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Der Wahnsinn von Bedheim

 

2:2 nach 45, 3:3 nach 90 Minuten. 5:5 nach Verlängerung. Und dann noch Elfmeterschießen. Die Relegation zwischen Häselrieth und Milz ist an Dramatik nicht zu überbieten. Am Ende ist der Kreisligist der tragische Held im Drama in vier Akten.

Bedheim – Was geht denn bitte schön hier ab? Was für ein verrücktes Spiel! Hallo, geht’s noch? Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn! So oder so ähnlich wurde das Relegationsspiel unter den 800 Zuschauern kommentiert. Das Spiel, das wohl in die Geschichtsbücher des hiesigen Amateurfußballs eingehen wird. Das Spiel, in dem es um den letzten freien Platz in der höchsten Spielklasse des KFA Südthüringen geht. SV 07 gegen SV 07.

 

Pfingstmontag, 10. Juni 2019: Die Partie zwischen dem Tabellenzweiten der Kreisliga Häselrieth und dem Zwölften der Kreisoberliga Milz beginnt 15 Minuten später als geplant. Der Andrang an der Tageskasse ist so enorm, dass sich eine lange Schlange gebildet hat. Und dennoch: Als Florian Gottwalt das 1:0 für den Underdog erzielt, stehen noch zahlreiche Fans am Einlass. Ein katastrophaler Rückpass von Mathias Krämer aus dem Mittelfeld landet nicht bei seinem Keeper, sondern bei Pascal Wagenschwanz. Dieser bedient von der Grundlinie Florian Gottwalt und nach genau 66 Sekunden führen die Häselriether. Diese Führung hätten die Schwarz-Roten eigentlich ausbauen müssen. Doch gleich zwei Hochkaräter lässt das Team von Trainer Toni Haschke liegen. Fast aus dem Nichts gelingt den Grabfeldern der Ausgleich. Einen Flankenball von Maximilian Preusse aus dem Halbfeld verwertet Florian Eppler mit dem Kopf. Dieser Treffer hinterlässt in der Hintermannschaft der 07er Wirkung. Bereits der nächste Angriff bringt die Milzer Führung. Krämer setzt sich über rechts durch und macht mit dem 1:2 seinen Fehler wieder wett. Und wieder nur fünf Minuten später steht es 2:2. Tom Höhn steht völlig blank und kann sich die Ecke aussuchen. Das muntere Toreschießen setzt sich auch im weiteren Spielverlauf fort. Häselrieth gelingt die Führung, Milz kann ausgleichen. Zwei Minuten vor Schluss erzwingt Johannes Arnhold die Verlängerung.

 

Das Ganze wiederholt sich anschließend in der 30-minütigen Verlängerung. Die Rand-Hildburghäuser legen vor, die Grabfelder antworten. Wobei sich der Ausgleich zum 5:5 vom Anstoß weg nach der 5:4-Führung der Häselriether ereignet. Die darf so nicht passieren. Doch Milz-Keeper Daniel Eppler nutzt die Unkonzentriertheit des Gegners, nach dem  vermeintlich alles entscheidenden Treffer, eiskalt aus, drängt in Oliver-Kahn-Manier auf schnelle Fortsetzung.

 

Und dann wäre da ja noch der vierte Akt: das Elfmeterschießen. Inzwischen lässt Fritz Walter von oben grüßen. Die ersten zehn Schützen treffen jeweils recht überzeugend. Und so muss es auch hier in die Verlängerung gehen. Johannes Arnold legt für Milz vor, Marian Witter – ausgerechnet ein Akteur mit Milzer Vergangenheit – scheitert aber. Der Strafstoß ist zwar gut geschossen, doch der Keeper der Grabfelder riecht den Braten und taucht in die rechte untere Ecke ab. Anschließend legt Daniel Eppler wohl den Sprint seines Lebens hin. Es ist mit Sicherheit kein hochklassiges Spiel, keine fußballerische Offenbarung, die sich im thüringischen Grabfeld auftut. Aber der kämpferische Einsatz, die Leidenschaft, der Nervenkitzel, machen es zu einem großen Spiel. Die Häselriether haben an diesem denkwürdigen Tag Torwart- Pech. Stammkeeper Dieter Höhn ist bekanntlich schon länger verletzt. Sein jüngerer Bruder Paul Höhn geht für den angeschlagenen Karsten Bauer ins Tor. Und dann muss auch noch Bauer zu Beginn der zweiten Hälfte für den verletzten Höhn zwischen die Pfosten.

 

„Glückwunsch an die Milzer. Der Fußballgott war heute kein Häselriether. Wir lagen gleich vier Mal in diesem Spiel vorn. Nach der schnellen Führung und nach dem 3:2 hatten wir klare Möglichkeiten zu einer höheren Führung. Ich kann meinen

Jungs heute keinen Vorwurf machen. Sie haben alles rein geworfen. Auch unsere Fans waren echt der Wahnsinn. Leider hat es für die Kreisoberliga noch nicht gereicht", sagt Häselrieths Trainer Toni Haschke nach diesem irren Spiel. Milz-Coach Frank Sommer gibt zu Protokoll: „So ein verrücktes Spiel habe ich auch noch nicht erlebt. Das geht schon an die Nerven. Eigentlich hat so ein Spiel keinen Sieger verdient. Wir haben mehrmals zurückgeschlagen und Elfmeterschießen ist dann immer auch Glückssache. Wir haben uns am Ende einer beschissenen Saison noch belohnt. Meine Mannschaft hat mir ein schönes Abschiedsgeschenk gemacht." awh

 

Häselrieth: P. Höhn (46. Bauer), Knauer (77. Teuber), Witter, Chemissov, A. Schmidt, Wacker, Thiel, Jäger, T. Höhn, Gottwalt (115. Jonschker), Wagenschwanz

 

Milz: Da. Eppler, Hebig, Reß, Do. Eppler (75. Supp), Preusse, Wehner, Mai, Peter (111. Jacob), Krämer, F. Eppler, Lautensack (65. Arnhold)

 

Reuter (Eisfeld) – 800 – 1:0 F. Gottwalt (2.), 1:1 F. Eppler (25.), 1:2 M. Krämer (30.), 2:2 T. Höhn (36.), 3:2 F. Gottwalt (70.), 3:3 J. Arnhold (88.), 4:3 P. Wagenschwanz (95.), 4:4 S. Peter (110.), 5:4 P. Wagenschwanz (116.), 5:5 M. Preusse (117.)

Elfmeterschießen: 5:6 Mi. Mai, 6:6 P. Jäger, 6:7 S. Hebig, 7:7 S. Wacker, 7:8 F. Eppler, 8:8 A. Jonschker, 8:9 A. Reß, 9:9 T. Höhn, 9:10, Da. Eppler, 10:10 R. Thiel, 10:11 J. Arnhold, Witter (Daniel Eppler pariert)

 

Goldbach neuer Trainer

Am Rande des Relegationsspiels wurde das Geheimnis um den neuen Trainer beim SV 07 Milz gelüftet. Neuer Coach wird Wolfgang Goldbach aus Fladungen, der schon im Nachwuchs von Großbardorf sowie als Trainer der ersten Elf von Rödelmaier aktiv war. Co-Trainer wird der von Absteiger SG Mendhausen/ Römhild scheidende Markus Arnhold.

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 11.6.2019

 


Ein bißchen Dänemark

 

Der Super-Cup 2019 geht an die SG SV 08/VfB Steinach. Sie zieht zwar mit 3:4 gegen eine Kreisoberliga- Auswahl den Kürzeren, doch der Gegner gibt den Siegerpokal nach wenigen Minuten der Freude an die Gastgeber weiter.

 

Von Ulrich Hofmann

 

Steinach – Nach der sportlichen Qualifikation wäre eigentlich der Erlauer SV Grün-Weiß als Vizemeister der sportliche Herausforderer des Doublesiegers SG Steinach gewesen. Aber die Mannschaft sagte vor gut einer Woche ihre Teilnahme ab. Dabei sollte der diesjährige Super-Cup ein Höhepunkt zum 500-jährigen Jubiläum der Stadt Steinach sein. Deshalb hatte der Kreisfußballausschuss (KFA) Südthüringen das Finale auch nach Steinach vergeben. Damit das Spiel dennoch ausgetragen werden konnte, hatte der KFA eine Kreisoberliga- Auswahl – allerdings mit ein paar Hindernissen – auf die Beine gestellt. Doch es klappte noch ...

 

Steinachs Stadionsprecher begrüßte die 140 Zuschauer „auf dem Weg zum Triple" – sicherlich nicht ohne Hintergedanken. Wörtlich sagte er: „Lange wussten wir nicht, wer heute unser Gegner sein wird. Im Vorfeld gab es viele, zu viele Absagen. Dankenswerterweise hat der KFA eine Auswahlmannschaft organisiert. So kann dieses Match heute doch noch ausgetragen werden." Diese Kreisoberliga-Auswahl bestand genau aus elf Akteuren. Zum Trainer wurde Mario Winter vom FSV Rauenstein – auch Nachwuchstrainer am DFB-Stützpunkt im Landkreis Sonneberg – berufen. Dies geschah genau um 15.44 Uhr und somit eine Viertelstunde vor Spielbeginn. Und sein Auftritt war dann wider Erwarten äußerst erfolgreich.

 

Die Auswahl hatte im ersten Durchgang zur Überraschung der Zuschauer auch die etwas bessere Spielanlage. Allerdings hätten die Gastgeber führen müssen. Die Winter-Elf hatte im Spiel den besseren Auftakt: Stephan Funke versuchte es mit einem Aufsetzer-Freistoß. Und dazu kamen in den ersten zehn Minuten noch zwei gefährliche Eckbälle. Nach knapp einer halben Stunde hatten die Gastgeber durch Nico Sesselmann (frei vor dem Keeper) und Luca Scheler-Stöhr (trifft das Leder nicht optimal) zwei Hochkaräter. Der Führungstreffer fiel aber auf der anderen Seite: Nach einem Foulspiel von Steven Frommann an Stephan Funke schnappte sich Ronny Jauch das Leder und verwandelte den Strafstoß zum 0:1. SG-Keeper Pascal Neuber (der Winterneuzugang aus Effelder vertrat den angeschlagenen Stammkeeper Kevin Eichhorn) war zwar noch am Ball, konnte aber den Einschlag nicht verhindern.

 

Mit Wiederbeginn stabilisierte Trainer Winter mit Stephan Funke seine Abwehr. Er beorderte hinter die Viererkette mit Börner und Nagel auf den Verteidigerpositionen sowie Rädlein und Heinz in der Innenverteidigung quasi noch einen Libero. Und diese Maßnahme fruchtete. So versuchte er, die Schnelligkeitsvorteile der Steinacher Stürmer einzudämmen. Auch in der zweiten Halbzeit ließ der Stürmer der Auswahl, Ronny Jauch, seine Klasse mehrmals aufblitzen. Er erzielte für seine Farben zwei weitere Treffer. Zwischenzeitlich hatte aber der Steinacher Kapitän Dominik Lorenz auf 1:2 verkürzt. Ein Abschlag von Keeper Karl Schindhelm von der Strafraumgrenze war genau beim Spieler mit der Nummer acht gelandet; vom Anstoßkreis beförderte Schlitzohr Lorenz das Leder über den halben Platz und den Keeper hinweg ins leere Tor. Mit einem Doppelschlag von Nico Sesselmann waren die Steinacher in der Schlussphase innerhalb von vier Minuten mit dem Ausgleich im Spiel zurück. Und die Mannschaft von Trainer Christian Häusler wollte nun mehr. Aber dies ging nach hinten los. Denn der abgefälschte Schuss von Philipp Holland brachte das 3:4. Vom Anstoß weg traf dann Nico Leipold-Büttner nur den Pfosten; sonst wäre es wohl in das Strafstoßschießen gegangen. Dies hätte sich gleich ohne Verlängerung angeschlossen.

 

Aus den Händen von KFA-Chef Dittmar Börner nahm der Kapitän der Auswahl, Max Rädlein, den Sieger-Pott in Empfang. Aber nach dem Siegerfoto wurde dieser an die Steinacher in Person von Dominik Lorenz weitergegeben. Und so war der Super-Cup für die Zuschauer nicht nur wegen der sieben Treffer ein kurzweiliges Spiel.

 

Steinach: Neuber (52. Eichhorn-Nelson), Kämpf, Telser, Lorenz, Greiner, Frommann (46. Felix Häusler), Wohlleben, Lukas Häusler, Al-Jaet (46. Leipold-Büttner), Nico Sesselmann, Scheler-Stöhr

 

Kreisoberliga-Auswahl: Schindhelm (Neuhaus-Schierschnitz), Börner, Rädlein (beide Veilsdorf), Heinz (Effelder), Stephan Funke, Nagel, Bauer (alle Sonneberg-West), Baumgarten (Neuhaus-Schierschnitz), Otto (Veilsdorf), Holland (Sonneberg-West), Jauch (Veilsdorf)

 

Nedbal (Streufdorf) – 140 – 0:1 Jauch (30. Foulstrafstoß), 0:2 Jauch (48.), 1:2 Lorenz (58.), 1:3 Jauch (71.), 2:3, 3:3 N. Sesselmann (77./80.), 3:4 Holland (89.)

 

Trainerstimmen

Christian Häusler (Steinach): Bei uns haben heute gleich sechs Stammspieler gefehlt. Und dazu musste Max Töpfer nach der Aufwärmung passen. Aber wir treten dennoch an. Andere Mannschaften tun dies nicht. Über das ganze Drumherum müssen schon ein paar Worte verloren werden, aber nicht von uns. Wir bereiten wochenlang einen Fußballhöhepunkt in Steinach vor und haben dann, wenn es so weit ist und trotz Pflichtspielansetzung, keinen Gegner. Deshalb Danke an die Akteure der Auswahl. Sie sorgten für einen würdigen spielerischen Rahmen. Das Ergebnis erinnert mich an die Europameisterschaft 1992. Hier kam Dänemark auch aus dem Urlaub und gewann am Ende.

 

Mario Winter (Kreisoberliga-Auswahl): So schnell habe ich auch noch kein Team zum Sieg gecoacht. Na ja, ich kenne eben die Steinacher in- und auswendig. Nein, Spaß beiseite. Wir waren zwar nur elf Mann, aber in allen Mannschaftteilen gut besetzt. Wir haben sehr effektiv gespielt und die Vorgaben clever umgesetzt. Die Schnelligkeitsnachteile unserer Hintermannschaft haben wir mit einer zusätzlichen Absicherung gut  kompensieren können.

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 11.6.2019


 

Bäßler beerbt Arnhold

 

Römhild – Die in die Fußball-Kreisliga abgestiegene SG Mendhausen/ Römhild hat einen neuen Trainer. Nach dem Abgang von Markus Arnhold holen die Verantwortlichen mit Alexander Bäßler – er trainierte das Team bereits – einen alten Bekannten ins Boot. Aufgrund seiner „fußballerischen Fachkompetenz (B-Lizenz)" und seiner menschlichen Fähigkeiten habe man eine „sehr gute" Lösung gefunden, heißt es auf der Vereinsseite der SG. Rd

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 7.6.2019

 

 

Dinge, die nützlich sein können

 

Um den letzten freien Platz in der Fußball-Kreisoberliga stehen sich am Pfingstmontag im Relegationsspiel in Bedheim der Zweite der Kreisliga Häselrieth und der Zwölfte der Kreisoberliga aus Milz gegenüber. Die Redaktion hat sich im Vorfeld mit den beiden Trainern Toni Haschke (Häselrieth) und Frank Sommer (Milz) unterhalten.

 

Herr Haschke, warum geht Ihre Mannschaft aus dem Relegationsspiel als Sieger hervor? Wie lautet das Erfolgsrezept?

Weil wir es verdient haben. Ganz so leicht ist es zwar nicht, aber meine Mannschaft weiß, um was es geht. Wir haben uns die ganze Saison den Arsch aufgerissen, und nun wollen wir uns belohnen. Meine Spieler sollen ihr schwarz-rotes Herz in die Hand nehmen. Wir sind bis in die Haarspitzen motiviert. Auch in diesem Spiel werden wir auf unsere Stärken setzen. Grundsätzlich haben wir eine offensive Ausrichtung. Wir wollen das Spiel gewinnen und dazu gehören nun mal Tore.

 

Herr Sommer, selbstbewusste Worte vom Außenseiter. Was haben Sie dem entgegen zu setzen?

Wir wollen mannschaftlich geschlossen auftreten. Unsere Stärke ist der Kampf gepaart mit einem enormen Siegeswillen. Zuletzt haben wir mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen noch einmal mächtig Fahrt aufgenommen. Hieran gilt es anzuknüpfen. Unabhängig vom Ausgang wird es mein letztes Spiel für die Milzer sein. Nach dieser Saison ist Schluss. Das haben wir bereits zur Winterpause vereinbart. Vielleicht ist die Mannschaft dadurch zusätzlich motiviert und verabschiedet mich mit einem Sieg.

 

Herr Haschke, Sie haben den Gegner mit Blickrichtung Relegation beobachtet. Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?

Grundsätzlich ging es um die Aufstellung, um die Formation, die Absicherung nach hinten und auch das Verhalten bei Standards. Wir haben auch ein paar Sachen gesehen und notiert, die für uns nützlich sein könnten. Diese Ansatzpunkte werden wir aber nicht über die Zeitung kommunizieren.

 

Herr Sommer, hat der Gegner Einfluss auf Ihre Taktik?

Im Endeffekt kennen wir den Gegner doch genug. Sie haben eine starke Offensive und den besten Angriff der Kreisliga. Dagegen gab es zuletzt in der Defensive ein paar Probleme und Unsicherheiten. Wir haben uns zuletzt auch nicht auf den Gegner eingestellt. Und dabei wird es auch bleiben. Wir wollen unser Spiel durchziehen.

 

Herr Haschke, Ihr Team hat 2019 eine überragende Serie gespielt und nur eine von elf Begegnungen verloren. Ausgerechnet da standen Sie nicht an der Seitenlinie.

Das ist richtig, war aber weit im Vorfeld so geplant. Der Termin beim Standesamt stand seit über einem Jahr fest. Da war der Spielplan für die laufende Serie noch gar nicht erstellt. Die Begegnung in Neuhaus ist abgehackt. Wir haben es – wie übrigens jedes Spiel – kurz ausgewertet. Jetzt schauen wir nach vorn. Wir werden nicht nachtrauern, was wir nicht erreicht haben.

 

Herr Sommer für Sie wird es eine ganz besondere Begegnung, haben Sie doch eine Häselriether Vergangenheit. Gibt es da noch Verbindungen zu den Randhildburghäusern?

Das ist richtig. Ich habe damals zweieinhalb Jahre in Häselrieth gearbeitet. Gleich in meinem ersten Jahr sind wir aufgestiegen. Aber das ist schon eine Weile her. Danach bin ich nach Streufdorf. Dort haben wir bei der Umstrukturierung des Fußballkreises 2012 die Relegation gegen Judenbach gewonnen. Vielleicht ein gutes Omen für Pfingstmontag. Nach Häselrieth gibt es keine Verbindungen mehr. Interview: awh

 

Die Konkurrenz drückt die Daumen

Kreisliga-Meister Schleusingen lobt auf seiner Homepage den SV 07 Häselrieth und drückt für Montag fleißig die Daumen: „Respekt und Dank auch an den hartnäckigen Gegner aus Häselrieth, mit dem wir uns auf Augenhöhe bis zum Ende im Zweikampf aus der Ferne duellierten. Wir wünschen dem SV 07 viel Erfolg in der Relegation, damit wir uns auch nächste Saison gegenüber stehen."

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 7.6.2019

 


Wirrwarr um den Super-Cup

 

Steinach – Die Austragung des Super-Cup-Finales des Kreisfußballausschusses Südthüringen gestaltet sich als äußerst schwierig. Laut Abschlusstabelle der Kreisoberliga wäre der Erlauer SV als Vizemeister Gegner von Meister und Pokalsieger SG Steinach. Die Grün-Weißen haben ihre Endspielteilnahme allerdings aufgrund der Abwesenheit einiger Spieler abgesagt.

Daraufhin hat der KFA die nachfolgenden Teams aus Neuhaus- Schierschnitz, Goßmannsrod/Oberland, Sonneberg-West sowie Veilsdorf/ Heßberg kontaktiert, ob sie für den Erlauer SV einspringen könnten. Allerdings erteilten alle  angesprochenen Mannschaften dem KFA eine Absage. Nun soll eine Kreisoberliga-Auswahl aus Spielern der Kreise Hildburghausen und Sonneberg zusammengestellt werden. Wer hier aufläuft beziehungsweise von wem diese Auswahl betreut wird, ist allerdings noch unklar.

 

Auf den Erlauer SV könnte nun sogar noch eine Geldstrafe zukommen. Der KFA hat nämlich einen Antrag auf Verfahren gegen den ESV beim zuständigen Sportgericht des Thüringer Fußballverbandes (TFV) eingereicht. Die Begründung: Laut Ansetzungsheft ist der Super-Cup ein Pflichtspiel. Zudem seien vor der Saison alle Mannschaften, auch der Erlauer SV, auf der Staffelberatung mit dieser Regelung einverstanden gewesen. Das Super-Cup-Finale findet im Rahmen der 100-Jahrfeier des SV 08 Steinach am Samstag, um 16 Uhr, im Steinacher Fellbergstadion statt. Rd

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen + Sonneberg vom 7.6.2019

 


Eine echte Institution an der Seitenlinie

 

Oberlind – Am letzten Spieltag der Saison verabschiedete Fußball-Kreisoberligist SC 06 Oberlind vor dem Spiel gegen Neuhaus-Schierschnitz (0:6) das Betreuerteam um Thomas und Marcel Ehrlicher.

Es benötigt nun schon mehr als eine Hand, um die Dienstjahre der beiden zusammenzuzählen. Vater und Sohn stellten eine echte Institution an der Seitenlinie des SC 06 dar und waren trainerübergreifend tätig. Nichtsdestotrotz entschieden sich beide im Winter, ihre Ämter nach der Saison 2018/2019 nicht fortzuführen. Auch wenn der Verein über die Entscheidung nicht glücklich war, galt es, diese nach einer langen Periode zu respektieren und akzeptieren.

 

Der Verein bedankte sich für den unermüdlichen Einsatz und wünschte den beiden für ihre weitere Zukunft vor allem viel Gesundheit und dass sie den Weg zu ihren ehemaligen Schützlingen nie vergessen werden. Eb

  

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 5.6.2019


 

 „Ich bin nicht der Messias"

 

Seit April 2018 steht Markus Lauth beim Schleusinger Sportclub an der Seitenlinie. Nun gelingt dem 39-Jährigen aus Frauenwald, der auch schon in der Landesklasse bei Blau-Weiß 90 Stadtilm auf der Trainerbank saß, mit den Burgstädtern der direkte Wiederaufstieg in die Fußball-Kreisoberliga. Im Interview verrät der in Oberhof und Friedrichroda als Hotelier beschäftigte Lauth, was hinter dem Erfolg steckt beziehungsweise was Erfolg für ihn bedeutet.

 

Herr Lauth, Glückwunsch zum Aufstieg.

Danke. Jetzt kann ich mich wieder ein bisschen mehr dem Hotel widmen (lacht) .

 

Sind Sie froh, dass die Saison jetzt rum ist?

Was heißt froh? Es macht unglaublich viel Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten. Vielleicht trifft es das Wort erleichtert ein bisschen besser. Denn hinter uns liegt schon eine schwerfällige, ereignisreiche Saison.

 

Wie meinen Sie das?

Wir hatten reichlich Pleiten, Pech und Pannen.

 

Können Sie ein Beispiel nennen?

Im Herbst wurde unser Kunstrasenplatz umgebaut. Da hatten wir kein Flutlicht und konnten insofern nicht ordentlich trainieren. Das hat man die restlichen Spiele in der Hinserie gemerkt.

 

Ihnen und Ihrer Mannschaft gelingt der direkte Wiederaufstieg in die Kreisoberliga. Das dürfte vor der Saison auch das Ziel gewesen sein, oder?

Nein. Um ehrlich zu sein, war das interne Ziel, unter die ersten fünf zu kommen. Wir wussten nämlich, dass es aufgrund des vor der Saison eingeläuteten Umbruchs nicht einfach werden würde. Wir haben in dieser Saison auf viele junge Spieler gesetzt, die unter zwanzig sind. Die gehen ganz anders mit Drucksituationen um als ältere, gestandene Spieler. Das ist völlig normal, aber dementsprechend musst du denen dann auch die Zeit geben.

 

Welche Spieler meinen Sie konkret?

Pino Heun, Paul Lohfink und Fabian Hartung. Die haben in dieser Saison nebenbei noch für die A-Junioren gespielt. Alle drei haben einen großen Entwicklungsschritt gemacht.

 

Am Ende hat es zum Titel gereicht.

Besser abgeschnitten als erwartet, könnte man sagen.  Das stimmt schon. Hinter uns liegt eine erfolgreiche Saison, aber wir dürfen nicht vergessen, dass nicht alles rund lief. Wir mussten auch Rückschläge verkraften.

 

Können Sie das konkretisieren?

Wir haben bei null angefangen. Nicht nur die Mannschaft wurde komplett neu zusammengestellt, wir haben auch unsere Spielweise von Grund auf geändert.

 

Dafür sind in erster Linie Sie verantwortlich. Kurz vor Ende der Abstiegssaison haben Sie Burkhardt Winkler als Trainer beim Sportclub beerbt. Wofür steht der Fußball von Markus Lauth?

Mir geht es vor allem darum, dass wir mehr mit dem Kopf spielen. Das heißt, dass wir auch auf Spielsituationen reagieren und dementsprechend unsere Formation ändern. Das war für viele Spieler am Anfang ungewohnt. Dementsprechend haben wir zu Beginn der Saison auch noch viel falsch gemacht. Aber das gehört zum Entwicklungsprozess dazu. Du musst Fehler machen, Erfahrungen sammeln, um voranzukommen. Das hat sich bei uns bestätigt. Wir brauchten erst ein paar Aha-Momente. In der Rückrunde hat es dann schon wesentlich besser geklappt. Am Ende konnten wir die ein oder andere Mannschaft schon ganz schön überraschen.

 

Warum hat das so gut funktioniert?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in den unteren Ligen Südthüringens verschiedene taktische Formationen keine Rolle spielen. Stattdessen wird weiterhin viel Wert auf Manndeckung gelegt. In meiner Heimat war das völlig normal, dass auch die Teams in den unteren Klassen mit verschiedenen taktischen Systemen ausgerüstet sind.

 

Sie leben seit sechs Jahren in Thüringen. Fühlen Sie sich inzwischen mehr als Thüringer?

Ha, na ja (lacht) . Also ich muss ja zugeben, dass es auf der Meisterfeier Kölsch gab. Ohne geht nicht. Da müssen dann auch meine Spieler durch. Andererseits fühle ich mich auch mehr und mehr als Thüringer. Auch wenn ich das mit der Uhrzeit, Stichwort dreiviertel, immer noch ein bisschen üben muss. Aber es wird langsam. Ich bin da zuversichtlich. Außerdem weiß ich inzwischen, dass beim Grillen von Bratwürsten Holzkohle Pflicht ist. Also ich gebe mir schon Mühe, mich auch anzupassen.

 

Sind Sie eigentlich ein richtiger Jeck?

Ja, durch und durch. Wenn es die Zeit hergibt, dann feiere ich auch Karneval. Am liebsten in Köln. Aber während meiner Tätigkeit beim FSV Blau-Weiß 90 Stadtilm habe ich auch die hiesigen Karnevalstraditionen gelebt.

 

Was ist Markus Lauth für ein Mensch?

Die Heimat geht nie komplett aus einem raus. Wir Kölner sind Lebemänner. Klar gehen wir auch pflichtbewusst unserer Arbeit nach, zahlen fleißig unsere Rechnungen und so weiter, aber wir wissen das Leben auch zu genießen.

 

Vor allem beim Fußball. Wie zuversichtlich sind Sie, dass die kommende Saison in der Kreisoberliga Spaß macht?

Das wird definitiv eine andere Saison. Da warten andere Kaliber auf uns. Aber wir steigen mit Sicherheit nicht auf, um jetzt juhu zu schreien und wieder abzusteigen. Wichtig ist, dass die Spieler den Weg mitgehen.

 

Klassenerhalt würde der Erfolg 2020 lauten.

Ich mache Erfolge nicht grundsätzlich an Punkten und Toren fest.

 

Wie meinen Sie das?

Wenn der Sören Hess mit links zwei gute Flanken schlägt, obwohl er das linke Bein zuvor nur als Standbein benutzt hat, dann ist das für mich ein Erfolg. Ich will, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt. Wenn uns in der kommenden Saison der nächste Schritt gelingt, dann ist das ein Erfolg. Aber ich bin zuversichtlich, dass in unserem Konzept unheimlich viel Potenzial schlummert.

 

Wie zuversichtlich sind Sie, dass Ihre Mannschaft zusammenbleibt und andere Vereine nicht ihre Fühler ausstrecken?

Da bin ich sehr optimistisch.

 

Mit Mittelfeldspieler Anton Sittig von Schönbrunn haben Sie bereits einen Neuzugang. Wird es weitere geben?

Wir sind natürlich in Gesprächen, auch mit Kreisoberligisten. Denn mit dem Aufstieg und unserem Konzept machen wir uns ja auch attraktiv für andere Spieler. Zwar haben wir auch schon die ein oder andere Absage erhalten, aber es gibt auch ganz aussichtsreiche Gespräche.

 

Wie viel Anteil haben Sie an diesem Erfolg?

Ich fördere und fordere meine Spieler. Aber ich bin nicht der Messias.

 

Interview: Carsten Jentzsch

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 5.6.2019

 

 

„Natürlich bleibe ich"

 

Daniel Meyer beendet in der Sommerpause sein Engagement als Fußball-Trainer bei Kreisoberliga- Meister und Landesklasse- Aufsteiger SG SV 08/VfB SG Steinach. Freies Wort fragt nach.

 

Herr Meyer, Sie werden bald nicht mehr der Trainer in Steinach sein, warum eigentlich?

Natürlich spielt der Umzug und Hausbau in Oberweißbach eine große Rolle. Aber das ist nur einer von mehreren Gründen. Meinen Rückzug habe ich am 13. April, vor dem Pokalhalbfinale gegen Neuhaus- Schierschnitz, Christian Häusler (zusammen mit Daniel Meyer Trainer in Steinach/Anm.d.Red.) und René Queck (Co-Trainer/Anm.d.Red.) mitgeteilt und dann nach dem Spiel der Mannschaft. Seit diesem Tag habe ich noch keinen von der Vereinsspitze gesehen, der persönlich zu mir gekommen ist oder wenigstens mal nachgefragt hat, wieso, weshalb, warum. Das finde ich eigentlich schade.

 

Aber als Physiotherapeut bleiben Sie noch den Sonnebergern erhalten?

Viele meiner Patienten fragten bereits, ob ich weggehe. Natürlich bleibe ich ihnen und auch der Praxis in Sonneberg erhalten und werde dort weiter nach bestem Wissen und Gewissen arbeiten.

 

Trotz Hausbau geht es dann aber doch nicht ganz ohne Fußball?

Ich wohne ja jetzt schon eineinhalb Jahre in Oberweißbach. Und da ist doch klar, dass man mit einigen Leuten in Kontakt kommt. Klar wusste man dort, dass ich Trainer in Steinach bin. Und als man davon erfuhr, dass ich aufhöre, fragte man unmittelbar danach an. In Oberweißbach läuft fußballtechnisch auch nicht alles ganz rund. Und so bin ich zum neuen Trainerposten gekommen.

 

Gibt es da also neue sportliche Ziele?

Ich habe mir die Oberweißbacher Fußballer schon oft angeschaut. Und angesichts des knappen Klassenerhalts in der Kreisoberliga in dieser Saison wird mein Ziel sein, diese Mannschaft erst einmal zu stabilisieren. Ich will frühestmöglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Darüber hinaus ist auch dort ein neues Projekt, ein Umbruch vonnöten. Ähnlich so, wie es vor nicht allzu langer Zeit in Steinach nötig gewesen war ...

 

Ist das angesichts einer so bewegten und interessanten Fußball-Karriere kein Abstieg?

Nein. Meine Wurzeln sind in Steinach. Auf der Sportschule in Jena habe ich dann so richtig das Fußballspielen gelernt und nach der Wende  noch mit Suhl in der Oberliga gespielt. Meine erste Trainerstation war Schalkau. Insofern ist das kein Abstieg für mich. In Oberweißbach reizt mich zudem die Aussicht, auch dort etwas bewirken zu können.

 

In noch zwei ausbleibenden Punktspielen und einem Supercup- Finale stehen Sie noch zusammen mit Christian Häusler an der Steinacher Seitenlinie. Ein schöner Abschied.

Dieser Abschied ist erst einmal rundum gelungen, da wir Meister geworden sind und auch den Kreispokal geholt haben. Rückblickend gesehen, war aber für mich als Trainer die Zeit in Steinach wohl die schwerste. In Zeiten, als es nicht so gut lief, musste ich die Jungs immer wieder motivieren, damit sie nicht die Lust verlieren. Der Abstieg war trotzdem nicht zu verhindern, was natürlich auch dem radikalen Umbruch geschuldet war. In den vergangenen zwei Jahren gab es durchaus Momente, in denen ich mich schon ein bisschen allein gelassen gefühlt habe. Da habe ich wenig Leute gesehen. Als wir dann aber besser wurden, kamen automatisch mehr. Plötzlich wollte jeder mitmachen und am Erfolg partizipieren. Heute sehe ich eine junge Mannschaft mit Perspektive. Darum ist der Abschied sicherlich auch mit ein bisschen Wehmut verbunden.

 

Seit Januar steht mit Ihnen Christian Häusler gleichberechtigt an der Seitenlinie. Wie sah die Arbeit einer solcher Trainer-Doppel-Spitze aus?

Der Erfolg gibt uns erst mal im Endeffekt recht. Die Arbeitseinteilung hat gut funktioniert und war konstruktiv. Wir haben uns beispielsweise vor den Trainingseinheiten abgesprochen, wer was übernimmt, oder auch, wer die Ansprache zur Mannschaft hält. Um aber ehrlich zu sein: Für die Zukunft ist dies kein Modell, das auf Dauer funktioniert. Dafür sind wir beide zu sehr Alpha-Tiere – mit ab und zu unterschiedlichen Auffassungen, klar. Dafür kennen wir uns auch zu lange, um uns das nicht selber einzugestehen. Und ja, schon im Januar stand für mich fest, dass es eine Doppelspitze in der nächsten Saison nicht geben wird. Und ja, sicherlich war das auch ein Grund für meinen Weggang aus Steinach gewesen.

 

Hat das Steinacher Publikum eine gute Rolle gespielt?

Na ja, das Steinacher Publikum ist erfolgsverwöhnt. Ganz klar, man will Steinach auf Landesebene spielen sehen. Das Publikum musste sich auch erst mal mit der jungen Mannschaft anfreunden. Aber ich denke, angesichts des Umbruchs und der Erfolge wird es auch wieder mehr Zuschauer geben.

 

Werden Sie den Fußball in Steinach auch von Oberweißbach aus verfolgen?

Auf jeden Fall. Ich werde mir die Entwicklung anschauen und hoffe, dass es weiter so gut geht wie bisher. Sofern es mir die Zeit erlaubt, werde ich mir auch die Steinacher Spiele in der Landesklasse anschauen.

 

Was möchten Sie persönlich den Steinachern und besonders den Fußballern mit auf den Weg geben?

Dieser Mannschaft, diesem eingeschworenen, guten Haufen, wie er es jetzt ist, wünsche ich eine gute Saison in der Landesklasse, dass sie viele Punkte sammelt und sich weiter so entwickelt, wie sie es bis jetzt getan hat. Diese Mannschaft ist topp. Das passt schon. Interview: Lars Fritzlar

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 24.5.2019

 

Amend: „Mehr Rückgrat"

 

Veilsdorf – Enrico Amend ist nicht mehr Trainer von Fußball-Kreisoberligist SG Veilsdorf/Heßberg. Wie die Redaktion erfuhr, hat sich der Verein bereits Anfang Mai nach dem Heimspiel gegen den SC 09 Effelder von Amend getrennt. „Es waren drei schöne Jahre, die ich mit Sicherheit nicht missen will, allerdings hätte ich mir einen saubereren Abgang gewünscht", äußert sich der Ex-Trainer kritisch. So sei die Trennung nicht einstimmig erfolgt.

 

Laut Aussagen von Amend habe man sich in einer Vorstandssitzung drei Tage nach dem Heimspiel gegen den Sportclub entschieden, die letzten Spieltage ohne ihn zu planen. Und das, obwohl sich die SG im vorderen Mittelfeld der Tabelle befindet. Amend selbst sei bei dieser Entscheidung nicht dabei gewesen, stattdessen habe er durch einen Anruf von Dittmar Börner, Fußball-Abteilungsleiter des SV EK Veilsdorf, von der Entscheidung des Vorstandes erfahren. Dittmar Börner war zu diesem Thema am Dienstag nicht zu erreichen. Laut Albrecht Wirsing, Vorsitzender des Vereins, habe man Amend für die letzten Spieltage „beurlaubt". Stattdessen setzt man nun auf die Geschicke von Mannschaftsleiter Gregor Otto sowie Co-Trainer Marcus Kellner. Seit dem Spiel gegen den SV 07 Milz leiten sie die Mannschaft. Laut Angaben von Enrico Amend habe er sich, kurz nachdem er von seiner „Beurlaubung" erfahren hat, persönlich von der Mannschaft verabschiedet. „Da haben wir uns auch noch mal gedrückt. Auch in den Tagen danach habe ich noch mit Spielern telefoniert. Das spricht eindeutig für den guten Charakter der Mannschaft", so der Ex-Coach der SG Veilsdorf/Heßberg. Selbst nach seiner Verkündung nach dem Spiel gegen Steinach Ende März, habe es keinerlei Probleme mit der Mannschaft gegeben. Den Vorstand habe er noch früher von seiner Entscheidung, den Verein am Saisonende zu verlassen, unterrichtet. „Ich wollte das hier ordentlich zu Ende bringen, aber so rausgeworfen zu werfen, finde ich schon ganz schön verwerflich. In der Vereinsführung sollte sich der ein oder andere mal ernsthaft überlegen, ob er im Umgang mit Menschen nicht doch mehr Aufrichtigkeit, Offenheit und Rückgrat an den Tag legen sollte." Dass man Enrico Amend demnächst wieder irgendwo auf der Trainerbank sieht, schließt er selbst keineswegs aus. „Ich brenne eben für den Fußball, aber jetzt will ich erst mal ein bisschen Abstand gewinnen", sagt er. Cj

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 22.5.2019



Das wahrscheinlichste Szenario

 

Die Meisterschaftskämpfe der Fußballer sind in der Endphase. Im Fußballkreis Südthüringen sind noch drei Punkterunden zu absolvieren, auf Landesebene noch fünf. Doch wer steigt auf, wer steigt ab?

 

Sonneberg – Die aktuelle Situation kurz vor dem Ende der Fußballsaison 2018/2019 ist Anlass genug, die beschlossenen Auf- und Abstiegsregelungen in den Fußballklassen auf Landes- und Kreisebene noch einmal ausführlich zu erörtern – alles in Bezug auf den aktuellen Tabellenstand. Wie viele Mannschaften aus der Verbandsliga absteigen, richtet sich hauptsächlich nach den Absteigern aus der Oberliga. Von den vier Thüringer Vertretern behaupten sich Nordhausen II und Jena II im gesicherten Mittelfeld. Einheit Rudolstadt liegt mit 32 Punkten auf Tabellenplatz zehn. Die Heidecksburger liegen vor den restlichen drei Begegnungen neun Punkte vor dem letzten Abstiegsplatz und planen auch deshalb im neuen Spieljahr mit der Oberliga-Zugehörigkeit. Ebenfalls 32 Zähler hat die BSG Wismut Gera. Aber der Verein hat einen Antrag auf Rückversetzung in die Thüringenliga gestellt und steht deshalb als erster Absteiger schon fest. Bei einem Absteiger aus der Oberliga steigen vier Mannschaften aus der Thüringenliga ab.

Diese Anzahl würde sich um einen Absteiger reduzieren, wenn der Thüringenmeister aufsteigt. Als einziger Vertreter der höchsten Landesspielklasse würde der FSV Martinroda sein Aufstiegsrecht wahrnehmen. Aber nur dann, wenn er auch Thüringenmeister wird. Aktuell führt der FSV die Thüringenliga-Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung an. Wenn Martinroda vorne bleibt und aufsteigt, dann steigen drei Teams aus der Verbandsliga ab. Der VfL Meiningen 04 und die SG Glücksbrunn Schweina sind stark abstiegsgefährdet. Beide würden in die Landesklasse/Staffel 3 absteigen. Bei zwei Absteigern aus der Verbandsliga in die Landesklasse/Staffel 3 würden also vier Mannschaften aus dieser Landesklasse in die Kreisoberliga absteigen.

 

In der Landesklasse stellt sich dann die Situation bei zwei Absteigern aus der Thüringenliga wie folgt dar: Aus der Staffel 3 (zu dieser gehören die Teams des KFA Südthüringen, Werra- Rennsteig und Westthüringen) würde es entsprechend der beschlossenen Auf- und Abstiegsregelung vier Absteiger in die Kreisoberligen geben. Und zwei dieser Absteiger – die SG Sachsenbrunn/Crock und SG 51 Sonneberg – landen in der Kreisoberliga Südthüringen. Dies steht eigentlich auch schon fest. Die Spielgemeinschaft Sachsenbrunn/Crock kann mit aktuell sieben Punkten den zwölften Tabellenplatz nicht mehr erreichen. Das sportliche Ziel der SG 51 Sonneberg ist dieser zwölfte Rang im Klassement. 51-Trainer Stephan Wild: „Meine Mannschaft hat aktuell drei Punkte Rückstand auf den zwölften Platz. Wir werden die Saison sportlich fair zu Ende spielen. Und hier wollen wir Siebleben, Brotterode und Fahner II noch überholen." Aber auch wenn dies noch gelingen sollte, ist der Abstieg dennoch besiegelt. Denn der Verein hat fristgerecht zum 31. März aufgrund finanzieller und personeller Probleme einen Antrag auf Rückversetzung in die Kreisoberliga gestellt. Somit können alle Beteiligten ganz klar von zwei Absteigern ausgehen. Bei zwei Absteigern aus der Landesklasse in den Fußballkreis Südthüringen würden somit laut Auf- und Abstiegsregelung des KFA zwei Mannschaften aus der Kreisoberliga absteigen. Und weiterhin streiten sich die Mannschaft auf Position zwölf der höchsten Kreisspielklasse und der Zweite der Kreisliga in einer Relegation um den letzten freien Platz in der Kreisoberliga.

 

Nicht berücksichtigt wurden eventuelle Rückzüge von Mannschaften beziehungsweise der Verzicht auf das Aufstiegsrecht und die Gründung neuer Spielgemeinschaften. Natürlich ist die aktuelle Situation auch für den KFA Südthüringen recht schwierig. Denn laut Spielordnung des TFV sind die Anträge auf Genehmigung einer Spielgemeinschaft erst zum 31. Mai fällig. Dies ist zwei Tage vor der letzten Meisterschaftsrunde. Und somit ist die Führungsriege des KFA erst ab Juni 2019 aussagefähig. Es bleiben also zwangsläufig einige Fragen offen. Darum sind alle Südthüringer Fußball- Mannschaften gut beraten, bis zum Saisonende um jeden einzelnen Punkt in den verschiedenen Spielklassen zu kämpfen. Denn mit Blickrichtung Staffeleinteilung wird es wahrscheinlich auch noch zu Veränderungen kommen. Awh

 

Zwei Absteiger aus der Landesklasse

Folgende Auf- und Abstiegsregelungen zieht der Fall nach sich, wenn zwei Mannschaften (SG Sachsenbrunn/ Crock, SG 51 Sonneberg) aus der Landesklasse absteigen.

Kreisoberliga: 1 Aufsteiger in die Landesklasse (SG Steinach), 2 Absteiger in die Kreisliga (SV 07 Milz, SG Mendhausen/ Römhild)

Kreisliga: 1 Aufsteiger in die Kreisoberliga (SV 07 Häselrieth), Relegation um einen freien Platz in der Kreisoberliga (12. der Kreisoberliga/ FSV 06 Hildburghausen gegen 2. der Kreisliga/SC 07 Schleusingen), 3 Absteiger in die 1. Kreisklasse (SG Dingsleben/St. Bernhard, 1. FC Köppelsdorf, SG Sachsenbrunn/Crock II)

1. Kreisklasse: 2 Aufsteiger (Staffelsieger Ost/FC Blau-Weiß Schalkau + West/SV 08 Engertal Schleusingerneundorf), 3 Absteiger in die 2. Kreisklasse (jeweils 12. Platz/SG 51 Sonneberg II und SV 08 Westhausen II/zurückgezogen), sowie Relegation der beiden Elften/SG Goßmannsrod/ Oberland II und SG Streufdorf/Eishausen II)

2. Kreisklasse: 2 Aufsteiger in die 1. Kreisklasse (jeweils Staffelsieger Ost/SG Lauscha/Neuhaus II und West/SV Grün-Weiß Waldau)

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 17.5.2019
 

„Das muss ich nicht haben"

 

Steinach – Die Früchte des erfolgreichen Neuaufbaus erntete Fußball- Kreisoberligist Steinach aktuell mit Platz eins und dem Gewinn des Kreispokals. Dennoch wird Daniel Meyer in der nun erfolgreichen Phase die Fellberger in Richtung SG Oberweißbach/Unterweißbach (Kreisoberliga Mittelthüringen) verlassen. „Es gibt mehrere Gründe für den Abschied. Zum einen bin ich nach Oberweißbach gezogen und baue dort ein Haus. Allerdings ist das nicht der einzige Grund", so Meyer.

„Damals, als wir abgestiegen sind und es nicht gut lief, haben sich viele verkrochen. Nun kommen sie wieder aus ihren Löchern vor, als sich der sportliche Erfolg einstellt. Das muss ich nicht haben. Ich will jetzt einen sauberen Cut in Steinach. Natürlich aber tut das auch ein wenig weh und ist mit einem weinenden Auge verbunden", so Meyer zu weiteren Hintergründen des Abschieds. Seit dem Winter gibt es mit Christian Häußler einen gleichberechtigten Trainer an der Seite von Daniel Meyer. Ein Modell, dass auf den ersten Blick auch gut funktioniert, solange der sportliche Erfolg vorhanden ist. Doch Probleme könnte es geben, wenn erste Misserfolge sich einstellen, unterschiedliche Trainermeinungen aufeinandertreffen und die Mannschaft davon in Mitleidenschaft gezogen wird.

 

Potenzial ist da

Zunächst will Daniel Meyer gemeinsam mit Christian Häusler die Saison zum erfolgreichen Abschluss führen. „Die Mannschaft funktioniert. Vielleicht aber kommt der Aufstieg noch ein Jahr zu früh. Das Potenzial für die Landesklasse ist aber absolut vorhanden. Vor allem den jungen Spielern, die schon Erfahrungen auf Landesebene sammeln konnten, merkt man die Weiterentwicklung deutlich an", so Meyer. Rd

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 10.5.2019




Geordneter Rückzug: Meyer hört auf

 

Steinach – Daniel Meyer, einer der beiden Trainer von Fußball-Kreisoberliga- Spitzenreiter SG SV 08/VfB Steinach, wird sein Amt im Sommer niederlegen. Die Zusammenarbeit wird mit dem Ende der Spielserie 2018/2019 nach drei Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit beendet. Nachdem der Coach dies mit der Vereinsleitung gemeinsam abgesprochen hatte, wurde auch die Mannschaft nach dem Einzug ins Pokalfinale darüber informiert. Aber zunächst ändert sich nichts an der aktuellen Struktur. Die beiden Trainer der SG, Daniel Meyer und Christian Häusler, arbeiten gleichberechtigt.

Und das Duo hat ja mit dem Verein noch einiges vor. Nach dem Pokaltriumph am 1. Mai gegen Oberlind (3:0) streben die Steinacher auch noch den Kreismeistertitel und den Wiederaufstieg in die Landesklasse an. Und die erfolgreiche Saison könnte ja dann noch bei einem Sieg im Super-Cup mit dem Tripple gekrönt werden. Einschließlich des Cup-Finales am zweiten Juni-Wochenende gibt es noch vier Begegnungen des Trainer-Duos.

 

Trainer Daniel Meyer stellt sich ab der Saison 2019/2020 einer neuen Herausforderung. Er übernimmt in seinem neuen Wohnort Kreisoberligist FSV Oberweißbach (KFA Mittelthüringen), aktuell Tabellenvorletzter (14.). In Mittelthüringen steigt nach dem Rückzug von Stadtilm in der laufenden Serie nur eine Mannschaft ab. Dies ist aktuell der SV Eintracht Wickerstedt mit sieben Punkten Rückstand. Awh

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 6.5.2019
 

 

Heimspiele in der Fremde

 

Die Hiobsbotschaft ist verdaut. Nun stecken die Verantwortlichen von Eintracht Hildburghausen tagtäglich in den Planungen für das Restprogramm der Saison.

Von Carsten Jentzsch

Hildburghausen – Heimspiele sind Auswärtsspiele. Das trifft im Moment zumindest auf einen Teil von Eintracht Hildburghausen zu. Da sich die Auflage des heimischen Kunstrasenplatzes auf zirka 20 Quadratmetern wellt, ist an einen normalen Spielbetrieb nicht zu denken. Daran hat sich auch zu Wochenbeginn nichts geändert. Doch zumindest die Stimmung hat sich über das Wochenende etwas gebessert. „Gott sei Dank ist der Schaden nicht so massiv wie auf den ersten Blick angenommen. Uns ist in den letzten Tagen ein Stein vom Herzen gefallen. Wir hoffen, dass Ende Mai wieder auf dem Platz gespielt werden kann. Bis dahin müssen wir allerdings von Woche zu Woche planen", sagt der stellvertretende Präsident der Eintracht, Jan Schlechtweg, am Montag. Im Fokus der wöchentlichen Planungen stehen dabei auch das Landesklasse- Team sowie die Kreisoberliga- Mannschaft. Während die erste Elf am vergangenen Wochenende zum geplanten Auswärtsspiel nach Eisenach reiste, hatte die zweite Mannschaft ein Heimspiel vor der Brust. Die Partie wurde nach Schönbrunn verlegt. Auch, wenn nach 90 Minuten eine 2:5-Niederlage gegen den Erlauer SV zu Buche stand, gibt man sich zu Wochenbeginn zufrieden mit dem Ablauf des Spieltages. „Es hat alles reibungslos funktioniert. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht können wir zufrieden sein. Ein Dankeschön gilt dabei auch den Sportfreunden aus Schönbrunn", sagt Martin Bauckmann, sportlicher Leiter der Hildburghäuser.

 

Wenn es nach den Verantwortlichen der Eintracht geht, sollen auch das nächste Heimspiel des Kreisoberliga-Teams (Samstag, 11. Mai: Hildburghausen – Sonneberg-West) auf dem Kunstrasenplatz in Schönbrunn ausgetragen werden. Das letzte Heimspiel, so lauten zumindest die Hoffnungen, am Samstag, 1. Juni gegen den Hainaer SV soll dann schon wieder auf dem heimischen Kunstrasenplatz ausgetragen werden. Die erste Mannschaft spielt dagegen am kommenden Sonntag auf dem Rasenplatz des Erlauer SV. Anders als in Schönbrunn hätten die Hildburghäuser hier bis auf die Fahrtkosten keinerlei Ausgaben. „Aus wirtschaftlicher Sicht gesehen ist das ideal", freut sich Bauckmann. Zumal das Verlustgeschäft von drei verlegten Landesklasse- Heimspielen samt fehlenden Eintrittsgeldern, Platzmiete und Auslagen für den Referee auf zweieinhalb bis dreitausend Euro beziffert wird. „Das ist wirklich klasse von den Erlauern", so der sportliche Leiter, der auch die Anlage der Konkurrenz lobt: „Die Anlage ist toll. Auch der Platz hat eine gute Qualität und sollte uns liegen", so Bauckmann.

 

Auf die Frage, wieso man sich vor allem bei der zweiten Mannschaft für Spiele auf künstlichem Grün bemüht, antwortet Bauckmann: „Wir haben uns im Verein gemeinsam darauf verständigt, dass wir unserer zweiten Mannschaft dahingehend entgegenkommen müssen, weil es bei ihr noch um den Klassenerhalt geht." Ob die kommenden „Heimspiele" der ersten Mannschaft gegen Brotterode (Sonntag, 19. Mai) und Steinbach-Hallenberg (Sonntag, 2. Juni) auch in Erlau ausgetragen werden, ist allerdings noch unklar. Man wolle nun erst einmal schauen, wie es in Erlau läuft, und dann weiter entscheiden, heißt es. „Es geht bei dieser ganzen Geschichte auch darum, die Spiele möglichst kostengünstig über die Bühne zu bekommen. Das gilt es wöchentlich auszuloten", so Bauckmann.

 

Was den Nachwuchs der Kreisstädter angeht, reichen die Sorgen nur bis zur D-Jugend. Der Grund: Die Eund F-Junioren haben richtige Heimspiele in Hildburghausen vor der Brust, da sie auf der nicht beschädigten oberen Hälfte des Kunstrasenplatzes auf Kleinfeld spielen können. Im Nachwuchsbereich steht das nächste Heimspiel der C-Junioren am Donnerstag um 18 Uhr gegen Veilsdorf an. Die Partie wurde nach Veilsdorf verlegt. Die A- und B-Junioren sollen ihre Heimspiele dagegen weitestgehend in Häselrieth absolvieren. „Mit viel Daumendrücken hoffe ich, dass die letzten Heimspiele der Saison auf unserem Kunstrasenplatz ausgetragen werden können", sagt Jan Schlechtweg. Mit diesen Hoffnungen ist er bei Eintracht Hildburghausen nicht allein. Auch Robert Rückner, der mit seiner Mannschaft in der Kreisoberliga noch um den Klassenerhalt bangen muss, dürfte nichts dagegen einzuwenden haben, wenngleich er sich relativ gelassen gibt: „Ich blicke dem Restprogramm optimistisch entgegen. Das sind zwar alles starke Gegner, die wir noch haben, aber die lassen auch überall Punkte. Der Kunstrasen in Schönbrunn sollte uns für den Klassenerhalt durchaus entgegen kommen."

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 30.4.2019

 


3 Fragen an Jan Floßmann, 1.Vorsitzender der SG Mendhausen


Der Schlendrian

 

Die Spielgemeinschaft Mendhausen/ Römhild hat mit der Heimniederlage gegen Hildburghausen II die Rote Laterne in der Fußball-Kreisoberliga übernommen. Das Team von Trainer Marcus Arnhold hat nach 20 Spielen lediglich 15 von möglichen 60 Punkten auf dem Konto. Mit der Redaktion spricht Jan Floßmann über die Gründe.

 

? Herr Floßmann, was sind die Ursachen für diese nun schon lang anhaltende Negativserie?

 Wir hatten aufgrund von Verletzungen zahlreiche und auch längerfristige Ausfälle zu kompensieren. Teilweise fehlten uns über mehrere Wochen wichtige Stammspieler. Der Trainer musste viel improvisieren. Wir haben einfach keine Konstanz in unser Spiel gebracht. Und dann hoffst du immer wieder auf den Knoten lösenden Dreier und auf ein wenig Glück. Aber beides blieb nun schon über einen langen Zeitraum aus. Das Selbstvertrauen geht immer mehr verloren. Es wird von Woche zu Woche schwieriger.

 

? In der Rückrunde hat die SG des Öfteren eine gute erste Hälfte gespielt, ehe sie in der zweiten Hälfte eingebrochen ist. Warum?

Es scheint, als ob die Kräfte nur für 45 Minuten ausreichen würden. Vielleicht sollten wir einen Antrag an den KFA stellen und zukünftig ohne Halbzeit durchspielen. An der Kondition liegt es aber nicht. Denn das Training und die Beteiligung sind gut. Wenn, dann liegt es eher an der Konzentration. Teilweise werden aber auch die Vorgaben nicht mehr so konsequent umgesetzt. Ein gewisser Schlendrian hält Einzug in unser Spiel.

 

? Momentan steht die SG auf dem letzten Platz. Bis zum Relegationsplatz sind es fünf Punkte. Wie groß sind die Hoffnungen auf den Klassenerhalt?

Die Spiele werden zwar weniger, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. So haben wir gegen die beiden vor uns platzierten Mannschaften noch Heimspiele. Egal wie: Hier müssen Siege her. Aber dann müssen wir unsere Leistungen auch über 90 Minuten abrufen. Doch selbst sechs Punkte werden zum Klassenerhalt wohl nicht reichen. Deshalb müssen wir auch noch woanders punkten.

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 27.4.2019

 

Nach Ostern herrscht Klarheit

 

Die BSG Wismut Gera will sich aus der Oberliga zurückziehen. Das hat auch Auswirkungen auf den Südthüringer Fußball.

 

Von Ulrich Klemm

 

Gera – Die Spatzen pfeifen es schon seit geraumer Zeit von den Dächern, nun verdichten sich die Hinweise immer mehr: Die BSG Wismut Gera wird sich am Ende der laufenden Saison aus der Fußball-Oberliga zurückziehen. Nach dem Auswärtssieg beim Tabellenletzten Zorbau sind die Ostthüringer auf Rang sieben der NOFVStaffel Süd platziert, die Abstiegsplätze liegen in relativ sicherer Entfernung. Unabhängig davon steht jedoch der Rückzugsentschluss des Thüringer Pokalfinalisten des Jahres 2018 fest, weil eine weitere Oberligazugehörigkeit aus finanziellen Gründen vorerst nicht realisierbar ist. „Die Vorbereitungen auf die Thüringenliga laufen, wir wollen eine möglichst schlagkräftige Truppe stellen", erklärte Frank Neuhaus, der vor Kurzem zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Vereins gewählt wurde. Dass man Gera in absehbarer Zeit in der Oberliga wiedertrifft, ist nicht ausgeschlossen. Der Aufstieg sei ein mittelfristiges Ziel, zuvor müsse laut Neuhaus allerdings eine belastbare finanzielle Basis gelegt werden.

 

Komplexes Regelwerk

 

Was bedeutet der Geraer Rückzug für den Südthüringer Fußball? Hier wird es definitiv Auswirkungen geben, auch wenn man wegen der äußerst komplexen Auf- und Abstiegsregelung vieles noch im Konjunktiv betrachten muss. Fakt ist, dass Gera nach jetzigem Stand der einzige Thüringer Absteiger aus der Oberliga wäre. Allerdings ist Einheit Rudolstadt noch in den Abstiegskampf verwickelt, auch weil nach jetzigem Stand, mit zwei Drittliga-Absteigern in die Regionalliga Nordost, dann die beiden Viertletzten der Oberliga noch in die Relegation müssten. Falls nun der FSV Martinroda Thüringenliga-Meister wird und – wie angekündigt – das Aufstiegsrecht in die Oberliga wahrnimmt, gäbe es unter Berücksichtigung des Geraer Rückzuges drei Absteiger aus der Thüringenliga. Wird die SpVgg Geratal, die nicht in die Oberliga aufsteigen will, Landesmeister und Martinroda nähme dann das Aufstiegsrecht nicht wahr, gäbe es sogar vier Absteiger aus der Thüringenliga.

Die Landesklasse würde als nächsttiefere Spielklasse diese bisherigen Thüringenligisten aufnehmen. Sollten die SG Glücksbrunn Schweina und der VfL Meiningen 04 den Sturz aus der Thüringenliga nicht verhindern können, würden beide Mannschaften in der Landesklasse-Staffel 3 landen, aus der dann wiederum vier Teams in die Kreisoberliga absteigen müssten. Immerhin ist in der Staffel 3 nicht mit einem Aufstiegsverzicht zu rechnen, sofern der jetzige Spitzenreiter SG 1. FC Sonneberg 04 den Platz an der Sonne verteidigt. Wenn es einen anderen Meister gibt und dieser nicht aufsteigen will,  würde die Anzahl der Absteiger aus der Landesklasse sogar auf fünf anwachsen. Bezüglich des Abstiegs aus der  Landesklasse- Staffel 3 war zu hören, dass die SG Sachsenbrunn/Crock und die SG 1951 Sonneberg unabhängig vom sportlichen Ausgang des Spieljahres ihre Zukunft in der Kreisoberliga sehen. Somit stehen zwei Absteiger bereits jetzt fest. Staffelleiter Werner Gerling wollte sich an diesen Spekulationen nicht beteiligen, kündigte aber an, dass der Thüringer Fußball-Verband nach Ostern detaillierte Informationen zur Auf- und Abstiegsfrage veröffentlicht wird.

 

In der Staffel 1 hängt der Klassenerhalt von Germania Ilmenau davon ab, dass unter den Absteigern aus der Thüringenliga keiner ist, der in diese Staffel absteigen würde.

 

Quelle: Freies Wort, Sport 19.4.2019
 

Aufgespießt

Kein Spaß: Es geht um die Wurst

 

„Spielt West?" Diese Frage stellt sich Klaus Dieter Schneider. Dabei schwingt kurzfristig etwas Hektik in diesen zwei Worten. Doch nachdem klar ist, dass der Nachbar-Fußballclub aus dem Sonneberger Westen nicht zeitgleich mit seinen Jungs ein Spiel absolviert, wird die Stimme des Fußball-Abteilungsleiters beim 1. FC Sonneberg 2004 schlagartig ruhig, gemütlich, regelrecht gelassen. Das hat auch einen Grund. Es geht um die Wurst, um die Bratwurst. Ein Problem, vor dem so viele Sportvereine an jedem Wochenende stehen: Wie viele Würste kaufe ich ein, um jeden Fan satt zu bekommen?

 

Zu wenig Würste seien nicht gut fürs „Geschäft", würden die Fans gar verärgern. Denn gerade im Sonneberger Ländle ist nichts so heilig, nichts so wichtig wie die frische Bratwurst zum Spiel. Das Ergebnis rückt da schnell in den Hintergrund. Auch zu viele Würste am Spieltag seien „suboptimal", stellt Schneider klar. Was tuen mit dem Rest? Den Spielern, Betreuern und Helfern einpacken – auf Dauer sicherlich finanziell kein Zuckerschlecken. Beim Run auf die Bratwurst – bestellt wird am Donnerstag beim Mahr, gekauft am Samstag – ist also Fingerspitzengefühl gefragt. Erfahrungswerte alleine reichen da lange nicht mehr. Man müsse genau schauen, wer wo gegen wen spielt. Denn würde West spielen, stellt Schneider klar, gäbe es garantiert ein paar Sonneberger weniger auf der Stadiontribüne. „West zieht seit eh und je", meint er. Und dass Steinach zeitgleich den Pokal-Halbfinal- Kracher gegen Neuhaus- Schierschnitz hat? Steinach sei was gaaaaaaaaanz anderes, wiegelt der Sonneberger Abteilungsleiter ab. Klar, da führen aber sicherlich etliche Schiernzer hin. Und die wöllten sicherlich auch in Steinach ne gute Broutwörscht – vom Luthardt. Fakt ist: Heute, 15 Uhr, gastiert der FC Eisenach beim Spitzenreiter der Fußball-Landesklasse, bei der SG 1. FC Sonneberg 2004. Für Fußball- Insider und Bratwurst-Fans ein Muss. Das gilt sicherlich aber auch für den Pokal-Kracher in Steinach. Mahlzeit! Lars Fritzlar

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 13.4.2019

 

Nur ein Ziel, aber fünf Meinungen

 

Steinach/Oberlind – Der erste Teil im Fußball-Kreispokal-Halbfinale, das angesichts der Beteiligten als „Sonneberger Woche" bezeichnet wird, geht am Samstag, 15 Uhr, auf dem Steinacher Kunstrasen (Talstraße) über die Bühne. Kein Geringerer als Kreisoberliga-Spitzenreiter SG SV 08/VfB Steinach trifft auf den Tabellenzweiten Neuhaus- Schierschnitz. Für Daniel Meyer, Trainer in Steinach, kein ganz normaler Punktspiel-Alltag. „In unserer aktuellen Situation hat die Meisterschaft natürlich Priorität. Wenn du allerdings in einem Pokalhalbfinale stehst, möchtest du auch das Finale", bringt es Meyer auf den Punkt. Sein Mitstreiter an der Seitenlinie, Christian Häusler, ergänzt: „Für uns ist es schon ein wichtiges Spiel, da wir mit einem Sieg im Finale wären, was für alle Beteiligten ein schönes Event wäre. In so einem Spiel gibt es keinen Favoriten, da hier letztendlich nur die Tagesform zählt beziehungsweise welches Team seine Spielidee am besten durchbekommt", so der Steinacher Trainer.

 

In Neuhaus-Schierschnitz entgegnet Isolator-Trainer Frank Rosenbauer: „Ich würde das Pokalspiel nicht wichtiger als das Punktspiel anschauen, da wir in beiden Wettbewerben noch um den Titel kämpfen. Klar ist es wichtig und reizvoll, da es um den Einzug ins Finale geht und obendrauf noch ein Derby ist. Aber nichtsdestotrotz werden wir versuchen, noch mal so eine Leistung wie gegen West abzuliefern. Die werden wir auch brauchen, um ins Finale einzuziehen. Vor allem aber wollen wir unseren Fans, die mit nach Steinach kommen und uns unterstützen, ein Spektakel bieten."

 

Der zweite Kracher, SC 06 Oberlind – SC 09 Effelder, steigt zuschauerfreundlich am Sonntag, 16 Uhr. Nico Eber,  Spielertrainer in Lind, stellt klar: „Für uns war der Pokal von Anfang an ein schönes Zubrot. Wir genießen es jetzt, so ein Spiel spielen zu dürfen. Dennoch ist für uns ein Punktspiel generell höher einzustufen." Zweifel bestehen dennoch nicht, dass er und seine Jungs am Sonntag alles in die Waagschale werfen werden, denn das Finale ist greifbar nahe. Allerdings treffen die Oberlinder mit dem SC 09 Effelder auf die Mannschaft der Rückrunde. Gleich hinter Primus Steinach (5 Spiele/5 Siege) steht die Elf von SC-Trainer Frank Vogel zusammen mit Bettelhecken auf Rang zwei der Rückrunden- Tabelle (5 Spiele/4 Siege). „In Anbetracht der besonderen Besetzung der Halbfinals, mit vier Mannschaften aus dem Landkreis, ist es natürlich ein besonderes Spiel. Da unsere Saison bisher eher unterdurchschnittlich verlaufen ist und wir uns jetzt erst wieder stabilisiert haben, können wir uns mit dem Weiterkommen einen besonderen Saisonhöhepunkt erarbeiten. Wir freuen uns darauf und auf zahlreiche Effelder Zuschauer", hofft Vogel. Fri

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 12.4.2019

 

 

Vom Moorloch zum Perserteppich

 

Im vergangenen Jahr drohte dem Dino der Fußball-Kreisoberliga noch das Aus. Doch inzwischen sieht die Welt beim SV 08 Westhausen ganz anders aus. Zwei Siege, ein Unentschieden in drei Spielen lautet die bisherige Bilanz 2019. Der  Aufwärtstrend ist sicherlich auch dem Rückzug der zweiten Mannschaft aus dem Spielbetrieb der 1. Kreisklasse West geschuldet. Doch es gibt noch einen anderen Grund. Für den wurden jede Menge Erdreich bewegt und reichlich graue Haare in Kauf genommen. Im Interview spricht die Redaktion mit Bürgermeister Ulf Neundorf und Steffen Müller, Spieltrainer und Fußball-Abteilungsleiter des SV 08 Westhausen, über den Erfolg unter den Füßen: Die Spielstätte „Grüner Berg".

 

Herr Müller, Ihr Team hat in diesem Kalenderjahr noch keine Partie verloren. Warum klappt es auf dem neuen Rasen so gut?

Wir sind eine spielerisch gute Mannschaft. Solche Plätze, wie wir ihn nun haben, kommen uns entgegen. Unsere spielerischen Mittel können wir hier viel besser ein- und umsetzen. Es wurde wirklich Zeit, dass wir endlich wieder echte Heimspiele haben.

 

Herr Neundorf, welche Maßnahmen waren für den neuen Rasenplatz notwendig?

Vom alten Platz ist eigentlich gar nichts mehr da. Alles ist neu – Unterbau des Sportplatzes, Drainage, Beund Entwässerung, unterirdische Beregnungsanlage mit zeitgesteuerten Sprengern und natürlich ein nigelnagelneuer Rasen. Dazu waren grundhafte Arbeiten und jede Menge Erdbewegungen notwendig. Mit so einer langen Bauzeit hatten wir eigentlich gar nicht gerechnet. Aber da kam dann schon einiges zusammen. Los ging es im Herbst 2017. Der Unterbau war fertig. Wir konnten aber aufgrund der Regenperiode keine Erde aufbringen. Erst im Frühjahr konnten wir weitermachen. Im  vergangenen Jahr kam dann die lange Trockenperiode hinzu. Wir hatten kein Wasser zum Beregnen. Insgesamt hat uns der Sportplatzneubau schon einige graue Haare beschert.

 

Bei den grauen Haaren ist es aber nicht geblieben. Wie hoch waren die Kosten?

Insgesamt haben wir in die Sportanlage „Grüner Berg" 87 000 Euro investiert. Wir hatten weiterhin das Glück und konnten den Sportplatzersatzbau über die Dorferneuerung abrechnen. Gefördert wurde die Maßnahme mit immerhin 65 Prozent. Der Rest kam von der Gemeinde und waren Eigenleistungen des Vereins. Eigentlich hat Freies Wort den ganzen  Sportplatzumbau erst ins Rollen gebracht. In einem Spielbericht wurde unsere Spielstätte mal als verkappter Golfplatz mit einem Sandbunker beschrieben. Andere sprachen von einem Moor-Loch mitten auf dem Fußballplatz. Diese  Umschreibungen waren gar nicht so unzutreffend. Es musste was passieren.

 

Sind nun alle Arbeiten abgeschlossen?

Die Spielstätte ist top, der Rasen entspricht einem Perserteppich, was aber noch fehlt, ist eine Flutlichtanlage. Hier müssen wir erst wieder ein wenig sparen. Aber vorbereitende Arbeiten hierzu sind schon durchgeführt. Die Kabel liegen bereits in der Erde. Die Flutlichtmasten und die Elektroinstallation werden folgen.

 

Kommen nun wieder mehr Zuschauer zu den Spielen des SV 08 Westhausen?

Ja. Die Unterstützung ist wieder eine ganz andere. Die Leute wussten ja teilweise gar nicht, wo wir am Wochenende gekickt haben. Seit März ist das wieder klar. Das sehen wir auch an den Zuschauerzahlen. 150 bis 200 Zuschauer kommen zur Unterstützung. Auch der Komfort für unsere Fans, ich nenne hier nur die Stichworte Sitzmöglichkeiten und Rundumversorgung, ist natürlich ein ganz anderer. Oben auf dem Hartplatz mit den wenigen Zuschauern war es kostenmäßig ein Verlustgeschäft. Die wöchentlichen Einnahmen haben nicht einmal für die Begleichung der Schiedsrichterkosten gereicht. Wir sind wirklich froh, dass die Begegnungen auf dem Waldsportplatz nun der Vergangenheit angehören.

 

Wie lange bleibt der Grüne Berg ein Punkte-Lieferant?

Wir sind zu Hause seit drei Spielen ungeschlagen. Sieben Punkte aus diesen Begegnungen sind okay. Allerdings hätten sogar neun sein müssen. Wenn man in der Schlussphase gegen Mendhausen/Römhild mit zwei Toren Vorsprung führt, muss man gewinnen. Am Sonntag kommt nun Veilsdorf/Heßberg zum Nachholspiel. Das wird ein Spiel auf Augenhöhe.  Mit den Zuschauern im Rücken und der Unterstützung wollen wir den Sportplatz wieder zu einer Festung machen. Interview: awh


 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 12.4.2019



 

Im Interview: Tino Luther Stürmer des SV Schleusegrund

 

Der Knipser

 

Tormaschinen gibt es viele. Auch in einem langen Tal des Thüringer Waldes. Genauer gesagt beim SV Schleusegrund Schönbrunn. Bislang spielt der Aufsteiger eine starke Saison in der Kreisoberliga.  Dass das so ist, liegt auch anTorjäger Tino Luther. Im Interview spricht der Angreifer über die Kunst des Toreschießens, über Torflauten und verrät, warum Schönbrunn mehr mit der oberen als der unteren Tabellenhälfte zu tun hat.

Herr Luther, Sie haben am vergangenen Spieltag Ihr persönliches Torkonto von neun auf 13 aufgestockt. Da können sich Gelbricht, Diller und Winkler, was die Torjägerkrone angeht, jetzt warm anziehen.

Ja, ich hoffe es (lacht) .

 

War das Ihr erster Quattrick, Quattro oder wie auch immer man das Ganze nennen mag?

Nein. Das Beste waren mal sechs Tore in einem Spiel.

 

Manchmal haben Stürmer ja so ein Gespür für gute Tage. Hätten Sie damit gerechnet, dass Sie in diesem Spiel noch vier Buden machen?

Ehrlich gesagt, nein. Wir haben die erste Hälfte komplett verschlafen. Dass wir das Spiel noch drehen, daran habe ich schon geglaubt, aber nicht mit vier Treffern von mir. Die hätte ich allerdings nicht ohne die Unterstützung von Mark-André Möhring, Max Holland, Florian Krause und meinen restlichen Kollegen geschafft. Wenn die Mannschaft nicht so harmonieren würde, würde ich kein einziges Tor erzielen.

 

In der vergangenen Saison haben Sie 30 Treffer in der Kreisliga erzielt. Das Toreschießen liegt Ihnen.War das schon immer so?

Nicht ganz. Ich habe damals im Jugendbereich als linker Mittelfeldspieler angefangen. In Schönbrunn hat sich dann allmählich herauskristallisiert, dass ich eine Reihe weiter vorn ganz gut aufgehoben bin.

 

Treffen Sie lieber mit dem linken oder dem rechten Fuß oder mit dem Kopf?

Ich bin Linksfuß, habe aber auch schon Tore mit rechts erzielt. Wenn ich den Ball denn ordentlich getroffen habe (lacht) . Kopfballtore habe ich auch schon ein paar gemacht, aber das ist nicht unbedingt meine Stärke.

 

Wo haben Sie das Fußballspielen gelernt?

Angefangen habe ich bei den Junioren in Schönbrunn.

 

Sie haben schon viele Treffer in Ihrer Laufbahn erzielt. Waren auch Eigentore dabei?

Nein. Davon bin ich bislang zum Glück verschont geblieben.

 

Wer sind Ihre Vorbilder?

Naja. Lewandowski ist schon eine Tormaschine. Und vielleicht eine Ebene höher Ronaldo, Messi. Das sind schon exzellente Spieler, die Buden im Schlaf machen.

 

Was ist mit Mohamed Salah?

Der ist natürlich auch stark. Keine Frage. Ist im Übrigen auch Linksfuß. In der vergangenen Saison hat der bei Liverpool natürlich voll den Vogel abgeschossen, aber derzeit hat er eine kleine Torflaute.

 

Hatten Sie schon mal eine?

Ja. Da habe ich in der Saison nur sieben oder acht Tore gemacht.

 

Andere wären über so eine Trefferausbeute glücklich.

Ja, aber ich als Stürmer kann das nicht sein.

 

Wie kommen Torflauten zustande. Und wie gehen Sie mit solchen um?

Das ist schwer zu sagen. Manchmal häufen sich einfach die Momente, in denen man Pech hat, in geballter Form. Der Ball springt vom Innenpfosten wieder raus, rutscht über den Schlappen oder man rutscht an einer Hereingabe knapp vorbei. Je länger du ohne Treffer bleibst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich irgendwann auch der Kopf einschaltet. Ein Patentrezept gibt es da, glaube ich, nicht. Wichtig ist, ruhig zu bleiben. Irgendwann kommt das Glück auch wieder.

 

Was macht die Kunst eines Torjägers aus?

Wenn du ein Knipser bist, dann darfst du dir vorher keine Gedanken machen. Ansonsten hast du verloren. Du musst den Kopf eigentlich nur hochnehmen und versuchen, den Ball bestmöglich zu treffen.

 

Sie sind seit der Neugründung 2012 beim SV Schleusegrund Schönbrunn. Seitdem ging es für Sie und den Verein  kontinuierlich nach oben. Was ist das Erfolgsrezept dieser Mannschaft?

Ich bin seit 2012 dabei. Das ist richtig. Zwischenzeitlich spielte ich allerdings auch für die SG Sachsenbrunn/ Fehrenbach. Unser Erfolgsrezept ist meiner Meinung nach der Zusammenhalt in der Mannschaft. Wir unternehmen auch fernab des Platzes viel miteinander. Wir gehen ehrlich miteinander um und reden nicht hinter dem Rücken des anderen. Wenn jemand schlecht gespielt hat, dann bekommt er das auch auf faire Weise, ohne irgendwelche derben Ausdrücke, gesagt. Da ist niemand eingeschnappt.

 

Auch in dieser Liga konntet ihr schon dem ein oder anderen ein Bein stellen. Am Samstag müsst ihr zum Spitzenreiter nach Steinach. Schießen Sie Schönbrunn auch hier zum Sieg?

Ich hoffe, dass ich mein Pulver am vergangenen Spieltag nicht verschossen habe (lacht ).

 

Was rechnet ihr euch aus?

Steinach hat eine sehr junge Truppe. Ich kenne viele von ihnen durch meine Zeit bei den Junioren. Sie haben wirklich technisch starke Spieler. Auch auf der Ersatzbank. Allerdings haben wir die auch. Ich denke, dass wir mit einem Punkt in Steinach zufrieden sein können.

 

Nicht viele hatten Ihre Mannschaft vor der Saison auf dem Zettel. Nun steht die Elf vom Schleusegrund im vorderen Mittelfeld. Was glauben Sie, wo wird das Team von Trainer Dirk Forkel am Saisonende landen?

Oberste Priorität hat der Klassenerhalt. Aber wir wollen nicht nur ganz knapp die Klasse halten, sondern schon im  gesicherten Mittelfeld. Alles was darüber hinaus liegt, würden wir selbstverständlich gerne mitnehmen.

 

Was trauen Sie der Mannschaft in Zukunft noch zu?

Unser Team hat viel Potenzial. Wir kennen uns fast alle aus dem Juniorenbereich. Ich hoffe, dass die Mannschaft noch lange so zusammenbleibt. Dann ist irgendwann vielleicht auch die Landesklasse drin. Interview: Carsten Jentzsch

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 5.4.2019

 
 

„Die Jungs sind heiß"
 

Die Winterpause ist vorbei. Auch in der Kreisoberliga Südthüringen rollt am Wochenende wieder der Ball. Besonders im Fokus steht das Duell der schlechtesten Defensive gegen eine der schlechtesten Offensiven.

Hildburghausen – Grabfeld-Derby, Aufsteiger-Duell, Kellerkinder gegen Mittelfeld-Dümpler. Der erste Spieltag im Kalenderjahr hat es mit vier direkten Vergleichen der Mannschaften aus dem Landkreis Hildburghausen gleich in sich. Besondere Brisanz verspricht das ewig junge Duell der beiden Grabfeld-Teams aus Milz und Haina. In der jüngsten Vergangenheit waren die Zuschauerzahlen zwar etwas rückläufig, aber nach einigen Wochen ohne Fußball und mit Blick auf die Tabelle dürften die Fans diesmal gespannt zum Milzer Sportplatz pilgern. Die Gastgeber stehen aktuell auf dem letzten Tabellenplatz. Sie brauchen dringend Punkte, um die untere Region zu verlassen. Die Hainaer rechnen sich noch Chancen aus, um vorn um die Meisterschaft mitzuspielen.  Punkteteilungen, wie in der vergangenen Saison (1:1 und 2:2) dürften keinem so richtig weiterhelfen.

In den bisherigen sechs direkten Vergleichen in Kreisoberliga und Landesklasse ist der HSV mit vier Siegen und zwei Unentschieden noch ungeschlagen. Doch das Derby ist ja schon viel älter. In der Kreisliga Hildburghausen gab es bisher 14 weitere direkte Duelle. Hier führt Milz mit 7:5 Siegen und zwei weiteren Unentschieden die Statistik an. Milz-Trainer Frank Sommer gibt sich vor dem Derby durchaus euphorisch: „Wir waren in der vergangenen Woche von Freitag bis Sonntag im Trainingslager in Rappershausen. Dort haben wir uns auch ein bisschen eingeschworen. Die Jungs sind heiß und wollen die Rückrunde positiv gestalten und schnell da unten raus. Noch ist einiges möglich. Wir gehen die Sache positiv an." Personell müssen die Milzer mit Daniel Sommer (Probleme mit dem Kreuzband) und Marvin Lautensack (privat verhindert) auf zwei Leistungsträger verzichten.

Auf HSV-Seite sieht es allerdings nicht viel besser aus. Mit Martin Hoffmann, Leonard und Lukas Höfer, Jens Gundelwein, Julian Busam und Christian Fritsch fällt fast die komplette Abwehrreihe aus. Fritsch laboriert an den Folgen einer Verletzung, die er sich im Spiel gegen die SG Veilsdorf/Heßberg zugezogen hat. Das Team von Trainer Hans- Georg Meisch startete nämlich bereits mit dem Nachholspiel im Eichigt vergangene Woche in die neue Saison. Ob der HSV dadurch schon weiter ist, darf bezweifelt werden. Denn das erste Spiel offenbarte die gleichen Probleme wie in der Hinrunde. So gibt es, was die Chancenverwertung angeht, noch deutliche Reserven. In den bisherigen 15 Begegnungen erzielte der HSV 26 Treffer. Das ist die fünftschlechteste Ausbeute aller Kreisoberligisten. Die mit 39 Gegentreffern gebeutelten Milzer hätten gegen einen Fortbestand dieser Serie sicherlich nichts einzuwenden. Zwölf Gegentreffer auf HSV-Seiten sind hingegen der Topwert der Liga. „Spiele gegen Milz sind immer was Besonderes. Aber zunächst brauchen wir für Samstag erst einmal elf Akteure. Hoffentlich bringt das Abschlusstraining ein paar Lichtblicke in Bezug auf die Aufstellung. Besonders in der Abwehr müssen wir improvisieren", sagt HSVTrainer Hans-Georg Meisch vor diesem Duell.


Auf dem Kunstrasenplatz in Schönbrunn stehen sich die beiden Aufsteiger vom SV Schleusegrund und Hildburghausen II gegenüber. Beide sind in der Tabelle auf den Positionen sieben und zehn lediglich drei Punkte voneinander getrennt. Im Hinspiel auf dem Kunstrasen in Hildburghausen gab es ein 1:1. In der vergangenen Woche testeten beide Teams noch einmal gegen direkte Kreisoberligisten. Schönbrunn unterlag beim Erlauer SV knapp mit 1:2, Hildburghausen II trennte sich von der SG Goßmannsrod/ Oberland in einem torreichen Spiel 5:5 unentschieden. Awh

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 15.3.2019



300 Kilometer für ein gutes Fundament

 

Ein Highlight – so kurz vor dem Start in die Frühjahrsrunde – beschert Fußball- Kreisoberligist SC 06 Oberlind einen Motivationsschub.

Oberlind/Sušice – Den Start in den Monat März vollzogen die 22 Kicker des SC 06 Oberlind nicht in ihrer Heimat, sondern im 300 Kilometer entfernten Sušice (Tschechien). Dabei hatte Trainer Nico Eber auch die Reiseleitung übernommen. Zu seinen Aufgaben gehörte es nun zum Beispiel auch, die Zimmer zusammen mit Co Thomas Müller im Hotel „Gabreta" einzuteilen. Nur zwei Stunden nach der Ankunft blies Eber dann aber schon zur ersten von insgesamt fünf Trainingseinheiten – auf dem Kunstrasenplatz des TJ Sušice. Die Oberlinder Fußballer fanden dort auf dem nur 500 Meter vom Hotel entfernten Sportgelände hervorragende Bedingungen vor. Die jeweils 90-minütigen Einheiten wurden von beiden Trainern bestens vorbereitet, und auch die Spieler zogen diszipliniert mit. Das Freundschaftsspiel gegen den TJ Nezamyslice am Samstag konnten die Grün-Weißen mit 5:1 (4:1) deutlich gewinnen und stießen dabei vor allem immer wieder gefährlich über die schnellen Außen vor das gegnerische Tor. Die Treffer teilten sich Christoph Zeh (3) und Patrick Florian (2). Doch nicht nur fußballerisch war das Trainingslager eine erfolgreiche Sache, denn so konnte auch zwischen und nach den Trainingseinheiten einiges für die Gemeinschaft getan werden.

Und so sprachen beim Fazit alle noch einmal die gleiche Sprache: „Ein tolles Trainingslager geht zu Ende." Das Fundament für die Frühjahrsrunde scheint also gelegt zu sein beim SC 06 Oberlind, wobei man sich nach wie vor bewusst ist: Die Wahrheit liege auf dem Platz. Eb

Teilnehmer/Trainingslager: Carlo Bischoff, Tassilo Blankenburg, Patrick Florian, Kevin Geßwein, Martin Hahnemann, Chris Haupt, Tino Jäger, Niklas Kluge, David Meier, Adrian Müller, Paul Nerlich, Michael Pfeffer, Andreas Rudolph, Sebastian Schmidt, Roman Sofronov, Martin Wehner, Sascha Weigelt, Martin Zapf, Christoph Zeh Trainer: Nico Eber, Thomas Müller Betreuer: Eric Bischoff

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 9.3.2019

 


Vom Labor in die Praxis

 

Haina – Eine Woche vor dem offiziellen Rückrundenstart in der Fußball- Kreisoberliga geht es für den Hainaer SV und die SG Veilsdorf bereits an diesem Samstag um Punkte. Das Nachholspiel zwischen dem Tabellenvierten und dem Sechsten beginnt um 15 Uhr in Haina. Vor dem Duell trennen beide Mannschaften sechs Punkte und 18 Treffer voneinander. Mit einem Sieg könnten die Grabfelder nach Punkten zum Tabellenführer aus Neuhaus-Schierschnitz aufschließen. Zur Tabellenführung müssten sie mit mindestens sieben Toren Differenz gewinnen. Allerdings scheint das doch nahezu ausgeschlossen. In den letzten Testspielen erzielten die Hainaer ein 2:2 gegen Bad Blankenburg, eine 2:10-Niederlage gegen FT Schweinfurth, sowie ein 0:4 in Hildburghausen am Dienstag. „Wir haben in Hildburghausen trotz zahlreicher Ausfälle ein gutes Spiel gemacht. Darauf können wir aufbauen. Natürlich wollen wir gegen Veilsdorf gewinnen und somit weiterhin vorne mitspielen", sagt HSV-Trainer Hans-Georg Meisch vor diesem Duell.

 

Die SG Veilsdorf kann in der Vorbereitung die komplette Palette an Ergebnissen vorweisen. Niederlage gegen Dreißigacker (1:2), Remis gegen Dietzhausen (4:4), Pleite in Suhl- Goldlauter (2:12) und zuletzt ein 6:4-Erfolg über Kreisligist Bedheim. „Nach dem Goldlauter-Spiel war die Stimmung ernüchternd, aber mittlerweileist sie wieder positiv. Testspiele sind Proben. Hier wird teilweise experimentiert und dann werden Schlüsse daraus gezogen. Am Ende zählen dann nur die Punktspiele", so SG Trainer Enrico Amend. Personell stehen hinter den Einsätzen von Sören Frischmuth, Manuel Weikardt, Tom Otto und Andy Schneider Fragezeichen.

Falls der Platz auf dem Heilig Kreuz in Haina nicht bespielbar sein sollte, wird die Partie auf dem Hartplatz Rote Erde in Veilsdorf ausgetragen. Darauf haben sich beide Mannschaften bereits auf der Staffeltagung geeinigt. Awh

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 8.3.2019



Die Mischung macht’s

 

Die Spannung steigt. Am Samstag beginnt mit dem Nachholspiel in Haina die Frühjahrsrunde in der Fußball-Kreisoberliga. Ein Quintett streitet sich um den Meistertitel, aber auch um den damit verbundenen Landesklasse-Aufstieg?

Sonneberg – Der SV Isolator Neuhaus-Schierschnitz liegt nach 15 Runden vorne. Freilich beträgt der Vorsprung auf die Konkurrenz nur zwei Punkte – der HSV könnte im Falle eines Sieges im Nachholspiel noch gleichziehen –, aber die „Iso" überzeugte vom Saisonstart an. Besonders stark waren die Rosenbauer-Schützlinge auf der heimischen „Biene". Sieben Erfolgen steht nur eine Niederlage gegen Schönbrunn (1:2) gegenüber. Auswärts erreichten die Mannen um den jungen Torwart Karl Schindhelm, der als eines der größten Torwarttalente im Landkreis gilt, eine ausgeglichene Bilanz. Der Spielerkader der Unterländer ist gut durchgemischt, denn in allen Mannschaftsteilen finden sich Routiniers und Youngster. Zu den großen Stützen zählen neben den Gebrüdern Maurice und Steve Gelhaar noch Klaus Meusel, Andreas Ehnes, Stefan Kuot sowie die beiden Torjäger, Martin Gelbricht und Marcel Winkler. „Wir haben das beste Sturmduo der Liga", schwärmt Trainer Frank Rosenbauer. Martin Gelbricht, der nur elfmal spielen konnte, jagte die Kugel bereits 15 Mal in die gegnerischen Maschen. Damit führt er die Torjägerliste an. Marcel Winkler (12 Tore) und Andreas Ehnes (8) sind in dieser Kategorie auch recht weit vorne zu finden. „Wir sind natürlich mit der Vorrunde zufrieden. Jetzt müssen wir hart arbeiten, um auch im Frühjahr erfolgreich zu sein", so Isolator- Trainer Frank Rosenbauer. Obwohl die „Iso"-Elf die Tabelle anführt, hält sich das Interesse in Grenzen. 740 Fans pilgerten in dieser Saison zur „Biene" – im Durchschnitt 92. Vielleicht kommt im Frühjahr ein besserer Wert zusammen, denn dann erwarten die Unterländer noch Sonneberg-West und Steinach. Dann wird Moritz Baumgarten (bisher SG 1. FC  Sonneberg/Judenbach) die Schuhe für Neuhaus-Schierschnitz schnüren und damit ein weiterer junger Spieler ins Konzept der Unterländer eingebaut.

 

Vor Saisonbeginn galt der Erlauer SV Grün-Weiß als der Top-Favorit. Mit Eggemann (aus Sachsenbrunn) und Pilz (Suhl) bekam Erlau Top-Leute hinzu. Doch es lief in der Vorrunde nicht optimal. Trotzdem konnten die Grün-Weißen im Endspurt vor der Winterpause den Rückstand auf zwei Zähler verringern.

 

Der TSV 1884 Germania Sonneberg- West hatte in der Sommerpause vier Abgänge zu verkraften. Johannes Roth wechselte nach Hirschfeld, Max Züllich ging zum Stadtrivalen 1. FC Sonneberg 04, Frederic Wohlleben und Max Töpfer zum Ligakonkurrenten SV 08 Steinach. Weitere Eigengewächse rückten nach: Philipp Holland (14 Einsätze), Florian Horn (11), Dominik Stammberger (3), Jonas Döbrich (3). Dazu kamen die Neuzugänge Franz Rebhan (Unterlind/ 14), Marcel Recknagel (Neustadt- Wildenheid/7) und Oliver Jürß (Köppelsdorf/1). Trainer Sven Brückner hatte damit einen großen, leistungsfähigen und qualitativ stark besetzten Kader, welcher die Erwartungen auch voll erfüllen konnte. Klasse Heimspiele (sechs Siege, ein Remis, eine Niederlage) bescherte der TSV seinem kleinen Anhang. Doch nur 690 Zuschauer (86 im Schnitt/13.) verfolgten die Heimspiele der Bettelhecker. Da aber die lukrativen Gegner (Steinach, Haina, Effelder, Erlau, Veilsdorf) erst im Frühjahr am „Karpfenteich" gastieren, dürfte der Schnitt bei guten Leistungen steigen. In der Fremde ist die Bilanz der Germanen ausgeglichen; damit liegt der TSV im grünen Bereich. „Wir lassen in den Spielen noch zu viele Chancen ungenutzt", haderte Coach Sven Brückner manchmal mit der Chancenverwertung. Patrick Bauer (10) und Amir Rezai (9) sind die besten Torschützen der „Westler". Nach einem halben Jahr in Hirschfeld kehrt Johannes Roth zu seiner Germania zurück. Er wird dem Spiel gewiss den Stempel aufdrücken und auch auf Torejagd gehen.

 

Mit der SG SV 08/VfB Steinach folgt der nächste Kreisvertreter auf Rang vier. Nach dem Abstieg aus der Landesklasse folgte beim Traditionsverein Nummer eins in Südthüringen ein radikaler Umbruch. Mit Björn Sesselmann, Stefan Wild und Jan Möller beendeten ältere, verdienstvolle Spieler ihre Laufbahn. Zudem schlossen sich Dominik Wenke und Pascal Koch der SG 1951 Sonneberg an. Trainer Daniel Meyer – er bekommt nun als gleichberechtigten Trainer Christian Häusler zur Seite gestellt – hatte von Sonneberg-West mit Frederic Wohlleben und Max Töpfer zwei große Talente, dazu Nico Leipold-Büttner aus dem eigenen Nachwuchs bekommen und eine sehr junge Mannschaft auf das Feld geschickt. „Die jungen Spieler brauchen Zeit, um sich zu entwickeln und zu profilieren", sagte Coach Meyer vor Saisonbeginn. In Steinach wollte man von einem sofortigen Wiederaufstieg vorerst nichts wissen. Ein vorderer Mittelfeldplatz war das Saisonziel. Die junge Mannschaft „verkaufte" sich dann aber sehr gut. Dreimal führte Steinach die Tabelle an. Neben der sehr guten Heimbilanz (5/1/1) holten die Blau-Weißen auch auswärts bereits zwölf Punkte. Top Ergebnissen wie beim 3:2 in Erlau folgten dann aber auch Rückschläge. Bei den beiden Neulingen wurden Niederlagen bezogen: In Schönbrunn hieß es 1:2 und bei Hildburghausen II 0:1. In der Gunst der Zuschauer rangiert Steinach weit vorne. 1170 Fans (167 im Schnitt) wurden im Fellberg-Stadion gezählt. Max Töpfer ist mit sechs Toren treffsicherster Steinacher. Im Pokal stehen die 08er im Semifinale und empfangen Spitzenreiter Neuhaus-Schierschnitz.

 

Zum Spitzen-Quintett zählt auch der Hainaer SV, der am Samstag, 9. März, noch ein Nachholspiel gegen Veilsdorf austragen muss. Der HSV verfügt über die beste Defensivreihe; ab dem Frühjahr muss er aber ohne Patrick Jäger auskommen, der sich Häselrieth angeschlossen hat. Das Mittelfeld der Tabelle reicht von der SG Veilsdorf/Heßberg über den starken Neuling SV Schleusegrund Schönbrunn bis hin zum SC 06 Oberlind und zur SG Goßmannsrod/Oberland. Während Veilsdorf längst nicht mehr die Qualität früherer Jahre hat, ist man beim Zuschauerkrösus Schönbrunn (1613/230 im Schnitt) mit dem Saisonverlauf zufrieden.

„Nur nicht gleich wieder in der hinteren Tabellenregion festsetzen", hieß es beim SC 06 Oberlind. Die Schützlinge von Nico Eber verloren zwar das Auftaktspiel gegen Effelder, aber dann folgte auch schon der erste Auswärtserfolg. Mit 3:0 gewannen die 06er bei der SG Milz/Eicha. Die Achterbahnfahrt ging so weiter. Daheim folgten weitere Niederlagen gegen Erlau und Goßmannsrod, bevor dann am 10. Spieltag der erste Heimerfolg gelang. 3:0 hieß es gegen Mendhausen/Römhild. Damit war wohl der Heim-Bann gebrochen. Es folgte ein weiterer Sieg zum Kehraus gegen Milz. Die 06er, deren große Stärken die mannschaftliche Geschlossenheit und die starke Defensive sind, konnten weitere Auswärtserfolge einheimsen. In Bettelhecken und in Veilsdorf gaben die Eber/Müller- Schützlinge den Heimteams das Nachsehen. Dass die Oberlinder selbst das Spiel auch gestalten können, bewiesen sie nicht zuletzt im Pokal-Viertelfinale gegen Erlau (2:0). Nun treffen die 06er auf den SC 09 Effelder im Semifinale. Bester Torschütze der Oberlinder war wieder einmal Christoph Zeh mit neun Toren. Christian Bauer (SG 1951 Sonneberg) und Torwart Sascha Weigelt (TSV 1921 Haselbach) schlossen sich in der Winterpause den 06ern an und werden die Grün-Weißen fortan verstärken.


Auch bei der SG Goßmannsrod/ Oberland gab es zumeist zufriedene Gesichter. Der zweite Aufsteiger, der FSV 06 Eintracht Hildburghausen II, hatte eine starke Startphase, dann musste auch ab und zu eine bittere Pille geschluckt werden. Schwankende Leistungen erbrachte der SV 08 Westhausen, der mit 15 Punkten die gefährdete Zone anführt.

In Abstiegsgefahr befindet sich nach vielen guten Jahren der SC 09 Effelder. Vor Saisonbeginn verabschiedete sich Martin Lehr (Sachsenbrunn), und auch Tobias Treciak (Schalkau) wechselte zurück zu seinem Heimatverein. Robert Bätz war bereits seit der Winterpause ausgefallen. Dennoch schien es, dass der SC 09 Effelder wieder eine gute Serie spielen kann. Dem 1:0 im Pokal in Schleusingen folgte ein 2:0-Auswärtserfolg im Derby in Oberlind. Alles schien in normalen Bahnen zu laufen. Aber mit dem 1:4 gegen Haina (2. Spieltag) – Abwehrchef Andy Kob wurde des Feldes verwiesen – begannen die Probleme. Trainer Frank Vogel musste immer wieder in der Innenverteidigung Veränderungen und Justierungen vornehmen. Die Mannschaft verlor nicht nur Spiele, sie verlor auch den Glauben an sich selber. Woche für Woche fabrizierten erfahrene und junge Spieler viele  individuelle Fehler. 46 Gegentreffer sind Liga-Negativ-Rekord. Während in der Fremde fünf Niederlagen eingesteckt werden mussten, haben die 09er auch eine negative Heimbilanz. Viermal entführten die Gastmannschaften die Punkte. Trotz dieser nicht gerade erfreulichen Zwischenbilanz kamen noch immer 975 Zuschauer zu den Heimspielen (121 im Durchschnitt). Personelle Veränderungen wird es in der Winterpause geben. Ihren Abschied haben Pascal Neuber und Julian Sommer angekündigt; dafür kommen Robert Bätz, Maxi Engel und Torwart-Routinier Michael Funke zurück. Im Pokal gewannen die 09er ihre drei Auswärtsspiele und müssen nunmehr erneut auf Reisen: Oberlind ist das Reise-Ziel.

 

Geographisch liegen die Grabfeld-Teams SG Mendhausen/Römhild und die SG Milz/Eicha nicht weit voneinander entfernt. Auch in der Tabelle sind beide Teams Nachbarn. Mit 13 Punkten nimmt Mendhausen den ersten Abstiegsplatz ein, während die Rote Laterne bei der SG Milz/Eicha über den Winter in festen Händen war. red

  

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg  vom 6.3.2019



Elf vom Schleusegrund fegt über Suhl hinweg

 

Schönbrunn – Kreisoberliga-Aufsteiger Schönbrunn verpasste dem Suhler SV am vergangenen Wochenende eine deftige Niederlage. Mit 8:1 triumphierte das Team über den Absteiger aus der Landesklasse. Vor allem in der Anfangsphase bestimmte die Mannschaft von Trainer Dirk Forkel das Geschehen. Mit schnellem  Kombinationsspiel wussten sie die Waffenstädter immer wieder zu überraschen. Schönbrunns Torjäger Tino

Luther profitierte ein ums andere Mal von den Vorlagen durch Mark- André Möhring, sodass die Gastgeber bereits frühzeitig in Führung gingen. Nach dem 1:0 durch Luther in der dritten Minute kamen die Gäste immer

besser ins Spiel und schafften nach guter Vorarbeit von Shafiee durch Moso den verdienten Anschluss. Es hätte noch besser für die Gäste kommen können, wenn Kaiser (14.) und Jaiteh (30.) ihre Gelegenheiten genutzt hätten. Danach aber zogen die Gastgeber das Tempo wieder an und der an diesem Tag gut aufgelegte Möhring sowie Anton Sittig schraubten das Ergebnis wieder in die Höhe.

Nur vier Minuten nach Wiederbeginn traf Luther mit einer hohen Hereingabe – gewollt oder ungewollt – über Torwart Mentzel zum 5:1. Kurz danach war der agile Sittig Nutznießer des gekonnten Zuspiels von Luther, ehe Nils Grosser seine Qualitäten als Vorbereiter und Vollstrecker zeigte. Suhls einzige Möglichkeit zur Resultatsverbesserung ergab sich in der 82. Minute, als Shiar Moso am reaktionsschnellen Ersatztorwart der Schleusegrundler, Patrick Neumann, scheiterte. Hfi

 

Hummel (Haina) – 1:0/2:0 T. Luther (3./9.), 2:1 S. Moso (15.), 3:1 M.-A. Möhring (37.), 4:1 Sittig (43.), 5:1 T. Luther (50.), 6:1 A. Sittig (54.), 7:1 T. Luther (76.), 8:1 N. Grosser (82.)

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 6.3.2019


 
Gewinnen und gewinnen lassen

 

Auf 1:13 folgt 12:2 und 2:1. So richtig zufrieden kann Goldlauter mit Letzterem, dem Testspiel-Sieg über den Erlauer SV, aber nicht sein – oder wie Erlaus Trainer Frühauf sagen würde: „Unterm Strich haben wir 4:2 gewonnen."

 

Von Karsten Tischer

 

Suhl – Dominik Eggemann konnte einem fast ein wenig leidtun, wie er nach gut 70 Minuten an Torwart Maik Lipsius vorbeikreiselt, irgendwo knapp vor der Grundlinie zum Stehen kommt, noch einmal einen Haken macht, weil der Winkel zum Tor nun viel zu spitz zum einfachen Einschieben ist, und das Leder dann doch nicht im leeren Goldlauterer Kasten unterbekommt, weil Eggemann auf dem Suhler Kunstrasen wegrutscht und auf das Grün klatscht. Wieder kein Tor für den Erlauer SV Grün-Weiß. Und so langsam konnte sich auch die Goldlauterer Bank einen Hauch von Spott nicht mehr verkneifen. „Ihr wollt heute wohl kein Tor schießen?", war da zu hören. Eine Frage, die Wolfgang Triebel vom Erlauer Trainerduo mit einem breiten Grinsen und einem ebenso flapsigen Spruch sogleich beantwortet. Mittlerweile hat der Galgenhumor Einzug in Erlau gehalten. Fünf Kreuzbandrisse in einer Saison, die erst zur Hälfte vorüber ist. Der letzte erst eine Woche vor dem Goldlauter-Testspiel in Haarhausen, als es mit Björn Weißbrodt den nächsten Eckpfeiler der Grün-Weißen erwischte. Gut möglich, glaubt Trainer Nummer zwei, Marko Frühauf, dass zwei der Spieler mit Kreuzbandrissen wohl überhaupt nicht wieder gegen einen Ball treten werden. So passte der Beginn des Testspiels zwei Wochen vor dem Rückrundenstart der beiden Fußball-Kreisoberligisten zur angespannten Personalsituation auf Gästeseite. Goldlauter dominierte zwei Tage nach dem 12:2-Sieg gegen Veilsdorf/Heßberg, obwohl selbst nicht in Bestbesetzung. Trainer Lars Müller – immerhin auch schon 37 – stellte sich als Sechser auf und dirigierte das Spiel von der Zentrale aus. Müller hatte nach dem desolaten 1:13 seiner Mannen gegen den FC Sonneberg ordentlich Redebedarf. Jedes Meckern von Spielern wurde im Keim erstickt. „Fußball spielen" solle man doch bitte. Das tat die umgebaute FSV-Elf.

Bereits nach vier Minuten kriegt Pascal Maurice Weiß von Thomas Martin einen Steilpass in den Lauf serviert. Platz hat Weiß reichlich, der Abschluss zum 1:0: reine Formsache. Erlau reklamiert Abseits, Recht  bekommen sie aber nicht. Trotz der Umstellungen in der Goldlauterer Defensive (Spielmacher Marc Wohlfahrt half in der Viererkette aus) kam Erlau kaum zu Chancen. Was weniger an den Woppern, als an der Langsamkeit und Mutlosigkeit im Spiel der Grün-Weißen lag. Die Beschwerden darüber auf dem Platz häufen sich. Robert Greiner beklagt die fehlende Geschwindigkeit im eigenen Spiel. „Das dauert alles zu lange", stimmt Dominik Eggemann in die Kritik mit ein, die aber immer nur in Richtung Bank geht. Untereinander redet bei Erlau kaum einer mit dem anderen. Die Strafe ist das 2:0 durch Thomas Martin nach elf Minuten. Damit geht es in die Pause.

 

In der Kabine wurde dann offenbar endlich der richtige Ton gefunden. Erlau gehört die zweite Halbzeit, nur das Tore schießen will partout nicht gelingen. „Wir haben nur noch den Ball und machen kein Tor!", schreit Wolfgang Triebel kurz nach der symptomatischen Eggemann-Chance nach knapp 70 Minuten ratlos aufs Feld. Es ist Eggemann, der den Bann schließlich durchbricht. Neun Minuten vor Schluss schafft er den 2:1-Anschluss. Die Möglichkeiten häufen sich jetzt. Goldlauter fällt nach vorne nur noch wenig ein und hinten reißen immer öfter große Lücken auf. Einmal bricht Eggemann mühelos durch, spitzelt den Ball an Torwart Maik Lipsius vorbei und bleibt selbst hängen. Aber der Elfmeter von Robert Greiner knallt an den Pfosten und kurz danach verfehlt Nico Birkenwald das offene Tor knapp.

„Wir waren heute etwas blind vorm Tor. Unterm Strich haben wir 4:2 gewonnen", meint Erlau-Coach Marko Frühauf nach dem Abpfiff und schmunzelt. Der Frust über die eigene Abschlussschwäche hielt sich in Grenzen. „Wenn’s ein Punktspiel gewesen wäre, hätte ich mich mehr geärgert." So blieb etwas anderes für Frühauf das Allerwichtigste am vergangenen Sonntag: Dass sich diesmal niemand verletzt habe.

 

Goldlauter: Lipsius, Plate (64. Wolfram), Paule-Freiwald, Müller, P. Weiß (81. Beuthner), Wohlfahrt, Kühnstein, Thieroff (46. Wadasz), Fernholz, Paul (76. Thieroff), Martin

 

Erlau: Zaschke, Keller (41. Leue), Burand (73. Erkenbrecher), Pilz, Annemüller, Wohlleben, Hellmich, Greiner, Birkenwald, Drews, Eggemann

 

Bischof (Zella-Mehlis) – 1:0 P. Weiß (4.), 2:0 T. Martin

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 5.3.2019


 

„Da sieht man mal wieder, wie wichtig der Kopf ist"

 

In der Winterpause-Bilanz spricht Jan Floßmann, Vorsitzender der SG Mendhausen, über zwei deftige Niederlagen, den schmerzlich vermissten „Mucki" und über einen geheimen Fitness-Plan.

 

Herr Floßmann, ist man bei der SG Mendhausen/Römhild zufrieden mit dem bisherigen Abschneiden in der Kreisoberliga?

Na ja, aktuell befinden wir uns auf einem Abstiegsplatz. Insofern können wir natürlich insgesamt nicht zufrieden sein, weil der Klassenerhalt das Ziel ist. Ich betrachte unsere bisherige Saison differenziert. Wir konnten unserem neuen Trainer Markus Arnhold mit dem Sieg im Raiffeisenpokal in der Saisonvorbereitung einen perfekten Einstand bescheren und starteten somit mit einer guten Portion Selbstvertrauen in die Saison. Mit entsprechend breiter Brust und guter Personaldecke konnten wir am Saisonanfang gut punkten, fanden uns zwischenzeitlich sogar im ersten Tabellendrittel wieder. Danach traf uns leider die ein oder andere Verletzung schmerzlich. Die Mannschaft stellte sich dann oft von selbst auf und unser Trainer musste improvisieren. So stellten sich Niederlagen ein und das Selbstvertrauen vom Saisonanfang war dahin. Unserer Mannschaft war die zunehmende Verunsicherung förmlich anzumerken. Da sieht man mal wieder, wie wichtig der Kopf im Sport ist. Unsere Personalsituation verschärfte sich immer mehr, sodass wir beim letzten Punktspiel in Veilsdorf mit der halben zweiten Mannschaft antreten mussten. Mit dem Saisonbeginn war ich sehr zufrieden, mit der zweiten Hälfte der Hinrunde wie beschrieben überhaupt nicht.

 

Was waren die Höhepunkte in der laufenden Saison. Was lief gut, wo gibt es Reserven?

Wie bereits erwähnt hatten wir einen guten Saisonstart, auch wenn wir am zweiten Spieltag mit 0:7 bei Sonneberg-West arg unter die Räder kamen. Zu Saisonbeginn konnten wir zeigen, dass wir in der Liga mithalten können, wenn wir unseren Kader einigermaßen beisammenhaben. Ich hoffe, dass wir in der Rückrunde wieder mehr personelle Alternativen haben, um an die Erfolge des Saisonstarts anknüpfen zu können. Unschön waren die zwei deftigen Auswärtsniederlagen in Sonneberg-West, die ich bereits erwähnt hatte, sowie das 1:9 in Neuhaus-Schierschnitz. Das darf uns so nicht passieren.

 

Mit Markus Arnhold haben Sie einen jungen, engagierten Trainer. Wie hat sich das Training innerhalb der Mannschaft verändert?

Das stimmt. Markus ist trotz seines jungen Alters sehr engagiert, macht sich viele Gedanken um alles und ist sehr ehrgeizig. Er legt sehr viel Wert  auf Athletik und Kondition. Da stimme ich ihm auch zu. Ich denke, dass eine gewisse Grundfitness unabdingbar ist. Natürlich gehören aber auch spielerische und taktische Dinge dazu. Ein harter Schlag war für unseren Trainer, dass kurz nach seiner Amtsübernahme unser langjähriger Kapitän Muhamed Aljija seinen Abschied nach Meiningen verkündete und wir ihn trotz mehrerer Gespräche auch nicht mehr umstimmen konnten. Wir wünschen „Mucki" in Meiningen alles Gute. Keine Frage, für uns war es trotz allem ein riesiger Verlust – sowohl fußballerisch als auch menschlich. Insofern war uns bereits im Sommer klar, dass es wohl eine schwierige Saison werden würde.

 

Gibt es einen Moment der Hinrunde, der Ihnen besonders in Erinnerung bleibt?

Da gibt es viele Erinnerungen – positive wie negative. Da man natürlich lieber über positive Dinge spricht, möchte ich hier unser Spiel in Hildburghausen erwähnen, dass wir trotz ernster Personalprobleme nach einer sehr guten Leistung mit 2:0 gewinnen konnten. Meiner Meinung nach war das unsere beste Saisonleistung.

 

Was muss passieren, damit die SG nicht wieder derart auf dem Zahnfleisch kriecht?

Unser Trainer hat seinen Plan in einer Teamsitzung vorgelegt, wie er die Mannschaft für die Rückrunde fitmachen will. Es liegt nun an den Spielern selbst, so gut wie möglich mitzuziehen und die Basis für eine erfolgreiche Rückserie zu legen.

 

Woran muss in der Winterpause konkret gearbeitet werden?

Wir werden zunächst wieder das Hauptaugenmerk auf die Fitness und Athletik legen, später aber sicher auch spielerische und taktische Dinge trainieren. Wichtig ist, glaube ich auch, dass unsere Mannschaft jetzt hoffentlich die Niederlagenserie aus dem Kopf hat und wieder mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen in die Spiele geht. Der Kopf ist einfach mitentscheidend.

 

Was sind die Ziele für 2019?

Da kann es für uns nur eins geben: Klassenerhalt.

 

Wird es personelle Veränderungen geben?

Nein.

 

Wer wird Meister? Wer steigt ab?

Ich glaube, dass es bezüglich der Meisterschaft bis zum Ende sehr spannend zugehen wird. Mit Neuhaus-Schierschnitz, Erlau, Sonneberg-West, Steinach und Haina hat sich ein Quintett abgesetzt, das nur durch drei Punkte in der Tabelle getrennt ist. Vor der Saison hatte ich aufgrund ihrer vielen personellen Verstärkungen auf Erlau als Meister getippt. Jedoch konnten sie diese Favoritenstellung auch aufgrund vieler Verletzungen in der Hinrunde nicht immer unter Beweis stellen. Wenn sie ihren Kader in der Rückrunde einigermaßen beisammenhaben, sind sie für mich Aufstiegsfavorit Nummer eins. In den unteren Tabellenregionen ist auch noch nichts entschieden. Den Abstieg wünsche ich niemandem. Uns natürlich am wenigsten. Daher tippe ich einfach, dass die beiden Mannschaften absteigen, die am Saisonende die wenigsten Punkte auf dem Konto haben (lacht). Interview: awh

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 15.2.2019



Der zweite Anzug mit Smoking-Qualitäten

 

In der Winterpause-Bilanz spricht Robert Rückner, Trainer von Eintracht Hildburghausens Reservemannschaft, darüber, welche drei Siege ihn in der bisherigen Saison am meisten gefreut haben, woher die Stärke des Aufsteigers kommt und verrät, wovon die Kreisstädter profitieren.

 

Herr Rückner, als Aufsteiger in der Nichtabstiegszone zu überwintern, was bedeutet das für Sie und Ihre Mannschaft?

Es ist schon enorm wichtig, dass wir in der Winterpause nicht in der Abstiegszone feststecken. Allein für den Kopf ist das ein Bonus. Ohne Abstiegssorgen gehst du viel positiver ins neue Jahr.

 

Hätten Sie vor der Saison damit gerechnet?

Gewünscht hätte ich es mir natürlich. Gar keine Frage. Aber gerechnet hätte ich damit nicht. Allein, weil die Liga sehr stark ist. Hier kann jeder jeden schlagen. Niemand kann sich auf einem größeren Polster ausruhen. Aber hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir in der Nichtabstiegszone überwintern, dann hätte ich das so gerne unterschrieben.

 

Gleich zum Auftakt wurde die SG Veilsdorf mit 3:0 nach Hause geschickt. Welche Wetten mussten im Nachhinein eingelöst werden?

Auch wenn das Derby natürlich einen großen Stellenwert bei uns einnimmt, gab es im Vorfeld keine Wetten. Zumindest ist mir davon nichts bekannt. Mit einem Derbysieg und dann auch noch so deutlich in die neue Liga zu starten, ist natürlich großartig. Für uns kam es sehr überraschend. Vor allem, dass wir, die Pokalbegegnung mit eingeschlossen, gleich drei Derby-Siege einfahren. Ich denke, dass niemand von uns im Vorfeld damit gerechnet hätte. Aber man muss auch festhalten, dass die Siege am Ende verdient waren. Leider waren in allen drei Begegnungen nicht so viele Zuschauer anwesend.

 

Insgesamt verfolgen die Spiele in der Kreisoberliga Südthüringen immer weniger Menschen. Dabei wird die Liga gefühlt von Jahr zu Jahr ausgeglichener.

Das stimmt. Die Partien sind alle oftmals sehr eng, es fallen viele Tore. Was die Liga eigentlich sehr attraktiv machen sollte. Aber irgendwie scheint es die Leute nicht mehr raus auf den Sportplatz zu ziehen. In  Hildburghausen haben wir damit auch arg zu kämpfen. Vor allem, wenn die erste Mannschaft spielt, dann fehlen bei uns die Zuschauer.

 

Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass die Zuschauerquote abnimmt?

Woran das jetzt genau liegt, kann ich mir auch nicht so recht erklären.

 

Neben Ihrer Mannschaft hat auch der andere Aufsteiger aus Schönbrunn bislang eine gute Visitenkarte in der Kreisoberliga abgegeben. Woran liegt es, dass die beiden Aufsteiger so gut sind? Ist die Liga etwa doch nicht so stark wie immer angenommen?

Nein, dass denke ich nicht. Die Liga hat schon ein gutes Niveau. Zweifellos. Ich denke, dass der Vorteil bei beiden Mannschaften der ist, dass es sich um eingespielte Truppen handelt, die den Schwung einfach mit in diese Liga genommen haben. Schönbrunn hat eine relativ junge Mannschaft, die sich dadurch auszeichnet, dass sie enorm lauf- und zweikampfstark ist. Viele Spieler kennen sich schon seit der 2. Kreisklasse. Das kommt dem Ganzen noch entgegen. Wir haben zwar nicht eine ganz so junge Mannschaft, sondern eher die Mischung aus jung und alt, aber wir profitieren wie Schönbrunn davon, dass sich die Spieler über Jahre kennen und wissen, wo die Schwächen und Stärken des anderen liegen. Den Grundstein für diese funktionierende Mannschaft hat Jens Hirschfeld gelegt.

 

Darf man Sie und Jens Hirschfeld als Trainergespann verstehen?

Natürlich reden wir viel über taktische Dinge. Aber momentan ist er mehr als Spieler gefragt. Er ist mit seinen 25 Jahren noch sehr jung. Seit dieser Saison will er es noch mal spielerisch versuchen. Im Moment ist er so weit es geht beschwerdefrei unterwegs.

 

Und hat schon sechs Treffer erzielt.

 Ja, und hoffentlich noch mehr. Wie gesagt, momentan fühlt er sich fit. Das Knie und der Oberschenkel machen zur Zeit keine Probleme.

 

Wie sieht es insgesamt verletzungsmäßig aus? Sind in der zweiten Saisonhälfte alle an Bord?

Zum Glück hat sich in dieser Saison bislang keiner ernsthaft verletzt. Momentan sieht das alles sehr gut aus. Auch Pascal Wank wird nach seinem ausgeheilten Kreuzbandriss wieder zu uns stoßen.

 

Gibt es überhaupt etwas, dass Sie in der bisherigen Spielzeit beanstanden?

Wir müssen noch mehr Kontinuität in unser Spiel bekommen. Wir müssen von der ersten bis zur letzten Minute hellwach sein.

 

Was würden Sie sagen, hat Sie in dieser Saison bislang am meisten geärgert?

Eigentlich nichts. Wir sind mit niemandem angeeckt. Alles lief gut. Klar fällt über 90 Minuten auch mal der ein oder andere Kommentar, aber nach dem Schlusspfiff sind doch alle Trainer Manns genug, sich normal miteinander zu unterhalten.

 

Was hat Sie bislang am meisten gefreut?

Dass wir so stark in die Saison gestartet und dass wir ins Pokalviertelfinale eingezogen sind. Ja, und dann natürlich die drei Derbysiege über Veilsdorf. Das nimmt man selbstverständlich gerne mit.

 

Wird es in der Winterpause Neuzugänge geben?

Nein. Wir haben einen relativ großen Kader. Zudem profitieren wir ja auch durch unsere eigene Nachwuchsarbeit. Da sind schon einige Talente dabei. Auch in der Rückrunde werden wir versuchen, nach und nach vier, fünf Spieler aus dem A-Juniorenbereich in der zweiten Männermannschaft zu integrieren. Die kommen zwar aus dem Juniorenbereich, aber da ist schon Qualität dahinter.

 

Das wären dann potenziell auch zukünftige Spieler für die erste Mannschaft. Inwiefern ist das nun auch mit dem Aufstieg in die höhere Spielklasse ein Problem, dass die zweite Mannschaft im Schatten der ersten steht?

Es ist klar, dass am Ende die erste Mannschaft mit Nachwuchs gefüttert werden muss. Sie ist das  Aushängeschild des Vereins. Die A-Junioren, die wir heute in der zweiten Mannschaft integrieren, sollen natürlich irgendwann Spieler der ersten Mannschaft sein. Aber natürlich ist es auch schade, wenn ein Leistungsträger wegfällt. Gar keine Frage. Allerdings muss es für jeden Spieler eine Ehre sein, wenn er für die erste Elf in Betracht gezogen wird. Was derlei Dinge angeht, führen wir im Verein einen regen Austausch. Von daher gibt es da keinerlei Probleme.

 

An was müssen Sie und das Team in der Winterpause konkret arbeiten?

Wir werden im Januar größtenteils Grundlagentraining absolvieren. Im Februar geht es dann auch ins Taktische. Hier müssen wir vor allem in der Spieleröffnung ein paar Feinjustierungen vornehmen.

 

Wird es ein Trainingslager geben?

Nein, jetzt im Winter nicht. Mit dem Kunstrasenplatz haben wir ideale Trainingsbedingungen vor der eigenen Tür.

 

Wie sehr ärgert es Sie, dass die zweite Saisonhälfte gleich mit dem Duell beim Mitaufsteiger in Schönbrunn eingeläutet wird?

Ach, das ärgert mich gar nicht. Da sieht man wenigstens gleich, wo man nach der Vorbereitung steht. Ich hoffe, dass es da dann auch anders zugeht als im ersten Duell in dieser Liga. Da war das Spiel auf beiden Seiten eher von Angsthasenfußball geprägt. Keiner wollten einen Fehler machen. So kam am Ende ein 1:1 raus.

 

Was wünschen Sie sich für die restliche Spielzeit?

Ich wünsche mir, dass alle Spieler von Verletzungen verschont bleiben, dass wir unsere mannschaftliche Geschlossenheit beibehalten, dass uns der Klassenerhalt gelingt, dass wir einen ordentlichen Fußball spielen und dass wir die ein oder andere größere Mannschaft ärgern können.

 

Zu guter Letzt: Wer wird Meister? Wer steigt ab?

Das ist eine ganz schwere Thematik (lacht) . Mein Favorit vor der Saison war ja Erlau, aber was ich die letzten Monate so verfolgt habe, da würde ich dann doch auf Neuhaus-Schierschnitz tippen. Die spielen einfach am konstantesten.

Zum Thema Abstieg: Westhausen wird es schwer haben. Effelder hat mit Robert Bätz einen guten Spieler von uns verpflichtet. Die werden sich schon noch retten. Ich denke, Mendhausen wird es am ehesten treffen, wobei die gegen uns sehr guten Fußball gespielt haben (Anm. d. Red.: 0:2-Heimniederlage. Letztendlich ist es wirklich schwer vorauszusagen, da auch hier alle dicht beieinander liegen.

 

Interview: Carsten Jentzsch

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 12.2.2019



Persönliche „Grabenkämpfe"

 

Der Sportclub aus Effelder ist seit Jahren fester Bestandteil der Kreisoberliga. In dieser Saison läuft es bei den Hinterländern bisher gar nicht nach Wunsch. Freies Wort spricht mit Trainer Frank Vogel über die anstehenden Aufgaben.

 

Herr Vogel, in der ersten Saisonhälfte erlebten Sie mit Ihrem Team ein Wechselbad der Gefühle. Wie kam das zustande?

Trotz unseres guten Starts mit dem Pokalsieg in Schleusingen und dem Auftaktsieg in Oberlind haben die negativen Seiten überwogen. Nach dem personellen Aderlass durch Verletzungen und Abgänge hatten wir innerhalb der Mannschaft keinen Konkurrenzkampf um die Stammplätze. Es wurden auch sehr viele leichte Fehler gemacht und so kassierten wir Gegentore aus dem Nichts heraus. Persönliche Grabenkämpfe brachten zudem Unruhe und erst gegen Ende der Herbstserie haben wir uns wieder stabilisiert. Leistung und Erwartungshaltung haben nicht zusammengepasst. Größtenteils waren wir selbst schuld, doch auch fragliche Schiedsrichterentscheidungen, wie in Schönbrunn, führten zu negativen Erlebnissen. Da wurde das Fairplay mit Füßen getreten.

 

Vor zwei Jahren war das Team Vizemeister, in der Vorsaison auf Rang sieben. Nun sieht es so aus, als ob die Mannschaft sogar gegen den Abstieg spielt?

In der Vorsaison haben wir auch eine mäßige Herbstrunde gespielt, dann haben wir eine Schippe draufgelegt und belegten einen guten Mittelfeldplatz. Es muss einfach eine Ehre sein, die rot-schwarzen Farben gut zu präsentieren. Das muss aber nicht mit Worten geschehen, sondern mit Taten. Alle Spieler sind angesprochen, wieder gut mitzuziehen. Dann überwiegen die schönen Momente, kommen mehr Zuschauer, die die Mannschaft auch pushen.

 

Wenn man die Spiele so verfolgt, ist ein gewisser Qualitätsverlust sichtbar. Ist die Mannschaft schwächer geworden, oder die anderen stärker?

Wir haben im Sommer durch die Abgänge einen Qualitätsverlust erlitten. Durch Verletzungen ist unser Kader noch dünner geworden. Zudem haben wir unsere Hausaufgaben nicht gemacht. Viele einfache Gegentore – ich denke an die Heimspiele gegen Sonneberg-West und Steinach – basierten leider auf individuellen Fehlern. Das zog sich durch die Herbstrunde  wie ein roter Faden. Das Problem liegt an uns selbst.

 

Bereits 46 Gegentore hat die Mannschaft kassiert. Ist die Abwehr überfordert?

46 Gegentore sind eine Hausnummer. Alle Mannschaftsteile, nicht nur die Abwehr, tragen hier Verantwortung. Wenn sich ein, zwei Spieler rausnehmen, die Räume nicht eng machen oder individuelle Fehler produzieren, kommen Gegentore zustande. Zudem haben wir aus der Distanz und bei Standards mehrere Gegentore bekommen. Wir müssen die Fehlerquellen minimieren.

 

Wird es in der Winterpause Veränderungen im Kader geben?

Robert Bätz und Maximilian Engel kommen wieder zu uns. Sie sind Typen, die uns helfen werden. Sie haben bereits einige Trainingseinheiten mit absolviert. Zudem kommt unser alteingesessener Keeper Michael Funke zurück.

 

Der SC 09 Effelder ist im Fairplay ganz hinten. Was sind hierfür die Ursachen?

Zum Teil sind wir selbst schuld. Wir müssen einfach versuchen, kommunikativer zu werden, um dumme Karten zu vermeiden. Allerdings ließen auch andere Teams das Fairplay vermissen. Ich denke an das Spiel in Schönbrunn. Ein Spieler von Schönbrunn lag bei uns im Strafraum und hob den Arm und winkte nach  Behandlung. Wir haben das Spielen eingestellt. Schönbrunn schnappte sich den Ball. Trotz aller Hinweise wurde weitergespielt und aufs Tor geschossen. Der liegende Spieler fälschte den Ball noch ab, das Tor wurde gegeben. Infolge dessen gab es gelbe Karten für uns. Das hätte es nicht geben dürfen und mir wurde mit Platzverweis gedroht. Da fehlte in jeglicher Form der Fairplay-Gedanke. Vielleicht sollte es im Fairplay-Modus eben auch eine Gleichbehandlung geben. Deshalb ist ein gemeinsamer und fairer Umgang zwischen den Teams und den Schiedsrichtern nötig. Manchmal wären kurze Gespräche untereinander auf Augenhöhe sicherlich entschärfend. Ich denke, dass insgesamt der Umgang besser geworden ist.

 

Wann beginnt der Sportclub mit der Vorbereitung auf die Rückrunde, welche Testspiele stehen an?

Wir sind schon in der Vorbereitung, werden häufig trainieren. Ich hoffe, dass all unsere Spieler gut mitziehen und jeder motiviert ist. Wir werden gegen Bedheim, Lauscha/Neuhaus und Schleusingerneundorf  Vorbereitungsspiele machen. Ende Februar gehen wir ins Trainingslager. Auch dort werden wir testen.

 

Der Verein feiert im Sommer sein 110-jähriges Vereinsjubiläum. Spielt der SC 09 dann noch in der KOL?

Wir werden definitiv die Kreisoberliga halten. Der Verein und die Mannschaft gehören einfach da rein. Wenn jeder motiviert ist, wird die Mannschaft ein anderes Bild als in der Hinrunde abgeben. Von den Fans erwarte ich, dass sie die Mannschaft unterstützen. Dann werden wir das 110-jährige Jubiläum würdig begehen.

 

Interview: Lars Fritzlar

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 11.2.2019
 
Keine Spiele – neue Tabelle?

 

Obwohl aktuell beim Kreisfußballausschuss (KFA) Südthüringen keine Punktspiele ausgetragen werden, gibt es dennoch Veränderungen in den Tabellen der verschiedenen Fußballklassen des Kreises.

Hildburghausen – Das Sportgericht des KFA Südthüringen mit seinem Vorsitzenden Peter Wagenschwanz an der Spitze hat auf Antrag des Spielausschussvorsitzenden Manfred Brehm aufgrund der Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls mehrere Verhandlungen durchführen müssen. Im Ergebnis dieser Sportgerichtsverhandlungen mussten neben einem Strafgeld entsprechend den gültigen Statuten des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) wegen fehlender Schiedsrichter auch Punktabzüge ausgesprochen werden. Das betrifft unter anderem Kreisoberligist Erlauer SV, der aktuell nur noch auf 25 Zähler kommt. Die Grün-Weißen rutschen in der Tabelle um drei Positionen hinter die Mannschaften aus Sonneberg-West, Steinach und Haina zurück. Sie sind nur noch Tabellenfünfter und haben nunmehr fünf Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter aus Neuhaus-Schierschnitz. Die Mannschaft aus Westhausen hat demnach nur noch 13 Zähler in der Tabelle. Die Unterländer tauschen in der Rangfolge den Platz mit dem SC 09 Effelder und liegen nun auf dem Relegationsplatz (12. Rang).

 

In der Spielordnung des Thüringer Fußballverbandes heißt es in Paragraf 7, Ziffer 6: „Die Vereine haben für jede am Punktspielbetrieb teilnehmende Männermannschaft sowie der A- und B-Juniorenmannschaften einen zur Ansetzung geeigneten Schiedsrichter zu melden." Wird dem nicht entsprochen, hat der Verein für die fehlenden Schiedsrichter eine Gebühr (Kreisoberliga: 200 Euro; Kreisliga und Kreisklassen: 150 Euro) zu entrichten. Hinzu kommt je fehlenden Schiedsrichter eine Geldstrafe. Diese richtet sich nach den Jahren der Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls und liegt zwischen 150 Euro im ersten und 250 Euro im dritten Jahr. Ab dem zweiten Jahr der Nichterfüllung ist neben der Geldstrafe auch auf Punktabzug – pro fehlendem Referee zwei Punkte – zu erkennen. Die Punktabzüge erhöhen sich dann bei weiterer Nichterfüllung. In der Kreisoberliga betrifft das im laufenden Spieljahr zwei Vereine. So wurden dem Erlauer SV drei Punkte und dem SV 08 Westhausen zwei Punkte abgezogen.

Die Urteile sind nunmehr rechtskräftig. awh

 

Folgende Mannschaften des KFA Südthüringen sind im aktuellen Spieljahr ebenfalls betroffen:

TSV Ummerstadt (Kreisliga): minus zwei Punkte

SG Marisfeld/Oberstadt (1. Kreisklasse West): minus zwei Punkte

SG Heinersdorf/Neuenbau (2. Kreisklasse Ost): minus drei Punkte

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 9.2.2019


 
Diese Lauerstellung ...

 

Fußball-Kreisoberligist Hainaer SV absolviert am Wochenende ein Trainingslager an der Landessportschule in Bad Blankenburg und trifft am Samstag im Testspiel auf den bayerischen Bezirksligisten FT Schweinfurt. Die Redaktion hat in Hinblick auf die zweite Saisonhälfte mit HSV-Trainer Hans-Georg Meisch gesprochen. In der Winterpause-Bilanz verrät er, woran es hakt, was besser werden muss, und warum Stabilisations- und Krafttraining in der wöchentlichen Arbeit ein noch größerer Platz eingeräumt werden muss.

 

Herr Meisch, sind Sie mit dem bisherigen Abschneiden in der Liga zufrieden?

Im Großen und Ganzen sind wir mit dem bisherigen Abschneiden nach 15 Punkterunden zufrieden. Wir haben 27 Zähler auf unserem Konto. Das sind aktuell drei Punkte Rückstand auf die Spitze und dabei haben wir noch ein Nachholspiel gegen Veilsdorf vor der Brust. Wenn wir das gewinnen, ziehen wir nach Punkten mit dem Spitzenreiter aus Neuhaus-Schierschnitz gleich. Dann liegen die ersten fünf in der Tabelle nur zwei Punkte auseinander – was mit Sicherheit ideale Voraussetzungen für den Rest der Saison wären.

 

Was waren die Höhepunkte in der bisherigen Saison. Was lief gut, wo gibt es Reserven?

Höhepunkte waren das Weiterkommen im Landespokal gegen die Landesklasse- Teams aus Ilmenau und Rohschütz. Allerdings kam durch diese Begegnungen unser Spielplan in der Kreisoberliga mächtig  durcheinander. Deshalb ging unsere erste Saisonhälfte vier Wochen länger. Und dann haben wir immer noch die Nachholbegegnung gegen Veilsdorf. Zum Positiven zählt auch die Heimbegegnung gegen Effelder. Zur Heener Kirmes hatten wir hier einen guten Tag und gewannen am Ende deutlich mit 6:1. Und natürlich zählen auch die beiden Siege in den Grabfeldderbys gegen Milz und Mendhausen/Römhild zu den Highlights.

Überaus positiv ist auch, dass wir bisher nur elf Gegentreffer hinnehmen mussten. Das ist mit Abstand der beste Wert der 14er-Staffel. In unserer Chancenverwertung haben wir dagegen noch deutliche Reserven.

 

Ihr Team hatte in der Hinrunde mehrfach die Möglichkeit, an die Tabellenspitze zu springen. Warum ist das nicht gelungen?

Eine gute Frage. Ich glaube, wir standen insgesamt vier Mal vor dem möglichen Sprung an die Tabellenspitze. Aber geschafft haben wir es leider nicht. Notwendige und gezwungene Umstellungen in der Defensive und eine mangelnde Chancenverwertung waren hier die Hauptgründe. Uns liegt die Lauerstellung vielleicht besser (lacht) .

 

Aufgrund von vielen Verletzungen gab es in der bisherigen Saison des HSV große Aufstellungsprobleme. Sind die Akteure in der heutigen Zeit verletzungsanfälliger?

Wir sind einige Wochen lang wirklich auf dem Zahnfleisch gekrochen. Zu den Langzeitverletzten gab es noch Ausfälle an den jeweiligen Spieltagen. So stellte sich die Mannschaft teilweise von selbst auf. Meine Akteure kamen auf ungewohnten Positionen zum Einsatz. Vor allem in der Hintermannschaft mussten wir viel improvisieren. Das merkte man unserem Spiel natürlich an. Ich selbst glaube nicht, dass die Spieler verletzungsanfälliger sind. Unsere Langzeitverletzten haben sich alle unter gegnerischer Einwirkung verletzt. Sicherlich sind die Spielgeschwindigkeit und die athletische Komponente gestiegen. Deshalb sollte im Training mehr Wert auf Stabilisations- und Krafttraining gelegt werden.

 

Woran muss in der Winterpause konkret gearbeitet werden?

Ganz klar an unserer Chancenverwertung und auch an der Disziplin auf dem Platz. Wir haben mehr Verwarnungen kassiert als Tore erzielt. Vor allem die Gelben Karten wegen Unsportlichkeiten. Einige davon waren total überflüssig.

 

Was sind die Ziele 2019?

Wir wollen oben dranbleiben und die anderen noch etwas ärgern.

 

Mit Patrick Jäger hat ein Angreifer, der teilweise auch die Kapitänsbinde trug, den Verein in Richtung Häselrieth (Kreisliga) verlassen. Wie ist es dazu gekommen?

Patrick hat uns aus privaten Gründen Richtung Häselrieth verlassen. Das müssen wir akzeptieren. Auf diesem Weg möchte ich mich im Namen der Mannschaft und der Trainer bei ihm für sein Engagement über all die Jahre in Haina bedanken. Wir wünschen ihm bei seinem neuen Verein viel Erfolg und eine möglichst verletzungsfreie Zeit.

 

Wird es weitere personelle Veränderungen geben?

Nein. Mit Andy Mai und Christian Fritsch kehren zwei wichtige Spieler nach langer Verletzungspause ins Team zurück.

 

Wer wird Meister? Wer steigt ab?

Ich glaube, dass Neuhaus-Schierschnitz, die sehr kompakt spielen und die mit Martin Gelbricht und Marcel Winkler zwei der derzeit besten Torschützen stellen, am Ende vorne stehen werden. Beide haben mehr Tore erzielt als unsere gesamte Mannschaft. Auf den Abstiegsplätzen stehen mit Milz und Mendhild zwei Grabfeldteams. Ich wünsche mir, dass beide noch da unten rauskommen. Der Abstand nach vorne ist ja noch nicht allzu groß. Wen es letztendlich erwischt, dazu möchte ich keine Prognose wagen. Interview: awh

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 8.2.2019

 


Doppelte Spitze ist doppelt spitze

 

Mit neuer Strategie läutet Fußball-Kreisoberligist SV 08/VfB Steinach das Jubiläums-Jahr anlässlich „500 Jahre Steinach" ein. Zwei gleichberechtigte Trainer starten in die Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde.


Von Lars Fritzlar

 

Steinach – Wolfgang Wenke wird es freuen. Fast exakt auf den Tag genau an seinem 80. Geburtstag – am vergangenen Montag, 4. Februar – ereilte das Städtchen am Fellberg die Nachricht, dass die Kreisoberliga-Fußballer künftig mit zwei gleichberechtigten Trainern – Christian Häusler und Daniel Meyer (bisher alleine Trainer beim SV 08) – ins Jubiläumsjahr starten.

 

DDR-Oberliga-Legende Wenke, der am Montag auch von der Vereinsführung des SV 08 Steinach die herzlichsten Grüße übermittelt bekam, darf also Hoffnung schöpfen. Hoffnung, dass der Fußball in seiner Heimat zumindest wieder einen würdigeren Platz einnimmt als zurzeit. Zur Erinnerung: Wolfgang Wenke, die BSG Motor und ganz Steinach erlebten in den Jahren 1962 bis 1964 die bisher wohl größten, einzigartigsten Fußball-Erfolge einer Südthüringer Mannschaft überhaupt. Wenke ist sich zwar an seinem 80. Geburtstag sicher, dass die „guten, alten Zeiten so nie wiederkehren werden", aber ein bisschen mehr Erfolg wünscht er seinem SV 08 schon, obwohl seine Enkelkinder Sebastian und Domenik derzeit lieber in Sonneberg kicken. Das könnte sich aber bald ändern ...

Warum? Eine solche Konstellation an der Spitze einer Fußballmannschaft sucht in der Region, auch darüber hinaus, seinesgleichen. Zwei gestandene Trainer, gleichberechtigt vor einer Mannschaft, vor einer ganzen Fußball-Region. Man darf gespannt sein. Auf der einen Seite steht da Daniel Meyer. Meyer spielt(e) selbst erstklassigen Fußball – seinerzeit sogar beim FC Carl Zeiss Jena (Jugend). Diese Erfahrung, diesen Biss versucht er nun, der wohl jüngsten Kreisoberliga-Mannschaft Südthüringens zu vermitteln. Allerdings ist Meyer nicht im Besitz einer Trainerlizenz; selbst sein Übungsleiterschein ist nicht mehr auffindbar. Und da kommt ein Christian Häusler wohl mehr als gelegen. Häusler – immerhin Inhaber der A-Trainer-Lizenz – war noch im vergangenen Jahr Trainer in Bayern, beim ASV Kleintettau (Bezirksliga Oberfranken West). Doch legte der Steinacher 2018 sein Amt nieder und war so wieder „frei" geworden. Diese einmalige Chance musste, ja durfte sich die Vereinsführung des SV 08 um ihren neuen Chef, Alexander Sell, nicht entgehen lassen. Der tatendurstige Häusler hätte sonst sicherlich wieder andernorts unterschrieben. Nun soll er, nun wird er zusammen mit Meyer die Steinacher Fußballer leiten und lenken. Mit welchem Ergebnis?

Das liegt auf der Hand. Im Jubiläums-Jahr „500 Jahre Steinach" könnten die Kicker der Stadt für ein überaus positives Ergebnis sorgen – mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Landesklasse. Dann wären sie mit dem Konkurrenzclub aus Sonneberg, der SG 1. FC 2004, wieder auf Augenhöhe, sofern der Spitzenreiter der Landesklasse-Staffel 3 nicht in die Thüringenliga aufsteigt. Zurzeit trennen die beiden Clubs Fußball-Welten. Obwohl – anders betrachtet, könnten das aber auch nur Nuancen sein – in Namen ausgedrückt: Brian Gheorghiu (aus Steinach/ dann Schott Jena/jetzt FC Sonneberg) und André Gottschalk (einst Steinach/jetzt FC Sonneberg). Doch warum zieht es solche klasse Spieler nicht nach Steinach? Die Frage muss sich der Verein in Steinach wohl selbst beantworten. Mit einer nie dagewesenen Fußball-Kompetenz könnte sich das in Steinach ändern. Und dieser Verantwortung wollen sich Meyer, Häusler und auch Co-Trainer René Queck stellen. Dieses Trio vereint zudem die Tatsache, dass man auch im ganz normalen Leben Verantwortung nicht scheut, im Gegenteil: Häusler, Lehrer für Sport, Sozialkunde und Ethik, ist Leiter der Oberstufe der Staatlichen Berufsbildenden Schule (SBBS) in Sonneberg. Physiotherapeut Meyer, dessen Elternhaus übrigens auch in Steinach steht, ist Leiter des AWO-SANO-Therapiezentrums in Sonneberg. Und Co-Trainer Queck ist Produktionsleiter in der Farbglashütte. Alle drei verstehen sich also im Leiten und Lenken – seit geraumer Zeit. Häusler selbst sprüht, wie seit vielen Jahren schon, immer noch vor Tatendrang, möchte seinen Beitrag leisten, dass sich die beiden jungen Männermannschaften weiter entwickeln und dass die intensive Nachwuchsarbeit beim SV 08 endlich auch im Seniorenbereich Früchte trägt. „Viele Jungs trainiere beziehungsweise trainierte ich schon seit Kindheitstagen im Nachwuchs. Ich hoffe auch, dass ich zusätzlich den einen oder anderen Impuls in die Mannschaft geben kann, um somit die gute Arbeit von Daniel, René oder auch Jürgen in der Zweiten noch zu intensivieren." Daniel Meyer will Angefangenes fortführen: „Ich denke, wir sind jetzt auf einem guten Weg. Steinachs Fußball soll  landestauglich werden. Das sind wir den Fans, der Tradition und dem Nachwuchs schuldig. Wir bündeln unsere Kräfte und versuchen, dies auf die Mannschaft zu übertragen."

Fortan wird es für die Trainer-Doppel-Spitze die große Kunst sein, nur noch eine, eine gemeinsame Meinung nach außen zu tragen. Dann dürfte sich auch Legende Wolfgang Wenke sicherlich wieder über großen Sport, über schönen Fußball am Fellberg freuen ...

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 8.2.2019

 

Winterpause-Bilanz SV 08 Westhausen
  

„Unsere Stärke ist unser Teamgeist"

 

Anders als draußen auf dem Platz läuft es für Fußball- Kreisoberligist SV 08 Westhausen in der aktuellen Hallensaison. Auch, wenn die Unterländer am Sonntag mit null Punkten bereits in der Vorrunde ausscheiden, so haben sie sich mit der Qualifikation für die Thüringer Meisterschaft in Apolda doch teuer verkauft. Wenn das für den Abstiegskampf doch nicht Motivation genug ist. In der Winterpause- Bilanz verrät Steffen Müller, Trainer des SV 08 Westhausen, weshalb der Klassenerhalt gelingt, was in der Vorbereitung auf die restliche Spielzeit ganz wichtig ist und worüber man sich in Westhausen Gedanken macht.

 

Herr Müller, wie fassen Sie die bisherige Spielzeit zusammen? Es dürfte nach den Abgängen von Philipp und Stephan Schmidt, Max Klinnert (Eintracht Heldburg) sowie Dustin Krämer (FC Sonnefeld, Landesliga Bayern) die erwartet schwierige Saison sein.

Puh, ja. Aufgrund der Abgänge war es eigentlich von vornherein klar, dass es eine harte Saison werden würde. Nichtsdestotrotz haben wir bis auf ein, zwei Spiele sehr gute Leistungen abrufen können. Allerdings haben wir uns nicht mit den notwendigen Punkten belohnt, weil wir uns dann doch den ein oder anderen individuellen Fehler zu viel geleistet haben. Unser Ziel war es eigentlich 20 Punkte zur Winterpause zu sammeln. Das haben wir mit 15 Zählern nicht ganz geschafft. Dabei wäre das auf alle Fälle machbar gewesen. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass einige unsere Jungs komplett durchspielen mussten, weil wir nicht den breiten Kader haben – uns stehen wöchentlich maximal zwölf Spieler zur Verfügung – bin ich mit der Leistung der Mannschaft nicht unzufrieden.

 

Mit vier Siegen und drei Unentschieden überwintert ihr Team (Rang 11) gerade so auf dem rettenden Ufer. Auch dank zweier Siege in Goßmannsrod und Haina. Nicht gerade Laufkundschaft in dieser Liga. Warum gab es ausgerechnet hier Siege?

Mannschaften wie Haina oder Goßmannsrod liegen uns, weil sie ähnlich spielen wie wir. Wir wollen viele Situationen ebenfalls spielerisch lösen. Gegen Mannschaften wie Oberlind sehen wir dagegen nicht ganz so gut aus, weil die mehr auf körperliche Dinge setzen. Unser Kader ist bis auf unsere Abwehr mit Ü30- und Ü40-Spielern sehr jung. Da ist diese Robustheit, die du in dieser Liga brauchst, noch nicht da.

 

Was macht Sie zuversichtlich, dass es mit dem Klassenerhalt am Ende klappt?

Unsere mannschaftliche Geschlossenheit. Unsere Stärke ist unser Teamgeist. Wir haben keine Einzelspieler.

 

Nach dieser Saison werden Sie dann das Jahr Pause einlegen, das Sie bereits in dieser Saison einlegen wollten?

Ja. Wobei es auch darauf ankommt, was passiert.

 

Inwiefern?

Ob es bei zwei Mannschaften bleibt oder ob ein Team mit einem breiten Kader angestrebt wird. Wir haben jetzt ein halbes Jahr Zeit, uns darüber Gedanken zu machen.

 

Warum wollen Sie, sofern es bei zwei Mannschaften bleibt, ein Jahr Pause einlegen?

Das hat berufliche und private Gründe. Ich bin durch meinen Beruf viel im Ausland unterwegs und wenn ich dann mal wieder im Lande bin, bin ich viel auf den Sportplätzen unterwegs. Bei einem Auswärtsspiel frisst das mitunter bis zu sechs Stunden Zeit. Hinzu kommt das Training unter der Woche. Da bleibt nicht mehr viel Zeit übrig. Insofern wollte ich schon seit längerer Zeit nur noch hin und wieder als Spieler in der zweiten Mannschaft aushelfen.

 

Es sei denn, es gibt in Zukunft nur noch ein Team, dann stehen Sie weiterhin als Trainer des Kreisoberliga-Dinos an der Linie?

Schauen wir mal. Das ist ein weiter Blick in die Zukunft. Was jetzt erst mal zählt, ist der Klassenerhalt.

 

Was hat Sie in dieser Saison bislang am meisten gefreut?

Am meisten gefreut hat mich, dass uns die Sportfreunde aus Gompertshausen die Möglichkeit gegeben haben, auf ihrem Platz zu spielen, weil unser neuer Platz aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit 2018 nicht bespielbar war. Wir haben dort wirklich ordentliche Bedingungen vorgefunden, allerdings freuen wir uns auch darauf, ab März wieder richtige Heimspiele austragen zu können.

 

Was hat Sie am meisten geärgert?

Ah, ja (pustet durch) . Das mangelnde Entgegenkommen anderer Sportfreunde. Gerade, wenn es um  Spielverlegungen geht. Es ärgert mich einfach, wenn man stets nur an sich statt an sportliche Fairness denkt. Wir waren in der Vergangenheit für Spielverlegungen immer offen. Aber scheinbar wird Gutmütigkeit in der heutigen Zeit bestraft.

 

Woran müssen Sie und die Mannschaft in der Winterpause konkret arbeiten?

Wir haben Mitte Januar mit der Vorbereitung begonnen. Neben ein paar Freundschaftsspielen werden wir viel im Grundlagenbereich, vor allem, was die Ausdauer angeht, arbeiten.

 

Wird es ein Trainingslager geben?

Ja, an einem verlängerten Wochenende in Haubinda. Da werden wir den Fokus allerdings auch auf andere Dinge wie den Fußball legen. Vom Pizza-Essen bis hin zur Fahrradtour.

 

Teambuilding?

Ganz genau. Das ist auch ganz wichtig. Wir haben im vergangenen Vierteljahr, was das Training angeht, schon einen riesigen Aufwand betrieben. Da bin ich sehr stolz auf die Jungs. Jetzt kommt noch die Vorbereitung dazu, in der dann auch Platz für derlei Dinge sein muss.

 

Wird es Neuzugänge geben?

In der Winterpause nicht, nein.

 

Würden Sie sich welche wünschen?

Ja, schon (lacht). Aber dafür muss man selbst auch tätig werden. Wir haben auf der jüngsten  Mitgliederversammlung beschlossen, dass wir den Verein attraktiver machen müssen. Wir müssen andere Spieler davon überzeugen zu einer Mannschaft zu wechseln, die im Umbruch ist, die stark verjüngt auf einem neuen Platz zu einer festen Einheit heran reifen soll.

 

Was wünschen Sie sich für die restliche Spielzeit?

Verletzungsfreie Spieler, dass wir unsere Leistung auch in Punkte ummünzen und dass wir im Endeffekt den Klassenerhalt schaffen.

 

Wie sieht es derzeit im Verletzten-Lazarett aus?

Alle Spieler werden im März nicht wieder auf dem Platz stehen können. Zumindest, was die Langzeitverletzten angeht. Pascal Hartleb wird nach seinem Kreuzbandriss im Spiel gegen Milz die komplette Saison ausfallen. Auch Daniel Hellmann, der nach Kreuzbandriss erst frisch operiert wurde. Und schließlich Thomas Culmbacher, der nach seinem dritten Kreuzbandriss auch erst wieder auf dem Weg der Genesung ist. Diese Lücke müssen wir im Rahmen unserer begrenzten Möglichkeiten versuchen bestmöglich zu lösen.

 

Wer wird Meister? Wer steigt ab?

Die Meisterschaft wird Erlau für sich entscheiden. Sie haben fußballerisch all das, was man braucht. Und auf die zweite Frage: Ich hoffe nicht wir (lacht) . Aufgrund der mangelnden Erfahrung würde ich auf Mendhausen tippen. Effelder hat eigentlich einen guten Kader. Ich denke nicht, dass die da unten drinbleiben.

 

Interview: Carsten Jentzsch

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 4.2.2019

 

 
Auf dem Weg nach oben

 

Fußball-Kreisoberligist TSV 1884 Germania Sonneberg-West spielt eine sehr gute Herbstrunde und liegt auf Tabellenrang drei.

Freies Wort spricht mit Trainer Sven Brückner über den bisherigen Saisonverlauf und blickt voraus.

 

Herr Brückner, haben Sie nach dem Verlust einiger Leistungsträger damit gerechnet, dass die Germania heuer ganz oben dabei sein wird?

Die Mannschaft hat schon in der Rückrunde der vergangenen Saison gezeigt, dass sie in der Liga eine gute Rolle spielen kann. Die Abgänge waren zwar schmerzlich, doch mit den Neuzugängen Franz Rebhan und Marcel Recknagel sowie den beiden Eigengewächsen Philip Holland und Jonas Döbrich haben wir echte Verstärkungen dazugewonnen. Unser Ziel ist es, uns im oberen Tabellendrittel zu etablieren. Ich bin natürlich froh darüber, dass wir uns momentan mit nur zwei Punkten Rückstand auf der Spitze in dieser Tabellenregion befinden. Viel wichtiger ist aber, dass wir uns aus meiner Sicht fußballerisch verbessert haben und das Team näher zusammengerückt ist.

 

Ihre Mannschaft ist sehr jung, hat aber eine richtig gute Qualität. Welches sind die nächsten Ziele?

Wir wollen uns spielerisch weiter verbessern. Durch die Sanierung des Platzes und die Meldung der zweiten Mannschaft hat der Verein hierfür auch gute Voraussetzungen geschaffen. Die gute Nachwuchsarbeit der letzten Jahre zahlt sich im Moment aus und soll auch weiterhin beibehalten werden. Unseren derzeitigen Tabellenplatz wollen wir festigen und dabei den Leuten technisch guten und attraktiven Fußball bieten, um wieder mehr Zuschauer nach Sonneberg-West zu locken.

 

Wird es in der Winterpause im Kader Veränderungen geben?

Der erst zu Saisonbeginn zu uns gewechselte Oliver Jürß hat uns wieder in Richtung Köppelsdorf verlassen. Nicht mehr zur Verfügung wird auch René Leuthäuser stehen. Die Rückkehr von Johannes Roth freut uns alle sehr. Er wird uns in der Offensive noch unberechenbarer und flexibler machen. Dazu kommen mit David Vorndran und Ronny Hausdörfer zwei Heimkehrer für die zweite Mannschaft, sodass wir insgesamt etwas breiter aufgestellt sind und besser auf Ausfälle reagieren können. Mit Johannes Döbrich und Dominik Stammberger haben wir leider zwei Langzeitverletzte, die hoffentlich in der Rückrunde wieder mit dem Training beginnen können.

 

Wann beginnt die Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde? Welche Testspiele stehen an?

Zurzeit halten wir uns mit Hallentraining fit. Wir spielen am 2. Februar in Mengersgereuth-Hämmern den Dornthal-Arena-Hallencup, was für uns der Start in die Rückrundenvorbereitung ist. Am 16. Februar spielen wir in Bad Blankenburg gegen den 1.  FC Sonneberg, eine Woche später in Sachsenbrunn, und am 8. März in Suhl gegen Goldlauter. Für den 16. März ist dann das Rückspiel gegen Steinach bei uns angesetzt. An den Wochenenden dazwischen gibt es noch keine Gegner.

 

Welches sind die Stärken, welches die Schwachstellen in Ihrer Mannschaft?

Unsere Defizite liegen ganz klar im körperlichen Bereich. So mancher hohe Ball bereitet uns Schwierigkeiten. Auch die Chancenverwertung ist stark verbesserungswürdig. Hier wollen wir uns in der Rückrunde steigern. Unsere Stärken liegen in der mannschaftlichen Geschlossenheit und in unseren spielerischen Möglichkeiten.

Die Mannschaft hat eine tolle Moral und ist immer in der Lage, Rückstände zu drehen. Im taktischen Bereich haben alle, aber auch gerade die älteren Spieler große Fortschritte gemacht, wobei wir auch hier in der Entwicklung noch am Anfang stehen.

 

Die Heimbilanz ist ausgezeichnet. Warum klappt es in der Fremde nicht so gut?

Wir haben durch unser Spielsystem mehr Ballbesitz als in der Vergangenheit und sind dann gerade auswärts auf größeren Plätzen bei Kontern anfällig. Weiterhin fehlt uns zurzeit auch die Breite im Kader, um besser auf Verletzungen und Ausfälle – gerade bei Auswärtsspielen – reagieren zu können. Zu Hause kommt uns hier unser nach wie vor kleiner Platz zur Hilfe. In Steinach und Veilsdorf haben wir dann auch in den  Schlussphasen noch den Ausgleich hinnehmen müssen. In der Summe sind wir aber sehr zufrieden mit unserer Punktausbeute.

 

Ein Quintett kämpft um den Meistertitel. Wer steht nach dem 26. Spieltag ganz oben?

Das ist schwer zu sagen. Neuhaus-Schierschnitz hat mich schon überrascht. Am Ende werden wohl Erlau und Steinach den Titel unter sich ausmachen. Haina und Neuhaus-Schierschnitz haben aber gerade auch wegen ihrer Erfahrung eine gute Titelchance. Red

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Sonneberg vom 29.1.2019
 


 

Winterpause-Bilanz SV Schleusegrund Schönbrunn:

 

„Ich habe mir das komplizierter vorgestellt"

 

Der Aufsteiger aus Schönbrunn überrascht die Kreisoberliga. In der Winterpause-Bilanz gibt sich Trainer Dirk Forkel cool, verrät, warum seine Elf noch stärker ist als in der Kreisliga, warum er keine Angst vor der Rückrunde hat und wie er seine Mannschaft noch besser machen will.

 

Herr Forkel, Platz sieben, zwanzig Punkte in der Winte