www.sonneberg-west.de

SG Sachsenbrunn/Crock auf Meisterkurs/  Große Spannung im Abstiegskampf

Jürgen Eckstein

Während im Vorjahr mit der SG 1951 Sonneberg und dem SC 09 Effelder zwei Sonneberger Kreisvertreter zur Winterpause vorne lagen, so scheint das Titelrennen schon entschieden. Die SG Sachsenbrunn/Crock hat bereits acht Punkte Vorsprung und peilt mit Riesenschritten die Rückkehr in die Landesklasse vor.

Sonneberg – Die SG Sachsenbrunn/Crock ist eine neue SG mit neuer Qualität. Nachdem die Falken den Verbund mit Fehrenbach lösten, ist die SG Sachsenbrunn/Crock in diesem Spieljahr das Maß der Dinge. Spielertrainer Dominik Eggemann hat nun genügend Qualität beisammen. Torjäger Christopher Hopf (27 Tore), der vom SV 08 Steinach zur SG kam und Maximilian Leis (12 Tore) schossen mehr als die Hälfte der Tore für die SG. Nach 15 Spielen sind die Kicker aus Sachsenbrunn und Crock noch immer ungeschlagen.

Mit der SG Goßmannsrod/Oberland rangiert eine weitere neue SG auf Platz zwei. Die Leistungen der SG waren auch konstant. „Wir sind mit dem Verlauf der Herbstrunde sehr zufrieden, allerdings wollen wir nicht aufsteigen", sagte der Vorstandsmitglied des SV 1897 Goßmannsrod, Joachim Zang. Kevin Diller ist wiederum erfolgreichster Torschütze der SG mit 14 Toren.

Zur Spitzengruppe gehören auch der Erlauer SV Grün-Weiß (30 Punkte) und der Landesklassenabsteiger aus Haina (29). Beide Teams spielten eine starke Herbstrunde. Während Erlau abschlussstark ist, verfügt der HSV über eine Top-Defensive.

Sollte der SV Isolator Neuhaus-Schierschnitz das Nachholspiel in Effelder gewinnen, dann zählen auch die Unterländer zur Spitzengruppe. Nun, nach dem Trainerwechsel – Frank Rosenbauer übernahm den Staffelstab von Lars Sauer – gelang die Verjüngung der Mannschaft ohne Qualitätsverlust auf Anhieb. Mit Karl Schindhelm hütet nun ein großes Torwarttalent den Kasten der „Iso", welches stets gute Kritiken bekommen hat. Neben Schindhelm kommen die den A-Junioren entwachsenen Julian Dietze und Justin Rosenbauer ständig zum Einsatz. Sie werden von Führungsspielern Maurice Gelhaar, Steffen Motschmann, Andreas Ehnes, Klaus Meusel, Stefan Kuot, Toni Stammberger, Klaus Meusel und Martin Gelbricht, der wiederum treffsichster Iso-Akteur mit 14 Toren ist, geführt. Recht ausgewogen ist dabei auch die Heim- (4-2-1) und Auswärtsbilanz (4-1-2). „Wir sind mit der Vorrunde zufrieden", so Iso-Trainer Frank Rosenbauer. Nicht zufriedenstellend ist für den Vorsitzenden der Unterländer Steffen Breitung die Zuschauerzahl: Nur 620 Zuschauer (im Schnitt 88) wollten die Heimspiele der „Iso" sehen. Vielleicht kommt im Frühjahr ein besserer Wert zusammen, denn dann erwarten die Unterländer noch Sonneberg-West und Effelder auf der „Biene".

Der TSV 1884 Germania Sonneberg-West startete mit vielen Eigengewächsen und einem Auswärtserfolg (4:1 in Eishausen) in die Runde. Nach vier Niederlagen in Folge trat Trainer Mario Ries zurück. Mike Eber, der bisherige Co-Trainer, folgte. Siebenmal in Folge blieben die „Westler" ungeschlagen und Tobias Bauer im Kasten hielt dabei fünfmal seinen Kasten rein. Top-Spiele zeigte das junge Team. Westhausen (4:0), Schleusingen (6:0) und der HSV (4:0) wurden am „Karpfenteich" sozusagen demontiert. Mit großer Vorfreude gingen die „Westler" an die Aufgabe gegen Sachsenbrunn. Hier hatten die Gäste schließlich das bessere Ende für sich. Die starke Heimleistungen (5-0-2/21:9 Tore) konnte die junge Mannschaft in der Fremde nicht immer bestätigen. „Da müssen wir noch cleverer werden", sagt Trainer Mike Eber. In einigen Spielen nämlich hatten die Bettelhecker auch auswärts Vorteile, verloren aber. Dennoch, die intensive, kraftraubende Nachwuchsarbeit der Germania, welche schon fast eineinhalb Jahrzehnte andauert, trägt längst die erhofften Früchte. Bester Torschütze der „Westler" nach Abschluss der Herbstrunde ist Patrick Bauer, der bisher neun Tore erzielte.       

Vier fette Jahre hat der SC 09 Effelder  hinter sich. Neben dem Landesklassenjahr wurden die Rot-Schwarzen einmal Meister und zweimal Vizemeister. Da vor dieser Saison mit Julian Sommer, Maximilian Engel und dem Torwarttalent Pascal Neuber zu den 09ern kamen, zählten die Hinterländer wieder zu den Titelaspiranten. Aber bereits in der Vorbereitung war Sand viel im Getriebe, eine Struktur war kaum mehr zu erkennen. Zudem kamen sehr viele Disziplinlosigkeiten und so fehlten wichtige Spieler über Wochen. Die einstige Heimstärke war wie weggeblasen, nur dreimal konnte der Anhang Siege bejubeln. Kamen vor Jahresfrist fast 180 Zuschauer auf den Platz an der B89, so waren es heuer nur noch 109 zahlende Zuschauer pro Spiel. Mitte der Vorrunde trat Frank Dreilich als verantwortlicher Trainer zurück, ihm folgte Frank Vogel. Auch wenn Vogel mit einer unglücklichen Niederlage in Veilsdorf (1:2) startete, so kehrte ein neuer Teamgeist in die Reihen der 09er zurück. In den abschließenden Rückrundenspielen gelangen in Westhausen (4:3) und gegen Oberlind (6:1) ganz wichtige Erfolge. Im Pokal bezwangen die Hinterländer – es war das letzte Spiel des Jahres – Erlau mit 4:1. Insbesondere Julian Sommer, der auch der treffsicherste Effelder mit zehn Toren war, und Maximilian Engel konnten die Erwartungen erfüllen.

Bei der dritten neuen SG, der SG Veilsdorf/Heßberg, beginnt die untere Tabellenhälfte und zugleich die Abstiegszone. Veilsdorf wartete auch in diesem Spieljahr mit schwankenden Leistungen auf. Die Mannschaft hat aber sicher das Potential, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Auch dem SV 08 Westhausen wurde eine gute Rolle zugebilligt. Die Unterländer, die ain dieser Saison auf dem alten Waldsportplatz spielen, sind mit dem Zwischenergebnis (15 Punkte) nicht zufrieden. Vielleicht bricht das Team um Steffen Müller im neuen Jahr zu neuen Ufern auf.

Geographisch liegen der Aufsteiger SG Mendhausen/Römhild und die SG Milz/Eicha nicht weit voneinander entfernt. Auch in der Tabelle sind beide Teams Nachbarn. Während „Mendhild" durch einen Auswärtssieg im letzten Spiel vor der Winterpause den Anschluss an das Mittelfeld herstellte, konnte die SG Milz/Eicha insbesondere im Angriff nicht überzeugen.

Der SC 06 Oberlind konnte im vergangenen Spieljahr einen einstelligen Rang (9.) einspielen. Doch bereits damals erwies sich die Hintermannschaft als wenig sattelfest. Auch in dieser Spielzeit kassierten die „Linder" bereits 53 Gegentore. „Wir sind ganz schlecht in die Serie gestartet und hatten von Beginn an mit einer einzigartigen Verletzungsmisere zu kämpfen. Jede Woche stand eine andere Mannschaft auf dem Platz", sagte Trainer Nico Eber, der selbst auch die Schuhe schnüren musste. Die Oberlinder hoffen, dass sie sowohl in den Heim- (3-2-3), als auch in den Auswärtsspielen (0-1-6) deutlich zulegen können, um den Klassenerhalt zu schaffen. Dies sollte schon möglich sein, denn die 06er sind schon immer für Kampfgeist und Leidenschaft bekannt. Und genau auf diese Tugenden baut das Trainergespann Eber/Müller. Vielleicht haben die Grün-Weißen dann auch mehr Glück, dass sie von größeren Ausfällen und  Verletzungen verschont bleiben. Bester Oberlinder Torschütze in der Herbstrunde war Kevin Gesswein mit sechs Toren.

Der SC 07 Schleusingen wurde in der letzten Saison Meister in der Kreisliga. Viele Experten trauten den Mannen um Spielmacher Stefan Fischer (ehemals 1. FC Sonneberg 04) eine gute Rolle in der Kreisoberliga zu. Doch die Schleusestädter blieben insbesondere im Angriff hinter den Erwartungen zurück und stehen deshalb im Tabellenkeller.  

Als Schlusslicht überwintert die SG Streufdorf/Eishausen, die bereits sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hat. Nur mit einer starken Rückrunde können die Kicker aus Eishausen und Streufdorf den Ligaerhalt noch bewerkstelligen.



„Hatten wir denn einen Höhepunkt?"

 

In der Winterpause-Bilanz spricht HSV-Präsident Wolfgang Schmidt (Haina) über zu viele Unentschieden, über vermeintlich schwache Gegner und über die Vorbereitung auf die restliche Saison.

Herr Schmidt, können Sie und der Rest des HSV mit der bisherigen Saison zufrieden sein?

Von der Sache her schon. Der aktuelle vierte Platz entspricht unserem Leistungsvermögen. Bei einem Absteigergibt es immer auch personelle Veränderungen. Das haben wir gut kompensiert und weggesteckt. Und es hätte ja auch anders laufen können. Andere Beispiele zeigen uns das. Sicherlich hätten es auch ein paar Punkte mehr sein können. Zeitweise hatten wir große Aufstellungssorgen. Einige Akteure sind hier verletzungsanfälliger geworden. Teilweise waren es aber auch überflüssige Rote Karten. Das Fehlen wegen einer Spielsperre müsste eigentlich der Vergangenheit angehören.

Was waren die Höhepunkte in der laufenden Saison. Was lief gut, wo gibt es Reserven?

Hatten wir denn in der Hinrunde einen Höhepunkt? Wir haben solide gespielt und auch der kämpferische Einsatz stimmte. Und ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass wir ja auch nur zwei von 15 Begegnungen (Anmerk. d. Red.: zu Hause gegen den Primus aus Sachsenbrunn und deutlich mit 0:4 in Sonneberg-West) verloren haben. Aber bei den vielen Unentschieden fehlen dann einfach auch die Punktgewinne in der Tabelle. Gegen die Mannschaften des oberen Tabellendrittels haben wir gut gespielt und kämpferisch überzeugt. So im Spiel gegen Erlau, als wir nach dem zwischenzeitlichen 3:3 noch zurück schlagen konnten. Oder auch das Heimspiel gegen den Tabellenführer, gegen die wir in den ersten 45 Minuten voll mithalten konnten. Gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte tun wir uns teilweise recht schwer. So gesehen die erste Halbzeit beim Gastspiel in Westhausen oder die Heimbegegnung gegen die SG Streufdorf/Eishausen. Auch im Pokal läuft es bisher ganz ordentlich. Hier stehen wir ja in der Vorschlussrunde und spielen im Halbfinale bei der Spielgemeinschaft Dingsleben/ St. Bernhard um den Finaleinzug.

Gibt es einen Moment der Hinrunde, der dir besonders in Erinnerung blieb?

Es gibt ja in dieser Saison nach dem Aufstieg der SG Mendhausen/ Römhild sowie den Abstiegen der SG Milz/ Eicha und des Hainaer SV jede Menge Derbys im Grabfeld. Vor allem dem ersten Aufeinandertreffen gegen den Neuling haben alle entgegen gefiebert. Der Spielausgang ist ja bekannt. Auch eine Gewitterunterbrechung konnte uns nicht von der Siegerstraße abbringen. Gegen die Milzer können wir ja schon auf ein paar mehr direkte Duelle zurück blicken. Im Hinspiel beim 1:1 hatten wir diesmal reichlich Glück.

Woran muss die Mannschaft in der Winterpause arbeiten? Was sind die Ziele 2018?

Wir müssen noch stabiler werden. Daran gilt es unter anderem zu arbeiten. Dazu werden wir auch ein Trainingslager an der Landessportschule in Bad Blankenburg nutzen. Die Initiativen gehen hier ganz klar von der Mannschaft aus. So wollen wir dann körperlich fit in die Restsaison starten. Wir wollen unseren vierten Platz halten. Vielleicht geht es ja auch noch einen Rang nach oben. Man soll ja immer Ziele haben. Stillstand bedeutet Rückschritt.

Wird es noch personelle Veränderungen geben?

Im Spielerkader wird es keine Veränderungen geben. Hoffentlich haben alle zum Start im März ihre Wehwehchen auskuriert. Vielleicht fruchten dann die Gespräche mit Verstärkungen in der Wechselperiode im Sommer. Auf der Trainerposition gab es ja bereits einen Wechsel. Es bleibt zunächst bei der vereinsinternen Lösung mit dem Trio Hummel, Meisch und Hummel. Eine externe Lösung hat sich kurz vor Weihnachten leider zerschlagen. Aber hier blicken wir recht positiv auf die neue Spielserie.

Wer wird Meister? Wer steigt ab?

Mit der Spielgemeinschaft Sachsenbrunn/ Crock steht der neue Kreismeister eigentlich schon fest. Streufdorf/ Eishausen wird es schwer haben die Klasse zu halten. Wen es noch erwischt, bleibt abzuwarten. Interview: awh

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 19.1.2018




„Wir müssen die Schrauben anziehen"
 

In der Winterpause-Bilanz spricht Heiko-Seewald, Trainer der SG Eishausen/Streufdorf Klartext, rechnet mit mangelndem Engagement ab und verspricht eine „knallharte" Linie.

Herr Seewald, seit Sommer sind Sie der neue Mann auf der Kommandobrücke. Bereuen Sie das mittlerweile?

Nein. Ganz und gar nicht. Im Verein heißt es zusammen stehen. In guten wie in schlechten Zeiten. Ich war jaschon einmal Trainer beim SV Empor Eishausen und habe nach Gründung der Spielgemeinschaft auch dieses Team trainiert. Zwischendurch war ich auch als Co- und Torwarttrainer in Bad Rodach aktiv, ehe es mich wieder an meine alte Wirkungsstätte zurückzog. Dann kam mir meine Krankheit dazwischen. Ich war ein dreiviertel Jahr außer Gefecht. Trotzdem habe ich die Spiele verfolgt. Ich fühle mich hier heimisch. Wenn Not am Mann ist, kann man mich immer kontaktieren. Egal, in welcher Situation. Ob ich Trainer bin oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

In der Premierensaison in der Kreisoberliga überwinterte die SG auf Rang sieben. Im zweiten Jahr führt sie die Tabelle im Winter an. Allerdings von hinten. Warum?

Wir waren in der Hinserie arg vom Verletzungspech gebeutelt. Ein Stammspieler wie Alexander Kraft, der die Mannschaft auch mal mitreißen kann sowie Marcel Saal, ein guter Abräumer im Mittelfeld, und Philipp Dötsch, der sich einen Bänderriss zugezogen hatte, fielen bereits frühzeitig aus. Und, wenn dann noch kurzfristige Absagen sei es durch Krankheit oder andere Dinge hinzukommen, gehst du bei einem Kader von 14 Mann natürlich auf dem Zahnfleisch. Ich musste nahezu jeden Spieltag eine komplett andere  Elf aufs Feld schicken. Das hast du dann auch in den Spielen gemerkt, obwohl wir nicht immer schlecht gespielt haben, oftmals sogar in Führung gegangen sind. Aber ab der 70. Minute war dann in der Regel die Luft raus. Das liegt jedoch nicht nur an den Ausfällen, sondern auch an der Einstellung einiger Spieler. Es kann nicht sein, dass sich vier, fünf Spieler das Recht rausnehmen, Woche für Woche das Training zu schwänzen. Was dabei rauskommt merkt man ja, wenn ihnen bereits lange Zeit vor Ende des Spiels die Luft ausgeht.

Vielleicht dachte der ein oder andere Spieler, dass es nach diesem grandiosen ersten Jahr in der Kreisoberliga so weiter geht?

Dass der ein oder andere dachte, die nächste Saison wird ein Selbstläufer, ist sicherlich ein Grund. Da müssen sich einige Spieler selbst mal an die Nase fassen, ob mit einer gewissen Larifari-Einstellung der Klassenerhalt möglich ist.

Sie haben in Eishausen große Fußstapfen hinterlassen, treten aber auch in große. Mit Hubert Höfler hat die Mannschaft nach dem Aufstieg eine grandiose Saison hingelegt. Wie oft kommt es angesichts der brenzligen Lage vor, dass Sie sich Kritik anhören müssen?

Es ist nicht so, dass ich stets und ständig mit Hubert Höfler verglichen werde. Hubert, der die Mannschaft in Sachen Moral und Fitness in einem guten Zustand übernommen hat, hat sicherlich seinen Anteil am Klassenerhalt. Aber natürlich  muss ich mir von verschiedenen Seiten Kritik anhören. Damit kann ich aber leben. Was mich stört ist, wenn von außen jemand meint, meine Aufstellung kritisieren zu müssen, obwohl er nicht weiß, was intern vorgeht. Ich kann einen Spieler mit Magendarm-Grippe, der zuletzt ein gutes Spiel gemacht hat, nicht aufs Feld schicken. Da geht die Gesundheit einfach vor. Ansonsten habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn mich Zuschauer ansprechen und mit mir über das Spiel und die Mannschaft sprechen wollen.

Was stimmt Sie zuversichtlich, dass Ihrer Mannschaft der Klassenerhalt doch noch gelingt, obwohl man mit gerade einmal fünf Punkten scheinbar abgeschlagen auf dem letzten Platz steht?

Eine Winterpause, in der wir hart an uns arbeiten und gestärkt herausgehen. Sicherlich wird dann auch Alex, der die letzten zwei Spiele bereits wieder bestreiten konnte, wieder bei hundert Prozent sein. Marcel wird dagegen noch eine Weile ausfallen. Er wurde gerade erst am Knie operiert. Ich habe den Jungs bereits auf der Weihnachtsfeier gesagt, dass ab jetzt ein anderer Wind weht. Das Training wird noch strenger werden. Wir müssen jetzt ganz einfach die Schrauben anziehen. Und wenn jemand meint, dass Training schwänzen zu müssen, dann findet sich derjenige demnächst auf der Bank wider. Auch, wenn wir auf dem Zahnfleisch kauen.

Und den Klassenerhalt riskieren?

Jeder einzelne muss sich allmählich mal der Situation bewusst sein, in der wir uns befinden. Wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen, müssen wir alle an einem Strang ziehen. Es kann nicht sein, dass eine Larifari-Einstellung belohnt wird. Damit schaden sie der Mannschaft und riskieren letztendlich den Klassenerhalt.

Wird es personelle Veränderungen geben?

Nach meiner Kenntnis nicht. Ansonsten werde ich in der Rückrunde den ein oder anderen Spieler von den A-Junioren in die erste Mannschaft integrieren.

Wäre aber sicherlich nicht von Nachteil.

Nein (lacht) . Aber es ist doch so, dass es schwer ist, Spielerwechsel zu einer Mannschaft, die sich einer solchen Situation wie sie bei uns vorherrscht, zu realisieren. Und dann ist es natürlich doppelt bitter, dass wir  ausgerechnet Philipp Dötsch aus beruflichen Gründen verlieren.

Werden Sie, sollte der Klassenerhalt nicht gelingen, weiterhin auf der Bank von „Streufhausen" sitzen?

Ja. Ich bin nicht der Typ, der schnell aufgibt. Allerdings muss sich dann auch grundlegend was ändern.

Das da wäre?

Ich habe bereits mit dem Vorstand über das Thema Abstieg gesprochen. Wir haben klar kommuniziert, dass wir auch in diesem Falle weiterhin zusammen arbeiten. Und dazu zählen eben auch Neuzugänge.

Zu guter Letzt: Wer wird Meister? Wer steigt ab?

Ich hoffe natürlich nicht, dass wir absteigen. In Sachen Meisterschaft wird es wohl die SG Sachsenbrunn/ Crock machen. Die lassen sich das nicht mehr nehmen.

Interview: Carsten Jentzsch

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 13.1.2018




"Wir brauchen die volle Kapelle"

In der Winterpause-Bilanz sprechen Burkhardt Winkler, Trainer des SC 07 Schleusingen, sowie Sportclub-Geschäftsführer Sebastian Fleischmann über die Ziele des Kreisoberliga-Aufsteigers, wie die Mannschaft mit dem Fortgang von Toptorjäger Ousman Badjie umgeht und wie der Klassenerhalt gelingen soll.

Herr Winkler, vor der Saison sagten Sie, dass Ihre Mannschaft vom Niveau her in der Kreisoberliga mithalten kann. Sehen Sie das, obwohl der Sportclub auf dem vorletzten Tabellenplatz überwintert, auch weiterhin so?

Natürlich. Wir haben einige gute Spiele gemacht, in denen wir klar die bessere Mannschaft waren. Allerdings haben wir unsere spielerische Überlegenheit oftmals nicht genutzt. Weil wir die Bälle einfach nicht versenkt haben. Auch das erste Spiel gegen Erlau dürfen wir eigentlich nicht verlieren. Aber hier spielte dann sicherlich auch die Unerfahrenheit eine Rolle. Besonders schmerzhaft kam das gegen Neuhaus-Schierschnitz zum Tragen, als wir bis zur 80. Minute mit 3:1 führen und am Ende noch 3:4 verlieren. Und dann gab es sicherlich auch Spiele wie gegen die SG Sachsenbrunn, in denen wir absolut keine Chance hatten. Sie haben gerade die Partie gegen den Spitzenreiter angesprochen. Die ging am dritten Spieltag mit 0:9 verloren. Zuvor gab es eine 0:5- Pleite gegen die SG Goßmannsrod.

Nach den ersten drei Spieltagen stand Ihre Mannschaft mit einem Torverhältnis von 2:17 auf dem letzten Tabellenplatz.Was haben Sie Ihrer Mannschaft zu diesem Zeitpunkt gesagt?

In den ersten drei Spielen mussten wir sicherlich viel Lehrgeld zahlen. Allerdings haben wir hier auch gegen die drei Mannschaften verloren, die auch jetzt ganz oben stehen. Ich habe meinen Spielern nach der Partie gegen die SG Sachsenbrunn gesagt, dass wir einfach noch Defizite haben, wir aber zu Beginn gleich gegen die drei besten Mannschaft der Liga gespielt haben. Und dass es keine Schande ist, wenn man da Fehler macht. Ich habe meinen Spielern allerdings auch gesagt, dass wir lernen müssen, hinten kompakter zu stehen. Das muss die Mannschaft aber erst verinnerlichen. In der Kreisliga haben wir immer offensiven Fußball gespielt. Wenn du aber in eine höhere Spielklasse aufsteigst, dann musst du dein System anpassen.

Anschließend ging es bergauf. Nur eine Woche nach der bitteren 0:9- Pleite folgte ein 6:2-Kantersieg über die SG Streufdorf. Danach gab es bis auf die 1:2-Niederlage gegen Mitaufsteiger SG Mendhausen drei Unentschieden. Darunter auch ein 2:2 gegen den Vizemeister aus Effelder. Warum lief es da plötzlich?

Wir hatten uns angepasst, standen hinten nun etwas kompakter. Wobei ich ehrlich gesagt immer noch mit der Chancenverwertung in den Spielen gegen Oberlind und Milz hadere. Hier wäre definitiv mehr als ein Unentschieden drin gewesen. Das war schon unglaublich, was wir da liegen gelassen haben. Die Heimniederlage gegen den Mitaufsteiger war auch bitter. Wobei es die Römhilder auch gut gemacht haben. Die sind an diesem Tag wirklich sehr forsch zur Sache gegangen und wir haben uns davon beeindrucken lassen. Es hätte der Mannschaft wirklich gut getan, wenn wir hier das ein oder andere Spiel gewonnen hätten.

Sie haben das 0:0-Unentschieden Anfang Oktober in Milz angesprochen. Zusammen mit dem 3:0-Auswärtssieg in Veilsdorf sprangen hier nach dem Effelder-Spiel die letzten Punkte für den Sportclub raus. Die restlichen fünf Spiele gingen allesamt verloren. Vier davon ohne eigenen Treffer. Liegt es auch daran, dass Ousman Badjie seit dem Spiel in Milz fehlt?

Definitiv. Die 37 Treffer, die erin Vorsaison erzielt hat, kommen nicht von ungefähr. Ousman ist einfach clever. Er ist sehr beweglich und geht immer wieder in die Tiefe. Er weiß genau, wo er sich anbieten muss. Du konntest ihn immer anspielen. Er war in der Offensive einfach Dreh und Angelpunkt. Da er nicht mehr zur Verfügung steht, haben wir Andreas Klose reaktiviert, allerdings ist er auch fast 40. Ein Vergleich mit Ousman steht deshalb nicht zur Debatte.

Wie haben Sie die Dramatik um Ousman Badjie mitbekommen?

Ich dachte eigentlich immer, dass er früher oder später zurückkommen wird. Zumal er ja auch nicht all seine Sachen mitgenommen hat. Wenn du vorhast, einen neuen Weg einzuschlagen und aufzubrechen, dann räumst du doch vorher deinen Schrank aus. Er hat ja nicht mal Pamodou und Modou (Anmerkung der Redaktion: Gemeint sind die ebenfalls aus Gambia stammenden Mannschaftskollegen Pamodou Sanyang und Modou Dampha, mit denen Badjie in einer Wohngemeinschaft lebte) Bescheid gegeben. Deshalb hatte ich immer noch Hoffnung. Aber mittlerweile sieht es ja danach aus, dass er nicht mehr für den Sportclub spielen wird.

Ist der Klassenerhalt auch ohne Ousman Badjie möglich?

Ja! Wir glauben immer noch daran und werden alles dafür tun.

Vor Kurzem hat sich Badjie erstmals wieder über Handy bei seinen Landsleuten gemeldet. Demnach soll er sich in Italien aufhalten, weil er dort als anerkannter Flüchtling gilt. Es liegt nahe, dass er seine neue Heimat, die er hier in Schleusingen gefunden hatte, aus Angst nicht dauerhaft in dieser bleiben zu können, verließ. Demzufolge wird er wohl tatsächlich nicht mehr im Schleusinger Trikot auflaufen. Wie geht die Mannschaft mit demVerlust Ihres Topstürmers um?

Die Mannschaft ist natürlich enttäuscht. Alle wissen, welche fußballerische Qualität uns mit dem Fortgang von Ousman abhanden gekommen ist.

Muss man speziell mit Sanyang und Dampha nun anders umgehen? Haben die beiden eine Zukunft in Deutschland, eine Zukunft beim Sportclub?

Sebastian Fleischmann: Wir hoffen natürlich, dass beide Jungs weiterhin in Deutschland beziehungsweise in Schleusingen bleiben dürfen und auch zukünftig ihre Fußballschuhe bei uns schnüren. Die Grundsteine dafür werden durch das ehrenamtliche Engagement des SC 07 bei der Betreuung der beiden Gambier gelegt. Das selbstständige Wohnen und der Alltag funktionieren inzwischen problemlos. Bei bürokratischen Hürden stehen wir mit Rat und Tat zur Seite. Modou Dampha arbeitet über eine Einstiegsqualifizierungsmaßnahme in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur bei einem örtlichen Betrieb und soll dort im Herbst seine Lehre beginnen. Auch Pamodou Sanyang hinterließ bei Praktika in Schleusinger Firmen bisher einen positiven Eindruck und möchte mit seinen Bewerbungen nach der Schule auch eine Lehrstelle in Schleusingen antreten.

Herr Fleischmann, werden die beiden die komplette Rückrunde im Trikot des SC spielen?

Ich gehe fest davon aus.

Herr Winkler, zurück zum Sportlichen: Was muss in der Rückrunde besser laufen, wenn man das Ziel Klassenerhalt erreichen will?

Wir müssen vor allem im Defensivbereich arbeiten. Wenn wir da noch kompakter stehen, dann werden wir auch mehr Spiele gewinnen. Nicht umsonst heißt es ja: Mit Stürmern gewinnst du Spiele, mit Abwehrspielern Titel (lacht).

Wie sehr schmerzt es da, dass es zu Beginn gleich gegen den Spitzenreiter geht?

Tja (lacht). Die Ansetzung kann man jetzt nicht mehr ändern, aber wir können den Schaden gering halten. Denn gegen die Sachsenbrunner Angreifer haben im Moment alle ihre Probleme.

Die Sachsenbrunner haben sich vor der Saison auch im Zuge der neuen Spielgemeinschaft enorm verstärkt. Sind personelle Verstärkungen in der Winterpause etwas für den SC?

Gegen personelle Verstärkung habe ich nichts einzuwenden, zumal wir noch viele junge Spieler, die zwar sehr hungrig, allerdings auch unerfahren sind, haben. Das hat man auch im Spiel gegen Neuhaus-Schierschnitz gemerkt. Da standen allein sechs Achtzehnjährige in der Startelf. Ich bin aber guter Dinge. Wir wissen, was wir falsch gemacht haben und werden nun an den richtigen Stellschrauben drehen. Unsere junge Mannschaft wird sich in der Rückrunde sicherlich anders präsentieren.

Sebastian Fleischmann: Wir haben viel Vertrauen in unseren Nachwuchs. Die A-Junioren sind aktuell Tabellenführer der Kreisoberliga und haben sich bereits den Titel des Hallenkreismeisters gesichert. Auf die Jungs, die nun peu à peu nachrutschen, freuen wir uns, auch wenn sie natürlich im Männerbereich erst noch richtig Fuß fassen müssen. Weiterhin gibt es zwar zwanglose Gespräche mit Spielern, die aus anderen Kreisen und Ländern nach Schleusingen gezogen sind und hier inzwischen leben und arbeiten. Hier wird sich noch zeigen, ob und wann diese sich entscheiden, uns zu verstärken.

Herr Winkler, wie sieht die Vorbereitung in der Winterpause aus?

Wir werden an einigen Hallenturnieren teilnehmen. Und dann werden wir auch wieder unser mittlerweile obligatorisches Trainingslager in Weißenfels austragen. Was sind Ihre Wünsche und Ziele für 2018? Dass alle Spieler von Verletzungen verschont bleiben. Dass der ein oder andere mal ausfallen wird, ist doch völlig klar, aber es sollte sich im Rahmen halten. Wir brauchen die volle Kapelle, wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen.

Sebastian Fleischmann: Erklärtes Ziel ist natürlich der Klassenerhalt. Ich wünsche mir daher, dass das Team weiterhin so fest zusammenhält und sich nach gemeinsamem Aufstieg auch mit dem Verbleib in der Kreisoberliga belohnt.

Herr Winkler, zum Abschluss: Wer wird Meister? Wer steigt ab?

Ich denke schon, dass die Sachsenbrunner Meister werden. In Sachen Abstieg will ich eigentlich gar nichts sagen. Zumal es ja auch noch darauf ankommt, wer aus der Landesklasse runter muss. Ich denke aber, dass Streufdorf ein Abstiegskandidat ist. Unser Vorteil ist, dass wir nicht abgeschlagen hinten, sondern in noch guter Reichweite zum Restliegen. Interview: Carsten Jentzsch

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 2.1.2018



Grün-Weiße Zufriedenheit

In der Winterpausen-Bilanz erklärt Marko Frühauf, der zusammen mit Wolfgang Triebel den Erlauer SV trainiert, warum die Pause gelegen kommt und warum die SG Sachsenbrunn/Crock am Ende dieser Fußball-Kreisoberliga-Saison ganz oben steht. Zudem verrät er, warum er dem Lokalrivalen aus Schleusingen die Daumen drückt.

Herr Frühauf, Ihre Mannschaft hat in der vergangenen Saison mit Platz vier ihr bestes Ergebnis in der Kreisoberliga erzielt. Platz vier lautete auch das Ziel vor der Saison. Derzeit steht der Erlauer SV auf Platz drei. Hat sich an der Zielstellung irgendetwas geändert?

Nein. Das Ziel lautet auch weiterhin, oben mitzuspielen. Daran hat sich nichts geändert, wobei wir natürlich schon gern Zweiter werden würden. Aber selbst wenn es am Ende Platz vier wird, können wir zufrieden sein.

Vor der Saison sind Sie davon ausgegangen, dass sich in diesem Jahr keiner so richtig absetzen wird. Jetzt liegt die SG Sachsenbrunn/ Crock schon mit neun Punkten Vorsprung vor dem Erlauer SV auf Rang eins. Glauben Sie, dass sich daran etwas ändern wird?

Ich halte es nicht für realistisch, dass sich die SG Sachsenbrunn/Crock das noch nehmen lässt, wobei ich mich auch gern eines Besseren belehren lasse. Allerdings müssen die dann drei Spiele verlieren, damit wir sie zumindest einholen. Und selbst dann würden sie noch vor uns stehen, weil sie ein Torverhältnis haben, mit dem wir nicht mithalten können.

Wie sehr schmerzt da noch die 1:7-Niederlage im letzten Spiel vor der Pause ausgerechnet gegen die SG Sachsenbrunn/Crock?

Natürlich war die Niederlage schmerzhaft. Es ist jetzt aber nicht so, dass unser Selbstbewusstsein darunter leiden musste. Es war eine Niederlage, die wir so nicht erwartet haben, die mittlerweile allerdings abgehakt ist.

Dennoch bleibt die Niederlage bitter, denn die von Ihnen undWolfgang Triebel trainierte Mannschaft war nicht so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten lässt.

Das ist richtig. Wir haben uns selbst sehr gute Gelegenheiten erspielt und hätten mindestens drei oder vier Tore machen müssen. Stattdessen leisten wir uns dann aber eklatante individuelle Fehler im Defensivbereich und fressen dementsprechend viele Tore. Zudem haben uns die Platzverhältnisse sehr zu schaffen gemacht.

Insgesamt schwer zu schaffen gemacht haben Ihrer Mannschaft die letzten vier Spiele vor der Pause. Da konnte man lediglich drei Punkte ergattern.War die Luft am Ende raus?

Ja, dass kann man sicherlich so sagen. In den letzten Spielen hast du einfach gemerkt, dass ein anstrengendes Jahr in den Beinen steckt. Auch die Trainingsbeteiligung war demzufolge nicht mehr so hoch. Wir mussten immer mehr Ausfälle kompensieren und Spieler aus der zweiten Mannschaft in die erste Elf rekrutieren. Darunter auch altgediente Akteure wie Marcus Börner mit 40 und Thomas Müller mit 39 Jahren. Natürlich ist es schade, dass wir aus den letzten Partien nicht mehr Punkte mitnehmen konnten, aber diese Spiele versauen uns mit Sicherheit nicht unsere gute Bilanz in diesem Jahr. Wir haben saisonübergreifend lediglich sechs Spiele in der Kreisoberliga verloren. Das lässt sich definitiv sehen und sollte uns Mut machen.

Woran müssen Sie in der Winterpause arbeiten? Gibt es Verbesserungspotenzial?

Verbesserungspotenzial gibt es immer. Das Wichtigste ist jedoch, dass unsere angeschlagenen Stammkräfte bis auf Florian Keßler, der nach seinem Kreuzbandriss im Eröffnungsspiel aller Wahrscheinlichkeit nach in dieser Saison kein Spiel mehr machen wird, zurückkehren. Dann haben wir auch wieder mehr Alternativen. Denn ihre Einsatzbereitschaft in allen Ehren, aber unterm Strich haben die Spieler der zweiten Mannschaft auch das Niveau der 1. Kreisklasse, in der sie aktiv sind. Das ist nicht abwertend gemeint und wir sind den Jungs auch dankbar, dass sie uns zum Ende hin den Rücken gestärkt haben, aber Einwechslungen dieser Art können höchstens dazu beitragen, das Ergebnis zu verwalten, nicht aber dem Spiel nochmal eine Wendung zu geben. Das ist auch das, was uns von der SG Sachsenbrunn/ Crock unterscheidet. Die können einen Hopf oder Leis zwar auch nicht eins zu eins ersetzen, aber die haben immer noch genügend Spieler in der Hinterhand, die das Format haben, dem Spiel eine gewisse Dynamik zu verleihen.

Wenn die Erlauer in naher Zukunft wirklich aufsteigen wollen, wäre das vielleicht ein Punkt, an dem man arbeiten müsste. Ist das intern ein Thema?

Mannschaftsintern bin ich eher die treibende Kraft, wenn es um das Thema Aufstieg geht. Wir haben schon längst bewiesen, dass wir ganz oben in der Kreisoberliga mitspielen können. Für viele von uns, gerade die ältere Fraktion, wäre es natürlich etwas ganz Besonderes, wenn wir in naher Zukunft aufsteigen. Um das zu erreichen, suchen wir aber nicht auf dem Markt rum und werben Spieler von anderen Vereinen ab. Das ist nicht unser Stil. Nach Erlau ist man bisher immer freiwillig gekommen. Wir leben mit dem, was wir haben. Zum Beispiel mit dem Risiko, nicht über die komplette Saison mithalten zu können. Das Risiko ist natürlich da. Aber es ist ja keine Gesetzmäßigkeit, dass man nicht auch auf diese Weise irgendwann dieses Ziel erreicht.

Aufgrund einer Platzsanierung konnte Ihre Mannschaft die Heimspiele in der Hinrunde nicht auf dem Rasenplatz austragen. Ein Grund, weshalb Sie von sechs Spielen nur zwei gewonnen haben?

Wir haben lediglich das Hinspiel gegen die SG Sachsenbrunn/Crock und die Partie gegen Neuhaus-Schierschnitz in Hinternah ausgetragen, weil wir ziemlich schnell feststellen mussten, dass wir auf dem Platz in Hinternah nicht so zurechtkommen wie erhofft. Von da an haben wir unsere Heimspiele auf unserem Hartplatz ausgetragen, allerdings konnten wir auch hier unser Spiel nicht so durchziehen wie beispielsweise auswärts. Wir sind eher eine technisch versierte Mannschaft, die versucht, spielerisch zum Torerfolg zu kommen. Auf dem kleineren Hartplatz konnten wir demzufolge unser Kurzpassspiel nicht so aufziehen, wie wir uns das vorstellen. Stattdessen haben wir viel mit langen Bällen operiert, was aber gar nicht unser Stil ist, weil wir eben auch nicht die Spieler dafür haben. Und dennoch hatten wir den Tabellenführer im Heimspiel in Hinternah am Rande einer Niederlage. Wir waren näher am 4:2, als die SG Sachsenbrunn/Crock dem Ausgleich. Hätten wir hier gewonnen, dann bin ich mir sicher, wäre die SG nicht so davongezogen.

Auswärts auf den größeren Plätzen lief es dagegen richtig gut. Hier hat Ihre Mannschaft sogar für den einzigen Schönheitsfehler in der bislang makellosen Bilanz der SG Sachsenbrunn/Crock gesorgt.

Ja, das stimmt (lacht). Aber unterm Strich kannst du dir davon nichts kaufen. Wir hätten lieber unser Heimspiel gegen den Konkurrenten gewonnen. Das hätte schöner ausgesehen.

Was sind Ihre Ziele und Wünsche für 2018?

Ich wünsche mir, dass wir eine ähnlich gute Rückrunde wie in der vergangenen Saison spielen. Im Idealfall ohne Niederlage. Wenn wir, wie vorhin bereits erwähnt, am Ende auf Rang vier stehen, dann können wir immer noch von einer richtig guten Saison sprechen.

st ein Wunsch vielleicht auch, dass Schleusingen den Klassenerhalt schafft?

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen in der Mannschaft. Ich persönlich würde mich freuen, wenn es den Schleusingern gelingt, die Klasse zu halten. Wir hatten jetzt seit Jahren endlich mal wieder zwei Derbys. Das hat schon Spaß gemacht, zumal wir zweimal als Sieger vom Platz gegangen sind. Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn es auch in Zukunft Derbys zwischen den beiden Vereinen in der Kreisoberliga gibt.

Zum Abschluss:Wer wird Meister? Wer steigt ab?

Meister wird die SG Sachsenbrunn/ Crock. Da bin ich mir relativ sicher. Für Streufdorf und Schleusingen wird es verdammt schwer, die Klasse zu halten, wobei ich es den Schleusingern wirklich wünschen würde. Interview: Carsten Jentzsch

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 30.12.2017


Der Wunsch nach einem dreckigen 1:0

In der Winterpause-Bilanz spricht Dominik Eggemann, Spielertrainer des Spitzenreiters in der Fußball-Kreisoberliga, SG Sachsenbrunn/Crock, über Unzufriedenheit zu Saisonbeginn, einen Knoten, der platzt und erklärt, warum das Thema Aufstieg für ihn keines ist.

Herr Eggemann, wie enttäuscht Sind Sie, dass Ihre Mannschaft in der Auswärtstabelle nur auf Rang zwei hinter dem Erlauer SV überwintert?

Ehrlich gesagt war mir das lange Zeit vor dem letzten Spiel gegen den Erlauer SV vor der Winterpause gar nicht bewusst. Christian Schwabbacher hat mir kurz vor dem Spiel mitgeteilt, dass die Erlauer auswärts vor uns liegen. Das habe ich dann gleich als Ansporn wahrgenommen und habe die Mannschaft vor dem Spiel gegen Erlau in der Kabine auf diesen Punkt hingewiesen. Die ohnehin schon große Motivation, gegen den zum damaligen Zeitpunkt noch Tabellenzweiten war dann nochmal um einiges größer.

Bis auf diesen kleinen Schönheitsfehler haben Sie mit Ihrer Mannschaft eine bislang nahezu makellose Saison hingelegt. Sie stehen auf dem ersten Tabellenplatz, haben acht Punkte Vorsprung auf den Verfolger, die SG Goßmannsrod, im Pokal stehen Sie im Halbfinale, auch in der Meisterschaft ist die SG Sachsenbrunn ungeschlagen und Neuzugang Hopf ist die Torjägerkanone kaum noch streitig zu machen. Mit einem noch ruhigeren Gewissen kann man doch gar nicht in die Winterpause gehen.

Mit dem ruhigen Gewissen vor der Winterpause ist das immer so eine Sache. Ich kann nur immer wieder betonen, dass die Saison nach der Pause bei null anfängt. Es gibt einfach zu viele Variablen, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Denn faktisch ist es doch so, dass man im Winter nicht ausreichend Zeit hat, um draußen auf dem Platz zu trainieren, weil die Witterungsbedingungen es einfach nicht zulassen. Auch zum Start Anfang März wird man vielerorts Plätze vorfinden, die sich in keinem guten Zustand präsentieren. Da wird man Einiges zu sehen bekommen, das nicht viel mit Fußball zu tun hat. Und da tun sich stärkere Mannschaften gegen vermeintlich schwächere Gegner immer schwer. Zudem lautet die Frage, wer fit sein wird. Es sind drei Monate Pause. In dieser Zeit kann viel passieren.

Sie stapeln ganz schön tief. Das erinnert an Ihre Aussagen vor der Saison. Da sagten Sie, es braucht Zeit bis sich die Mannschaft mit Hintergrund der neu gegründeten Spielgemeinschaft gefunden hat. Nach den ersten zwei Spielen hätte man sagen können: Ja, Sie haben Recht. Was haben Sie gedacht, als Sie mit einem mageren 0:0- und einem 3:3-Unentschieden in die Saison gestartet sind?

Nach dem erstem Spiel war ich schon relativ enttäuscht, weil das Ergebnis nicht die Kräfteverhältnisse widerspiegelt.Wir konnten gegen den Hainaer SV 6:3 Chancen für uns verbuchen. Allerdings habe ich mich schnell besonnen, weil ich ja wusste, dass wir eine gewisse Zeit benötigen. Das war auch im zweiten Spiel gegen Erlau so, wobei man auch fairerweise anerkennen muss, dass die bislang eine sehr starke Saison spielen. Beim Kantersieg im Rückspiel hatten wir einfach einen Sahnetag mit einer nahezu hundertprozentigen Effizienz erwischt. Das erlebst du auch nicht alle Tage. Insofern konnte ich auch mit dem Unentschieden am zweiten Spieltag gut leben.

Und die Mannschaft?Warum folgten anschließend sechs Siege in Folge? Was war passiert?

Es gab etwas Unruhe in der Mannschaft. Viele Spieler waren unzufrieden, weil sie sich trotz all der angesprochenen niedrigeren Erwatungserhaltung, die man zu Beginn der Saison an den Tag legen sollte, doch etwas mehr erhofft hatten. Ich habe dann ein paar Gespräche geführt und den Spielern vermittelt, dass wir lediglich ein Ding brauchen, das wir gewinnen müssen. Dann platzt der Knoten. Und so war es letztlich auch. Ich muss allerdings auch sagen, dass wir noch längst nicht da sind, was wir zu leisten im Stande sind. Natürlich könnte man jetzt sagen: Die stehen souverän oben. Aber es war nicht alles souverän. Wenn wir auf den Es-läuft-alles-perfekt-Zug aufspringen, dann bleiben wir schneller stehen als wir denken können.Wenn wir uns zufrieden geben mit dem was ist, dann hören wir auf uns weiterzuentwickeln. Und davor kann ich nur immer wieder eindringlich warnen.

Was haben Sie konkret an der Saison auszusetzen?

Das Umschaltspiel nach hinten. Natürlich haben wir eine herausragende Offensive, aber es kann nicht sein, dass wir teilweise vier, fünf Tore pro Spiel schießen müssen, um zu gewinnen. Das wird auf Dauer nichtimmer gut gehen. Es muss nicht immer ein Spektakel sein, ein dreckiges 1:0 oder 2:0 würde auch mal reichen. Allerdings liegt das nicht ausschließlich am Umschaltspiel. Was den Defensivbereich angeht, haben wir zwar auch herausragendes Personal, aber es ist gleichzeitig auch die Stelle mit den größten Personalsorgen. Hier fallen immer wieder Spieler sei es aus beruflichen, privaten oder gesundheitlichen Gründen aus. Das ist dann aber so. Da kann man nichts dran ändern. Ich bin der Letzte, der was dagegen sagt. Das sind alles drei wichtige Punkte, die gegenüber dem Fußball im Vordergrund stehen. Außer jemand kommt mir mit Schnupfen. Das lasse ich nicht gelten.

Pokalgewinn und Aufstieg dürften doch mittlerweile aber trotzdem Thema in Sachsenbrunn und Crock sein, oder?

Was den Pokal angeht: Klar! Wer im Halbfinale steht, will auch den Titel holen. Der Aufstieg ist dagegen kein Thema. Und hier habe ich ohnehin eine ganz eigene Meinung.

Die da wäre?

Ich bin mir nicht so sicher, ob ein direkter Aufstieg sinnvoll wäre. Denn eines liegt doch auf der Hand: Ein Aufstieg in die Landesklasse erhöht die Anforderungen auf mehreren Ebenen erheblich. Neben der sportlichen, die ein intensiveres Training samt umfassender Beteiligung nach sich zieht, ist auch der finanzielle Aufwand nicht außer Acht zu lassen. Vielleicht wäre es besser man würde es dann so machen wie die SG 51 Sonneberg, sich lieber noch ein Jahr als Spitzenmannschaft in dieser Klasse beweisen und wenn man dann am Ende ganz oben steht, dann sollte man auch hoch gehen.

An was müssen Sie neben dem Umschaltspiel in derWinterpause konkret arbeiten?

Die Winterpause bietet für große Arbeit am Umschaltspiel nicht genü-gend Raum. Du kannst so etwas nicht in der Halle studieren. Lediglich an der Tafel können wir das Bewusstsein dafür wieder ein wenig schärfen. Ohnehin wird es bis Januar erstmal etwas lockerer zugehen. Die zwei Trainingseinheiten pro Woche sind auf freiwilliger Basis. Ein bisschen Fußball-Tennis oder ein Spielchen – mehr ist es nicht. Das hat sich die Mannschaft aber auch verdient. Die Saison war lang, sie wird noch einige Herausforderungen bereit halten und jetzt ist ohnehin die Zeit des Jahres angebrochen, wo auch das Private, das hier und da immer mal wieder zu kurz kommt, wieder im Vordergrund stehen muss.Im Januar ziehen wir das Tempo wieder an. Da rennen wir die Berge rauf und runter. Das macht dann zwar nicht mehr so viel Spaß wie im Dezember, aber ist für die Fitness gut (lacht).

Was sind Ihre Ziele für 2018?

Meisterschaft und Pokalsieg. Und, wenn das klappt, auch das Triple.

Zum Abschluss:Wer wird Meister? Wer steigt ab?

Wir (lacht). Und Frage zwei (macht eine Pause). Eishausen ist diese Saison relativ schwach. Bei Schleusingen bin ich mir nicht ganz sicher. Ich bin der Meinung, die stehen schlechter da, als sie es eigentlich sind. Oberlind ist diese Saison bislang auch sehr schwach. Schwierig. Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich sagen, Eishausen und Oberlind werden es sehr schwer haben, das Ruder noch umzureißen. Interview: Carsten Jentzsch

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 22.12.2017



Gute und schlechte Nachricht zugleich

Der seit Ende September vermisste Torjäger des Fußball-Kreisoberligisten SC 07 Schleusingen, Ousman Badjie, hat sich inzwischen bei seinen Landsleuten und Mannschaftskollegen Pamodou Sanyang und Modou Dampha über Handy gemeldet. Nach Aussagen der beiden Gambier ist Badjie, der Ende November den Kontakt wieder aufgenommen haben soll, wohlauf. Angeblich soll er sich in Italien aufhalten. Dort erhofft sich Badjie als anerkannter Flüchtling eine bessere Perspektive. Der Gambier, der in der abgelaufenen Saison mit den Schleusingern in die Kreisoberliga aufstieg und dabei 37 Treffer erzielte, wird demnach nicht mehr für den Sportclub auf Torejagd gehen.

 

Erster Einsatz für Neuzugang aus Bielefeld

Römhild – Beim 17. Sparkassen-Cup in Hildburghausen feierte Bajram Grima aufseiten des teilnehmenden Fußball-Kreisoberligisten SG Mendhausen/ Römhild sein Debüt. Der 24-jährige Bajram stammt ursprünglich aus dem Kosovo und spielte zuletzt beim TUS Eintracht Bielefeld (A-Klasse) und zwei Monate bei Tura 06 Bielefeld (B-Klasse).Grima hatte aber auch beim FC Bad Rodach ein Probetraining absolviert, entschied sich nun aber für eine Spielberechtigung bei der Spielgemeinschaft Mendhausen/Römhild.

Beim Sparkassen-Cup lief er mit der Rückennummer 10 auf. Allerdings konnte er aufgrund einer leichten Verletzung nur zwei Turnierspiele bestreiten. Awh

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 18.12.2017

Unsere Sponsoren:

Termine

Hallenturniere
TSV Germania Sonneberg-West

Alte Herren
Samstag 17. Februar 13:00 Uhr
SBBS-Sporthalle

A-Jugend
Sonntag 18. Februar 09:00 Uhr
SBBS-Sporthalle