininger. „Umso erstaunlicher war die Kehrtwende am nächsten Tag in einer weiteren Vorstandssitzung per Videokonferenz, obwohl keine neue Sachlage vorhanden war. Einzig gab es die Info aus dem benachbarten Bayern, dass dort wahrscheinlich auch der Nachwuchs abgebrochen wird." Es stelle sich für ihn schon die Frage, mit welcher Begründung man sich an den Landesverband Bayern halte. „Hat Thüringen nicht nach der politischen Wende den sportlichen Zusammenschluss der damaligen neuen Bundesländer mit befürwortet, um im Nordostdeutschen Fußball-Verband gemeinsam stark zu sein, um sich Gehör beim größten Dachverband der Welt zu schaffen?

 

Und jetzt fällt man diesen Sportfreunden in den Rücken", so Marr. „So viel kann ja nicht falsch sein, wenn bis auf zwei Landesverbände alle anderen Abbruchsentscheidungen forcieren." Die Frage, warum man Richtung Bayern schielt, sei bis heute nicht geklärt worden.

 

Nicht der Depp sein

Die Nachwuchsentscheidung ist aus Marrs Sicht nur noch mal geändert worden, damit man nicht die Lachnummer der Nation ist. Leider zeige sie nun aber zu wenig die vielen Argumente, welche in der Petition vorgetragen wurden, sowie die vom Jugendausschuss vorgebrachten Schwierigkeiten bei einer Fortsetzung. Dinge wie Altersklassenwechsel, Spielfeldgrößenwechsel, individuelle Ausbildung des Einzelnen, soziale Kompetenzen, DFBnet und vieles mehr hätten den Vorstand spätestens in Bad Blankenburg bewegen müssen, den Beschluss zu ändern. „Neben dem zunächst ernüchternden Ausgang an diesem Tag ärgert mich, dass bei solch wegweisenden Entscheidungen die Möglichkeit einer Stimmenthaltung gegeben ist und diese rege genutzt werden konnte. So etwas ist nicht in meinem Sinne. Stimmenthaltung ist für mich Desinteresse, Ahnungslosigkeit oder am Ende nicht schuld sein wollen, wenn es nicht wie geplant funktioniert", so Patrick Marr. Wie und ob die Entscheidungsträger weitermachen beziehungsweise weitermachen dürfen, werde man auf dem Ordentlichen Verbandstag im Herbst sehen. Dort müsse, so Marr, auch ein Generationswechsel stattfinden. „Wir kämpfen auf jeden Fall weiter, dass die Jugend einen größeren Stellenwert innerhalb des Verbandes bekommt, denn die Kinder und Jugendlichen stellen die meisten aktiven Mitglieder im Verband. Deshalb plädieren wir auch für einen Vizepräsidenten Jugend, um endlich im Präsidium vertreten zu sein", stellt er fest. In seiner Funktion als Vorsitzender des Nachwuchsspielausschusses gelte es, Fahrt aufzunehmen, um die schon im März erarbeiteten Konzepte für die neue Saison anzupassen. Gleichzeitig stehe ein arbeitsreicher Monat Juni auf der Agenda, um nach den Sommerferien einen geordneten Spielplan zu haben. „Ich möchte aber auf keinen Fall versäumen zu erwähnen, dass es erneut zu Beeinträchtigungen der Wettbewerbe durch unvorhergesehene Dinge kommen kann. Deshalb wollen wir einen Puffer schaffen, damit 2020/21 eine reguläre Saison gespielt werden kann. Nicht jede Entscheidung wird einhundert Prozent Zustimmung erfahren, aber wenn alle Beteiligten sich unserer eigentlichen Aufgabe widmen, wird es gelingen", ist er sich sicher.

 

„Kinder und Jugendliche wollen Fußball spielen, und so dürften eventuelle Doppelspieltage am verlängerten Wochenende kein Problem sein, wenn wir es nicht schaffen, die Staffeln zu mehren und die Teams zu verringern. Wenn die aktuelle Situation sich in Deutschland weiter entschärft und die politischen Entscheidungsträger es zulassen, bin ich frohen Mutes, dass wir Mitte September wieder mit dem Spielbetrieb beginnen und uns auf dem Weg zurück zur Normalität wieder über das Sportliche unterhalten können."

 

 Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 5.6.2020

  

Rundmail A. Reder KFA Südthüringen vom 4.6.2020:
 
Der KFA-Südthüringen kämpft nach wie vor mit allen Mitteln darum, den unsäglichen Beschluss des Präsidiums des TFV zur Weiterführung der Saison 2019/2020 in seiner Gesamtheit zu korrigieren. Die Vereine im Fußballkreis Südthüringen haben sich in der vom KFA-Vorsitzenden im Mai initiierten Umfrage in großer Mehrheit für einen Abbruch der Saison ausgesprochen. Diesem Abstimmungsergebnis fühlt sich der KFA verpflichtet. Es wäre super wenn auch Ihr, Eure Vorstandsmitglieder, Eure Vereinsmitglieder und alle Fans Eures Vereins uns aktuell dabei unterstützt, in dem Ihr eine Petition im Internet unterzeichnet. Diese Petition richtet sich gegen den Beschluss des TFV Präsidiums und fordert einen Abbruch der Saison 2019/2020. Ihr findet den Link der Petition unter    


Gefragt – Gesagt

„Der Alleingang ist ein Eigentor"

 

Der Thüringer Fußballverband (TFV) ist innerhalb des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) der einzige, der die Saison fortsetzen möchte. Wir fragten nach: Ist dieser Alleingang sinnvoll?

 

Elke Zimmermann (43, Schiedsrichterin und Verbandsliga- Spielerin beim SC 06 Oberlind): Also, ich sehe die angestrebte Fortführung der Saison 2019/2020 im Thüringer Fußballverband sehr kritisch.

Kritisch vor allem bezogen auf unser Restprogramm. Man muss sich das mal vorstellen: Wir haben dann, verteilt auf ein Jahr, nur noch sechs Spiele. Woher sollen wir dafür die Motivation ziehen? Aber auch aus finanzieller Sicht ist die Fortsetzung der Saison für einen Verein hier kaum tragbar. Gerade bei uns, im Damen-wie im Herrenbereich, sind das Eintrittsgeld und der Ausschank sehr wichtig. Da wir aber nun die Heimspiele an einer Hand abzählen können, kommt wenig in die Kassen, viel zu wenig.


Ulli Queck (55, Pressesprecher beim SV 08 Steinach): Die Saison in Thüringen fortzusetzen, ist ein schlechter Plan. Nach einem halben Jahr Trainingspause halte ich die Weiterführung ab September für unverantwortlich. Auch denke ich, dass die Voraussetzungen für alle nicht dieselben sind. Die Fitness der Spieler ist nicht gegeben; dadurch sind viele Verletzungen programmiert. Ein Saisonabbruch mit einem Aufsteiger, und der Rest bleibt in der Klasse, wäre für mich sinnvoller, auch wenn man dann die Saison mit zwei Teams mehr in einer Staffel beginnen müsste. Außerdem halte ich den Abbruch für die beste und gerechteste Lösung – für alle, also für den Nachwuchs, die Frauen und die Männer. Die hohen Herren sollten sich mal einig werden, über den eigenen Schatten springen und eine einheitliche Lösung treffen.

 

Martin Bauckmann (35, sportlicher Leiter des FSV 06 Hildburghausen): Der Alleingang des TFV im NOFV ist ein Eigentor. Denn daraus ergibt sich eine Vielzahl an Problemen, für die es nach wie vor keine adäquaten Lösungen gibt. Nicht nur ist Chaos vorprogrammiert, wenn in Thüringen zwei Spielzeiten nebeneinander laufen, nun hat man auch noch eine Wechselsperre erteilt. Immerhin ist der TFV im Nachwuchs zurückgerudert und hat abgebrochen. Dass das aber ausgerechnet einen Tag, nachdem man noch mal bekräftigt hatte, die Saison nicht abzubrechen, passiert, setzt dem Ganzen die Krone auf. Zumal man so, wie ich es mitbekommen habe, ja bereits am Tag zuvor davon gewusst haben soll, dass es bei einer Saisonfortsetzung im Nachwuchs zu Problemen in der Datenbank kommen wird. Im Erwachsenenbereich bleibt die Saisonfortsetzung hingegen ein Rückschritt ohne Ende. Sei es organisatorisch, sportlich oder finanziell. Der Thüringer Fußball ist schon schlecht. Aller Voraussicht nach spielt die beste Mannschaft bald nur noch Regionalliga. Und daran hat der TFV, der in der Vergangenheit ständig Eigentore geschossen und Regionen vernachlässigt hat, ganz gewaltigen Anteil. Der einzige Grund, der sich mir auch tatsächlich erschließt, weshalb der TFV im Erwachsenenbereich an der Fortsetzung festhält, ist, dass man sich nicht zutraut, eine komplette Saison von September an durchzuplanen.

 

 Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 2.6.2020


 

Der Abbruch-Modus Erfurt

 

Der Thüringer Fußball-Verband hat nach dem Abbruch der Saison 2019/20 im Nachwuchsbereich konkrete Festlegungen veröffentlicht, wie dabei nun zu verfahren ist:

Als Abschlusstabellen gelten jene vom 13. März. Bei unterschiedlicher Anzahl von Spielen wird die Quotientenregelung angewendet (Punkteschnitt pro ausgetragenem und gewertetem Spiel). Es gibt aber offiziell keine Meister, keine Torschützenbesten  und auch keine Fairplay-Sieger.Es gibt auch keine Absteiger. Alle Mannschaften erhalten für die Saison 2020/21 wieder ein Startrecht in ihrer derzeitigen Spielklasse – es sei denn, sie haben sich bereits vor dem 13. März aus dem Spielbetrieb für die nächste Saison zurückgezogen. Für den Aufstieg aus den Verbandsligen in die übergeordneten Spielklassen gilt: Die Mannschaft mit dem höchsten Punktequotienten erhält das Aufstiegsrecht. Bei gleichen Quotienten gilt §11 Ziffer 2 (2) der Spielordnung. Ist diese Mannschaft nicht aufstiegsberechtigt oder verzichtet sie, so geht das Aufstiegsrecht auf die bestplatzierte Mannschaft der anderen Staffel bzw. danach auf die nächstplatzierte aufstiegsberechtigte (und -bereite) Mannschaft über. Nach diesem Modus kann auch jeder Kreisverband pro Altersklasse eine Mannschaft für den Verbandsliga- Aufstieg benennen. Je nach Anzahl der Meldungen kann über veränderte Staffelgrößen oder eine Änderung der Staffelanzahl im Spieljahr 2020/21 entschieden werden. Für die Spielzeit 2019/20 werden keine Pokalsieger ermittelt. Der Thüringer Landespokal 2020/21 wird nur unter den Verbandsligamannschaften ausgetragen. Für überregionale Pokalwettbewerbe wird die höchstklassig spielende Mannschaft gemeldet. Bei mehreren Mannschaften in dieser Klasse wird der Tabellenstand bei Aussetzung des Spielbetriebes herangezogen. Falls es erforderlich ist, wird auch hier die Quotientenregelung angewendet. ger/rd

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 2.6.2020


 

Rückwärtsrolle nach Hinweis aus Bayern?

 

Erfurt – Rolle rückwärts in Perfektion: Nachdem auf der Vorstandssitzung des Thüringer Fußball-Verbandes am Mittwochabend entschieden wurde, die Saison nicht nur im Erwachsenen-, sondern auch im Nachwuchsbereich ab Herbst fortzusetzen, folgte tags darauf hinsichtlich des Nachwuchses der gegenteilige Beschluss. „Das aktuelle Spieljahr 2019/2020 wird in allen Juniorenund Juniorinnen-Spielklassen des TFV nicht mehr fortgesetzt und ohne weiteren Spiel-/Nachholspielbetrieb zum 30.06.2020 (offizielles Spieljahresende) beendet", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes, über die unsere Zeitung bereits in der Freitagsausgabe kurz berichtet hatte. Interessant ist, dass der TFV am Mittwoch den Abbruchvorschlag des eigenen Jugendausschusses ablehnte, um 24 Stunden später eine Kommunikation mit dem Bayerischen Fußball-Verband als Grund dafür zu nennen, das Spieljahr nun doch abzubrechen. Auch in Bayern erwägt man das Ende des Nachwuchsspielbetriebs, während der Ball bei den Erwachsenen wie in Thüringen ab dem 1. September wieder rollen soll. Ein Grund für den Sinneswandel scheint das DFB-Net zu sein. In diese Datenbank werden alle Spielerdaten eingetragen, es ist damit auch die Basis für die Spielprotokolle. Für Jahrgangswechsel im Nachwuchs, die bei einer Saisonverlängerung eintreten würden, ist dieses System technisch offenbar nicht ausgelegt. Ulk

   

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 30.5.2020


 

TFV-Vorstand cancelt die Wechselperiode

 

Bad Blankenburg – Nachdem der Vorstand des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) am Mittwochabend in Bad Blankenburg alle Anträge auf einen Saisonabbruch ablehnte und damit eine Fortsetzung der Spielzeit 2019/20 zunächst mal fix ist, wurde auf der gleichen Tagung die diesjährige Sommer-Wechselperiode wegen der Corona-Pandemie quasi gecancelt. Wie der TFV offiziell mitteilte, gab der Vorstand dazu einem Antrag des Spielausschusses zur Änderung der Spielordnung statt. Wörtlich heißt es u. a.: „Ein Vereinswechsel kann derzeit nicht durchgeführt werden. Auch bei Eingang der vollständigen Wechselunterlagen wird vorerst kein Spielrecht erteilt." Dies gehört zu einer Reihe von Regelungen, die für die „Fortsetzungs-Variante" nun nötig werden und die zur nächsten Vorstandssitzung am 20. Juni verabschiedet werden sollen.

Die Vorsitzenden der beiden „Rebellen-KFA" Südthüringen und Rhön-Rennsteig, Dittmar Börner und Hans Hörnlein, beklagten sich über die heftige Kritik, die an ihnen geübt wurde. Hörnlein: „Es ging mehr um die Frechheit von uns beiden, einen bestehenden Beschluss in der Öffentlichkeit anzuzweifeln."

Dittmar Börner erklärte: „Wir kämpfen auf jeden Fall weiter für einen außerordentlichen Verbandstag. Dort könnte man alles klären, sich rechtlich absichern. Andere Landesverbände haben es auch so gemacht!"

 

Nachwuchs bricht ab

Am Donnerstagabend beschloss der TFV während einer kurzfristig einberufenen Videokonferenz, die Saison 2019/2020 in allen Junioren- Spielklassen abzubrechen. Man habe sich mit einer „signifikant anderen Ausgangslage" konfrontiert gesehen, hieß es. Auch im Bayerischen Fußballverband geht die Tendenz im Nachwuchs in Richtung Abbruch. Rd

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 29.5.2020


  
Es bleibt alles beim Alten

 

Die Spielzeit 2019/20 im Thüringer Fußball wird im Herbst fortgesetzt, so bald das möglich ist. Auch im Nachwuchs gibt es keinen Saisonabbruch.

Bad Blankenburg – Es bleibt alles beim Alten, es wird nichts mehr renoviert: Der Vorstand des Thüringer Fußball-Verbandes, bestehend aus dem erweiterten Präsidium, den neun Vorsitzenden der Kreis-Fußballausschüsse (KFA) und dem  Ehrenvorsitzenden Rainer Milkoreit, hat am Mittwochabend auf seiner „realen" (also nicht per Fernschaltung absolvierten) Sitzung in der Landessportschule Bad Blankenburg alle Anträge abgelehnt, die Saison 2019/20 doch noch abzubrechen. Damit gelten weiterhin das Abstimmungsergebnis nach dem berühmt- berüchtigten Webinar zu Monatsbeginn und der darauf basierende Vorstandsbeschluss vom 5. Mai: Die wegen der Corona-Pandemie Mitte März unterbrochene Spielzeit 2019/20 wird im Herbst fortgesetzt, sobald das möglich ist. Das gilt sowohl für den Erwachsenen- als auch für den Nachwuchsbereich und ist nach dieser Vorstandssitzung nunmehr erst mal endgültig. Abzuwarten bleiben allerdings noch Initiativen gegen diese Fortsetzung-Variante auf sportrechtlichem Gebiet. Umstritten war die Saisonfortsetzung vor allem im Nachwuchsbereich, und gerade hier hatte es auch einen Antrag des TFV-Jugendausschuss es für einen Saisonabbruch gegeben, der wiederum durch eine von Andreas Ludwig (TSG Stotternheim) initiierte und viel beachtete Petition gestützt wurde. Andreas Ludwig hatte zu Beginn der Vorstandssitzung noch einmal Gelegenheit bekommen, seine Argumente für einen Saisonabbruch im Nachwuchsbereich sehr ausführlich vorzutragen. Nichtsdestotrotz wurde diese Abbruch-Variante, trotz einer längeren Diskussion, nicht angenommen. Vor allem schmeckte es der Mehrheit der Vorstandsmitglieder nicht, für die laufende Spielzeit verschiedene Varianten für verschiedenen Altersklassen anzuwenden. Dass sich der Vorstand damit gegen einen Antrag seines eigenen Jugendausschusses stellte, ist schon – vorsichtig formuliert – höchst bemerkenswert.

 

Was die umstrittene Fortsetzung der Saison 2019/20 im Erwachsenenbereich betrifft, so symbolisierte der Abstand, den die Teilnehmer dieser Vorstandssitzung in ihrem Tagungsraum pflichtgemäß einhalten mussten, zugleich auch die nicht zu überbrückende Distanz zwischen den verschiedenen Meinungen dazu. Der Antrag der „Süd-Rebellen" aus den Fußballkreisen Südthüringen und Rhön/Rennsteig für einen Saisonabbruch bzw. einen Außerordentlichen Verbandstag wurde mit einer relativ deutlichen Mehrheit abgelehnt; wie zu hören gab es nur aus dem Raum Erfurt/Sömmerda etwas Unterstützung dafür. Rd

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 28.5.2020

 

Gefragt – Gesagt

 

Wie finden Sie die Rebellion der KFA?

Trotz klarer Beschlusslage haben sich die Fußball- KFA von Südthüringen und Rhön/Rennsteig entschlossen, die Unterbrechung der Saison 2019/ 2020 und deren Fortsetzung ab 1. September noch zu verhindern. Wir wollten wissen, wie das ankommt.

 

Holger Scheler (FSV 1999 Mengersgereuth- Hämmern, 47): Wenn es wirklich dafür eine Mehrheit gab, verstehe ich nicht, dass jetzt von dieser Seite aus geschossen wird. Aber: Es gibt Argumente, die für einen Abbruch und für eine Fortsetzung sprechen. Allerdings halte ich Auflagen wie Körperkontaktverbot und Bälle abwaschen hierzulande für illusorisch. Solange es nicht möglich ist, vernünftig zu spielen, brauchen wir über weiterführende Themen gar nicht debattieren.

Im Nachwuchsbereich sollte man wirklich mal darüber reden, ob es vielleicht möglich ist, Altersklassen zusammenzulegen. Um was geht es dabei wirklich? Darum, dass die Kids irgendwann wieder Fußball spielen können.

 

Christopher Hopf (1. FC Sonneberg 04, 29): Grundsätzlich bin ich dafür, dass endlich mal wieder ein bisschen Normalität eintritt. Doch müssten sich alle Verbände zusammenschließen und eine einheitliche Regelung finden. Ich bin für die sportlich fairste Lösung, und die ist für mich, die Saison nach einer anständigen Vorbereitung fortzuführen. Wichtig ist, endlich mal eine Entscheidung zu treffen, damit alle mal Klarheit haben. Ich würde gerne die Saison zu Ende bringen, weil es einige Spieler gibt, die eventuell zum Saisonende aufhören wollen und mit denen ich gerne noch mal zusammen spielen möchte.

 

Toni Lenkardt (SC 09 Effelder, 27): Grundsätzlich verstehe ich das Problem. Da bin ich voll auf Seiten des KFA. Vor allem den Nachwuchs würde es hart treffen. Da muss der TFV aufpassen, dass uns die Kinder nicht davonlaufen. Was den Männerbereich betrifft, bin ich skeptisch. Man sollte das voneinander trennen, denn wir Männer können unsere Saison auch getrost im März 2021 zu Ende spielen. Was bringt es uns, die Saison jetzt abzubrechen und die nächste bei der zweiten Corona-Welle wieder? Auch wissen wir nicht, ob wir im September spielen können. Und ohne Zuschauer ginge das auch nicht, denn wir leben von dem Geld, was durch Eintritt und Verkauf reinkommt.

 

Marko Frühauf (40), Trainerstab des Erlauer SV: Ich finde es ehrlich gesagt gut, dass gegen die vom Thüringer Fußballverband vorgeschlagene Lösung „rebelliert" wird. Ich weiß nicht, wie man sich diese Saisonfortsetzung vorstellt. Es wird definitiv zu Wettbewerbsverzerrung kommen. Allein schon, weil sich die Mannschaften personell verändern. Unser Torwart Alexander Zaschke hatte schon vor Corona angekündigt, uns im Sommer zu verlassen. Er hängt die Fußballschuhe an den Nagel. Genauso Mathias Burand. Und was ist, wenn die Saison im März 2021 vorüber ist? Was machen wir von April bis August?

Und wie soll das angesichts des Abbruchs in den anderen Spielklassen des NOFV funktionieren? Dann laufen zwei Spielzeiten nebeneinander her? Wie soll das gehen? Ein Abbruch wäre die vernünftigste Entscheidung.

 

Robin Keiner (29), Trainer der SpVgg Geratal: Ich finde es gut, dass man diese Variante nicht einfach hinnimmt, denn auch für mich ist der Saisonabbruch das einzig Richtige. Vor allem das Argument der beiden KFA, dass man dann beim NOFV und in Thüringen zur gleichen Zeit zwei unterschiedliche Spielzeiten austragen würde, schlägt sehr zu Buche: Das würden wir ja ganz real erleben, wenn drei Kilometer weiter, in Martinroda, schon 2020/21 ist, aber bei uns noch 2019/ 20 wäre ... . Warum diese Insellösung? Dass man dann in knapp eineinhalb Jahren nur zehn Heimspiele haben würde, kommt als weiteres Gegenargument dazu.

 

Roman Seyfarth (56), ehemaliger DDR-Oberliga-Spieler: Wenn man ja wüsste, wie lange die Pandemie noch dauert ... Und ob man eine neue Saison normal starten kann. Es kann auch erst Mitte Oktober weitergehen. Dann würdest du eine neu begonnene Saison auch nicht durchkriegen. Dann hättest du zwei Saisons, die nicht normal abgelaufen sind. Ich bin deshalb für die Lösung des TFV. Und in der langen Pause ab März 2021 könnte man Freundschaftsspiele einbauen – oder Futsal (lacht) .

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil Son + HBN vom 25.5.2020

 


Thüringer Nachwuchsfußball: Antrag auf Ende des Spieljahres Erfurt

 

Die kürzlich beschlossene Fortsetzung der Thüringer Fußballsaison 2019/20 ab dem 1. September ist nicht mehr in Stein gemeißelt – zumindest nicht im Nachwuchsbereich. Während bei den Frauen und Männern weiterhin der Plan gilt, das Spieljahr ab dem Herbst fortzuführen, haben die immer lauter werdenden Proteste hinsichtlich der Behandlung der Nachwuchsaltersklassen offenbar zu einem Umdenken bei den Verantwortlichen des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) geführt. Der TFV-Jugendausschuss hat nun für den Nachwuchsbereich einen offiziellen Antrag auf die Beendigung der Spielzeit zum 30. Juni dieses Jahres gestellt. Der Verbandsvorstand wird sich am Dienstag oder Mittwoch mit dem Thema befassen. Mehrere Nachwuchsleistungszentren des Freistaates – unter anderem vom FC Rot-Weiß Erfurt und FC Carl Zeiss Jena sowie von Wacker Nordhausen – hatten sich zuletzt gegen eine Fortsetzung positioniert. Es gab sogar eine Petition, die Andreas Ludwig von der TSG Stotternheim initiiert hatte. Mehr als 2000 Unterschriften von Abbruch-Befürwortern kamen bislang zusammen. Ulk

 

Quelle: Freies Wort, Sportteil vom 23.5.2020


 

Doch noch Hoffnung für den Nachwuchs

 

Erfurt – Die wichtigste Botschaft eines Gesprächs in der Geschäftsstelle des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) am Donnerstag war die von Präsident Wolfhardt Tomaschewski: „Die Entscheidung, den Spielbetrieb im Nachwuchs auszusetzen, kommt